Schwäbisch Hall Jakobimarkt: Mit Fahrgeschäft vom Oktoberfest

Timo Zöllner (37) aus Öhringen baut seinen Break-Dance auf. Er kommt schon seit rund 20 Jahren nach Schwäbisch Hall. Er schickt die Fahrgäste im Musik-Express auf eine rasante Fahrt.
Timo Zöllner (37) aus Öhringen baut seinen Break-Dance auf. Er kommt schon seit rund 20 Jahren nach Schwäbisch Hall. Er schickt die Fahrgäste im Musik-Express auf eine rasante Fahrt. © Foto: ff
Schwäbisch Hall / Tobias Würth 19.07.2018
Die Schausteller liegen beim Aufbau gut im Zeitplan. Am Freitag wird um 16 Uhr der Rummelplatz eröffnet. Die Maß Bier kostet 9,20 Euro.

Es riecht nach Popcorn auf der Kocherwiese bei Steinbach. Eine Mitarbeiterin räumt beim Schlemmer-Grill Porzellanteller ein, eine Frau wischt den Verkaufstisch des Crêpes-Stand ab, ein riesiger Wohnwagen mit ausfahrbaren Räumen wird platziert. Christian Papert (40), Sohn des Festbetreibers Jürgen Papert (63) steigt aus. „100 Tage im Jahr leben wir darin“, berichtet der studierte Betriebswirt, der zusammen mit seiner Schwester Désirée (33) die Geschäfte vom Vater nach und  nach übernimmt.

Rasante  Höhenflüge

„Es wird ein Mix aus Altbewährtem und Neuem geben“, berichtet der Mann aus Bechhofen im Kreis Ansbach. „Mit dem Cyber-Space kommt ein Überkopf-Fahrgeschäft nach Hall, das bereits auf dem Münchner  Oktoberfest mit dabei war.“ Ebenfalls ein Höhepunkt in Sachen Hochgefühl, oder ein Tiefpunkt bei Fahrgästen mit schwachem Magen, könnte „The King XXL“ werden. Bei diesem Fahrgeschäft werden die Mutigen kopfüber in den Nachthimmel katapultiert und dabei noch einmal rumgedreht. Auch die Fahrt im Musik-Express verspricht dank einer weiteren Drehbewegung der Gondeln in diesem Jahr besonders aufregend zu werden.

Der Jakobimarkt 2018 wird also rasanter als in den Vorjahren. Doch auch für Entspannung bei Essen und Trinken sei gesorgt, versichert der Festwirt. So würde in der „Ruhezone“ der vom Haller Weihnachtsmarkt bekannte Karl-Heinz Müller aus Nürnberg seine Würste anbieten. Wer eine Maß Bier genießen will, muss in diesem Jahr 30 Cent mehr berappen als 2017. „9,20 Euro inklusive Mehrwertsteuer und Bedienung wird der Liter Bier kosten“, sagt Christian Papert. „Alles wird teurer“, begründet der Junior-Chef. Damit sei das Löwenbräu Bier immerhin günstiger als das bayerische Pendant beim Oktoberfest mit 11,50 Euro oder das Bier auf dem Stuttgarter Frühlingsfest mit 10,30 Euro.

„Den Einnahmen stehen die hohen Kosten gegenüber“, erläutert der Betriebswirt. 50 Lkw-Fahrten seien nötig, um Zelt und Wohnwagen nach Hall zu transportieren. Der Zeltaufbau-Trupp besteht aus 30 Personen. Während des Festbetriebs stehen 100 Mitarbeiter in Lohn und Brot (die Betreiber der Fahrgeschäfte nicht eingerechnet).

Lauter Abbau unvermeidbar

Um Leerlauf zu vermeiden, werde das Festzelt nach dem Abbau des einen Festes sogleich wieder aufgebaut. Daher steht es in Schwäbisch Hall schon vier Wochen unbenutzt. Zum Leidwesen mancher Anwohner in Steinbach folgt auf die vier Musiknächte nahtlos das laute Abbauen der Bierbänke. An diesem Ablauf sei nicht zu rütteln, betont Seniorchef Jürgen Papert. „Die Bedienungen entsorgen die Biergarnituren, sonst kann man morgens nicht putzen und anschließend nicht abbauen.“

Doch bis es soweit ist, können Tausende Haller  beim größten und mit über 800 Jahren zugleich ältesten Fest der Stadt nicht nur den Vergnügungspark besuchen, sondern auch den Krämermarkt auf dem Haalplatz und die Angebote beim verkaufsoffenen Sonntag (siehe Info).

Programm an vier Tagen

Der Festbetrieb auf der Kocherwiese beginnt am Freitag um 16 Uhr. Nachts erstrahlt das Höhenfeuerwerk. Der Krämermarkt mit 120 Ständen öffnet am Samstag, 9 Uhr, auf dem Haalplatz. In der Gelbinger Gasse wird ein Trödelmarkt angeboten. Die Händler verkaufen ihre Waren auch am Sonntag von 11 bis 18 Uhr. Dann sind auch viele Geschäfte beim Verkaufssonntag und der Vergnügungspark geöffnet. Auch am Montag, von 9 bis 18 Uhr, öffnen Krämermarkt und Festwiese.

Ein Bus-Shuttle zum Festgelände wird am Wochenende eingerichtet. Die Route Grün startet vom Schulzentrum/West, die Route Blau von Gottwollshausen mit Halt im Teurershof und die Route Rot fährt vom ZOB über die Kreuzäcker und Hessental zum Jakobimarkt. Tagesticket: 3 Euro.

Weitere Infos zu den Bands stehen heute auf unserer Szene-Seite. Zudem erscheinen morgen Sonderseiten mit dem Programmablauf und praktischen Informationen.

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