Schwäbisch Hall Messe: Unglaublich breites Angebot für Azubis

Schwäbisch Hall / Jochen Korte 11.06.2018
Bei der 13. Auflage der Messe für Ausbildungsplätze werben mehr als 130 Firmen um künftige Fachkräfte. Die Zeiten für die Lehrstellenwahl scheinen rosig zu sein.

Firmen, die um Auszubildende geradezu buhlen, teilweise übertarifliche Entgelte zahlen, den Nachwuchs fördern und bei Laune halten: Die jetzigen Zeiten scheinen für Azubis rosig zu sein. Doch eines ist auch klar: Die geforderte Leistung muss erbracht werden. Auch das wird bei der 13. Jobbörse am Samstag in Steinbach deutlich.

Die 13 ist in diesem Fall keine Unglückszahl. 130 Aussteller, mehr als je zuvor, sind vertreten, um sich Nachwuchskräfte zu sichern. Selbst Lidl, Bundeswehr, Finanzamt, Polizei, Rentenversicherung, diverse Dienstleister, die Bäuerliche Erzeugergemeinschaft und natürlich auch Handwerksbetriebe, Innungen, das Hotelgewerbe, Verpackungsmaschinenbauer, Autohäuser, Logistiker und etliche andere Branchen sind dabei. Die Jobbörse ist eine der größten ihrer Art in der Region. Wer dort nicht fündig wird, der muss schon einen ganz speziellen Traumberuf haben.

Eberhard Spies, Vorstandsvorsitzender der VR-Bank Schwäbisch Hall-Crailsheim, erinnert an seine Bewerbungsschreiben, die er im Adler-Such-System auf einer alten Schreibmaschine getippt hat. „Hört auch auf die Ratschläge der Eltern“, gab er dem Nachwuchs mit auf den Weg. Auch wenn sich das altmodisch anhören würde, aber deren Tipps könnten bei der „wichtigen Entscheidung für das Leben“ hilfreich ein.

Eigene Vorstellungen umsetzen

Der Schwäbisch Haller OB Hermann-Josef Pelgrim verdeutlicht, dass im Raum zwischen Öhringen und Crailsheim, Bad Mergentheim und Gaildorf Jahr für Jahr 5000 Nachwuchskräfte gebraucht würden, wenn der Status quo gehalten werden solle. In Hall mit 30 000 Beschäftigten gingen jährlich 750 Arbeitnehmer in Rente. Geboren würden etwa 400 Menschen. Davon bleibe später etwa nur die Hälfte vor Ort, andere studierten oder zögen weg. Die jetzige Situation biete Auszubildenden gute Chancen, eigene Vorstellungen umzusetzen.

Die angesprochenen jungen Menschen nutzen die Möglichkeiten, sich umfassend zu informieren. Kaltrina Nikqi, ihre Schwester Lendita und Franziska Frank aus der Nähe von Gaildorf lassen sich von Maximilian Pöschl am Stand von Hotel Hohenlohe erst einmal mit einem Frozen Joghurt erfrischen. Sie sind aber eher an einer kaufmännischen Ausbildung interessiert.

Am Stand der Spedition Schmitt aus Vellberg werden händeringend Kraftfahrer und Logistiker gesucht. Den Führerschein bezahlt die Firma, versichert Personalchef Simon Stutz.

Der afghanische Flüchtling Ebrahim Ebrahimi (19) aus Hessental hat schon knapp zehn Bewerbungen abgeschickt, doch nur Absagen erhalten. Er möchte gern Maschinenführer oder Industriemechaniker werden und hofft, dass es nach einem Praktikum in einer Gaildorfer Firma klappt.

Mit seinem Vater Dieter und seiner Schwester Elena ist Joschua Rummler (14) aus Geifertshofen auf der Suche nach einer Praktikumsstelle als Mechatroniker. „Es ist eine gute Plattform. Die Firmen zeigen reges Interesse und geben wichtige Informationen“, sagt der Vater. Der Realschüler Joschua nickt zustimmend. Beide sind zuversichtlich, fündig zu werden.

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