Feier Untermünkheimer erhalten Tradition vom Kärwe-Kegeln

Konzentration und Gefühl sind beim Kärwe-Kegeln gefragt – und keine Kraft. Deshalb ist der Wettbewerb in Untermünkheim auch ein Spiel für alle Altersgruppen, die gemeinsam in Mannschaften antreten.
Konzentration und Gefühl sind beim Kärwe-Kegeln gefragt – und keine Kraft. Deshalb ist der Wettbewerb in Untermünkheim auch ein Spiel für alle Altersgruppen, die gemeinsam in Mannschaften antreten. © Foto: Oliver Färber
Untermünkheim / Oliver Färber 11.09.2018
Jedes Jahr lädt der Kultur- und Föderverein Rößler-Museum zu seiner Kärwe nach Untermünkheim ein. Im idyllischen Innenhof des Museums lockt am Samstagabend das Kärwe-Kegeln.

Schon wer den romantischen Innenhof des Untermünkheimer Rößler-Museums betritt, wirkt irgendwie gleich entspannt. Das gilt besonders am vergangenen Samstag. Die spätsommerlichen Abendtemperaturen machen den Besuch der Kärwe zum besonderen Genuss. Der Kultur- und Förderverein Rößler-Museum begrüßt so über Stunden etliche Gäste.

Viele sind zum gemütlichen Beisammensein gekommen. Andere verbinden das mit dem Erhalt einer alten Tradition: dem Kärwe-Kegeln. Es ist nur ansatzweise mit dem bekannten Kegeln oder Bowling verwandt. Das ist jedem schnell klar, der die Spielfläche unter dem großen Baum im Zentrum des Platzes sieht.

Daran schwebt jeweils an einem dünnen Seil eine Kugel über der Mitte einer Holzplatte. Auf diesen beiden Platten stehen die Kegel. In etwas Abstand dieser Spielfelder liegt pro Bahn ein Brett. Das darf der Spieler während eines Zugs nicht übertreten. Die Kugel an der Schnur in der Hand gilt es, diese so am Seil pendeln lassen, dass damit die Kegel umgeworfen werden.

Klingt einfach? Ist es aber nicht. Denn es gibt noch eine Regel, die eine merkliche Schikane darstellt. Die Kugel muss auf dem Weg vom Spieler weg an den Kegeln vorbeischwingen und darf diese erst beim Zurückpendeln umwerfen. Fallen Kegel bereits beim Wegschwingen vom Teilnehmer, gilt das als Fehlwurf.

Das verlangt Konzentration und ein Gefühl für das Pendel, um am Ende als Mannschaft gegen den Gegner erfolgreich zu sein. Oder man wirft – so wirkt es bei manchem Spieler – einfach auf gut Glück und hat nur seinen Spaß daran.

Wasserspiele letztes Jahr

So wie die Zuschauer am Spielfeldrand. Natürlich gibt es – wie bei den Fußballspielen daheim vor dem Fernseher – einige Theoretiker darunter, die jeden Wurf besser machen könnten und einmal einen guten, das andere Mal einen schlechten oder schwer umsetzbaren Tipp geben. Und dann gibt es die, die es genießen und einfach nur zusehen.

Das gilt auch für Uwe Winkler, den Vorsitzenden des Kultur- und Fördervereins Untermünkheim. „Wir sind sehr zufrieden heute, vor allem mit dem schönen Spätsommerwetter“, erklärt er. Vergangenes Jahr habe es ja teils in Strömen geregnet. „Das waren eher Wasserspiele“, scherzt er.

Was ihn besonders freut: Es sind wieder Mannschaften von Vereinen, Organisationen oder andere Gruppen am Start. „Es ist ja doch ein besonderes Spiel“, meint Winkler. Umso beachtlicher sei es, dass die Teilnehmer dafür sorgten, dass es nicht in Vergessenheit gerät.

Damit auch die Kärwe attraktiv bleibt, gibt es dieses Jahr eine Neuigkeit: Im Bürgersaal werden Sommerdrinks gemixt. Die kommen bei den Besuchern an. Genauso wie der frische Blooz aus dem Backhäusle – und am Sonntag das Mittagessen beim zweiten Kärwe-Tag.

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