Natur Über Knautien, Hotels und Nisthilfen

Volker Mauss und Paul Wörner vor einer Infotafel.
Volker Mauss und Paul Wörner vor einer Infotafel. © Foto: Privatfoto
SWP 14.03.2017
Im Michelbacher Schloss dreht sich an einem Abend alles um Wildbienen.

Wie viele Bienenarten gibt es? Welche Blütenpflanzen mit dem richtigen Nahrungsangebot locken welche Biene an? Wie sieht die passende Nisthilfe aus? Welche Art verbirgt sich hinter der Wildbiene 2017? Diese Fragen zu Wildbienen standen im Mittelpunkt der vierten Veranstaltung in der Reihe „Michelbacher Schlossforum“ des Evangelischen Schulzentrums. Der Biologe Volker Mauss hatte den Abend initiiert, viele Besucher kamen in den Andachtsraum des Schlosses.

Bienenspezialist Rainer Prosi referierte über die Lebensweise von Wildbienen am Beispiel ausgewählter Arten aus verschiedenen Lebensräumen. So war zu erfahren, dass es in Deutschland 550 Wildbienenarten gibt, die im Gegensatz zur populären Honigbiene überwiegend nicht in Staaten leben. Die Hälfte der Arten sei auf eine Pflanzenfamilie spezialisiert, so Prosi. Deshalb sei es so wichtig, eine Pflanzenvielfalt anzubieten, auch schon im eigenen Garten.

Wie Wildbienen Unterstützung finden können, zeigte der Michelbacher Oberstufenschüler Paul Wörner. Er verwies in seinem Referat auf die Vorzüge von sinnvoll angefertigten Nisthilfen für solitär lebende Arten. Bedauerlicherweise brächten aber ein Großteil der Nisthilfen, die man käuflich erwerben könne, nicht den erwünschten Nutzen, da sie wegen ungeeigneter Bauweisen und Materialien unbrauchbar seien. Wer den Wildbienen in Bezug auf das Nisten etwas Gutes tun will, erfuhr vom angehenden Abiturienten wertvolle Tipps rund um die Materialien und die richtige Gestaltung eines „Wildbienenhotels“.

Nach der Pause stellte Volker Mauss die Wildbiene des Jahres 2017 vor. Es ist die Knautien-Sandbiene, die auf Pollen der Wiesen-Knautie spezialisiert und daher auf blütenreiche Flachland-Mähwiesen als Lebensraum angewiesen ist. Durch die Intensivierung der Grünlandnutzung ist die Art bundesweit in ihrem Bestand gefährdet, wurde im Landkreis Schwäbisch Hall bisher aber immerhin an 30 Fundorten festgestellt, einige davon befanden sich auch in der Umgebung von Michelbach. Die blütenreichen Mähwiesen bleiben nur erhalten, wenn ihre extensive Nutzung fortgeführt wird.