Schwäbisch Hall Umstrittene Band: "Krawallbrüder" spielen im Stage - Gegner fordern Konzertabsage

Die Band "Krawallbrüder" kommt am Samstag nach Hall. Privatfoto
Die Band "Krawallbrüder" kommt am Samstag nach Hall. Privatfoto
Schwäbisch Hall / THUMILAN SELVAKUMARAN 11.03.2015
Der Auftritt der Band "Krawallbrüder" am Samstag im Stage Club sorgt in der Haller Szene für Aufregung: Der Vorwurf: Die Band kooperiere mit Neonazis.

Die Band aus dem Saarland sei der musikalischen Grauzone zuzuordnen, schreibt etwa die Hallerin Sonja Nijström in einem Brief. Aufgrund ihrer Liedtexte ließen sich Grauzonenbands nicht klar dem rechten Spektrum zuordnen, da diese keine rassistischen Äußerungen, NS-Glorifizierungen oder ähnliches beinhalten. "Diese Bands stellen sich selbst gerne als unpolitisch dar. Doch die Übergänge von unpolitisch zu patriotisch und zu nationalistisch bis hin zu offen rechtsextrem sind in der Grauzone fließend."

Die "Krawallbrüder" hätten auf Festivals neben rassistischen Bands gespielt. Auf der Homepage würden CDs von Gruppen vertrieben, die fremdenfeindliche Inhalte hätten. Rechte Gruppen und Parteien nutzten die Lieder. Bei der Band handle es sich um einen Türöffner in die Szene, schreibt Nijström. Sie fordert die Absage des Konzerts. Daran beteiligt sich eine weitere Leserin, die unerkannt bleiben möchte. Sie spricht von "regelmäßig stattfindenden Böhse-Onkelz- und Frei-Wild-Partys mit ohnehin schon zwielichtigem, zum Teil eindeutig rechtem Stammpublikum im Stage Club".

Von diesen Aussagen distanzieren sich die beiden Betreiber des Liveclubs im Haller Westen. "Wir decken musikalisch alle Bereiche ab, von Punk über Rockabilly bis Metal", sagt Sven Zaklikowski, der selbst jüdisch-polnische Vorfahren habe.

Im konkreten Fall hätten die Veranstalter vor der Buchung der Band CDs durchgehört und mit anderen Veranstaltern gesprochen. "Es gibt keine fremdenfeindlichen Inhalte." Vertraglich seien derartige Äußerungen beim Auftritt untersagt. "Da würden wir sofort den Stecker ziehen", teilt Zaklikowski mit. Der Club distanziere sich von jeglicher Art von Extremismus - egal ob von links oder rechts. Onkel Martin Zaklikowski ergänzt: "Wir haben zehn Securitys, die immer den Auftrag haben, Gäste mit szenetypischer Kleidung an der Tür abzuweisen."

Über die "Krawallbrüder" selbst wird in etlichen Foren im Internet diskutiert: Sind die Musiker rechts angehaucht? Haben sie Kontakte in die Szene? Die Band erklärt auf ihrer Facebook-Seite: "Wir sind gegen Rassismus, Faschismus und extremen Fanatismus egal welcher Art. Wir distanzieren uns immer wieder ausdrücklich davon. . . da niemand von uns und / oder unserer Crew auch nur ansatzweise ein solches Gedankengut für gut heißen kann."

Das reicht Nijström und ihren Mitstreitern nicht: "Dass diese Band in Schwäbisch Hall auftreten soll, macht mich wütend und sehr betroffen."

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel