Untermünkheim Untermünkheim muss weitere Krippengruppe bauen

Der westliche Teil der Untermünkheimer Weinbrennerhalle wird zum Kinderhaus: Im oberen Geschoss entsteht eine Mensa für die Grundschüler, im Untergeschoss gibt es bereits eine Kinderkrippe, die nun um eine Gruppe erweitert wird.
Der westliche Teil der Untermünkheimer Weinbrennerhalle wird zum Kinderhaus: Im oberen Geschoss entsteht eine Mensa für die Grundschüler, im Untergeschoss gibt es bereits eine Kinderkrippe, die nun um eine Gruppe erweitert wird. © Foto: Oliver Färber
Untermünkheim / Oliver Färber 12.06.2018
Untermünkheim erlebt derzeit eine Bevölkerungsexplosion: Gerade ist die eine neue Kinderkrippengruppe fertig, da muss schon die nächste eröffnet werden.

Einfach ist es für Kommunen nicht, gesetzliche Vorgaben sofort zu erfüllen. So muss es für Kinder ab dem ersten Lebensjahr nach Anmeldung innerhalb eines halben Jahres einen freien Krippenplatz in der Heimatkommune geben. Für Untermünkheim bedeutet das im Moment Baumaßnahmen am laufenden Band. Denn die Gemeinde wächst im Moment stark – vor allem wegen der Neubaugebiete, in die auch Paare mit Kindern ziehen oder solche, die bald Kinder bekommen. Auch Einheimische erwarten in der kommenden Zeit Nachwuchs.

Die Krux, was die Planung der Kindergartenplätze angeht, formuliert Fachplaner Lorenz Kraft in der jüngsten Gemeinderatssitzung so: „Wir müssen eigentlich jetzt mit den Arbeiten für weitere Kindergartenkinder beginnen, die noch gar nicht geboren wurden.“ Vor dem Jahreswechsel war der Architekt letztmals wegen dieses Themas da. Seitdem ist die ehemalige Pächterwohnung der leer stehenden Kochertalgaststätte im Untergeschoss der Weinbrennerhalle zu einer weiteren Krippengruppe umgebaut worden. Man dachte, damit ausreichend vorgesorgt zu haben.

Doch die Bevölkerungsexplosion der Kommune, die vor Kurzem die 3000-Einwohner-Marke geknackt hat, macht alles anders. Um Synergien zu nutzen, soll nun der Gymnastikraum direkt neben der neu errichteten Gruppe für unter Dreijährige für weitere Kinder in diesem Alter umgestaltet werden. Um die sportlichen Aktivitäten weiter innerhalb des Gebäudes zu konzentrieren, soll der Gymnastikraum nur ein Zimmer weiterziehen. Dort befindet sich derzeit die Schülküche, die dafür künftig im ehemaligen Physiksaal im Grundschulgebäude eingerichtet wird.

Ab Dezember wird’s schwierig

Gemeindemitarbeiterin Linda Bosin hatte die Bedarfsermittlung für Kindergartenplätze anhand der Geburtenzahlen zusammengestellt, was einmal im Jahr vorgeschrieben ist. 30 Krippenplätze biete die Kommune derzeit an. „Aber ab Dezember 2018 haben wir schon große Probleme“, erklärt sie den Gemeinderäten. Denn anders als bei den über Dreijährigen dürfe bei den Jüngeren die Gruppe nicht überbelegt werden.

„Wir müssen da tätig werden“, stellt Bürgermeister Christoph Maschke klar. Dazu müssten die Potenziale in den Raumreserven genutzt werden. Kraft geht auf die Details des notwendigen Umbaus im Untergeschoss der Weinbrennerhalle genauer ein. Ein abgetrennter Schlafraum und eine Wickelmöglichkeit sollen im ehemaligen Sportraum neben dem Gruppenbereich unterkommen. Auch ein kleiner Besprechungsraum ist geplant.

Kraft veranschlagt die dafür notwendigen Kosten auf etwa 93.000 Euro. Weitere rund 15.000 Euro kommen hinzu, um die Lehrküche zum Gymnastikraum umzubauen. Finanziert werden soll das laut Kämmerer Daniel Sommer mit einem Landeszuschuss und circa 30.000 Euro aus Eigenmitteln.

„Aber was ist, wenn so viele Krippenkinder kommen und der Raum dann auch gleich voll ist?“, will Gemeinderat Peter Buch wissen. Kraft empfiehlt, dann für den Gymnastikraum eine Alternative zu finden. Man verbaue sich dafür auch nichts, weil der Boden in dem Sportraum dann auch für eine Kleinkindgruppe genutzt werden könne.

Schwierigkeiten bei Planung

Ob das allerdings notwendig werde, könne jetzt noch niemand sagen. „Da ginge es dann um die Kinder, die ab September 2019 die Krippe besuchen“, so der Architekt. Diese seien ja selbst bei den Eltern jetzt noch nicht in Planung. „Aber wir sollten eventuell das jetzt auch schon etwas berücksichtigen“, meint Kraft. Ganz genau seien die Ideen jetzt noch nicht gefragt – zum Beispiel, ob es eine dritte Gruppe oder wohnortnahe Satelliten geben werde.

Gemeinderäten, die wegen des großzügigeren Raumangebots lieber die Schulküche an ihrem Platz gelassen hätten, muss er sagen, dass er andere Lösungen nicht parat habe. „Die Krippe drückt uns jetzt gerade und ist eine Pflichtaufgabe“, stellt er klar. Eine Schulküche gehöre dazu bei einer Grundschule nicht. Die Gemeinderäte segnen den Plan einstimmig ab.

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