Keine Frage, es war im positiven Sinne ein elitärer Kreis, der  sich im Deutschen Automuseum im Schloss Langenburg zum ersten Symposium in dieser Form zusammengefunden hatte.  Vertreter von 140 Lieferanten hatten die Einladung des Unternehmensnetzwerkes Nexel angenommen,  um über aktuelle Entwicklungen im Maschinenbau zu diskutieren und sich dabei auch besser kennenzulernen.

„In der immer vernetzteren und durchgehend digitalisierten Welt, hat ein Unternehmen als Einzelkämpfer kaum Überlebenschancen“, verdeutlichte der Geschäftsführende Gesellschafter von Optima in Schwäbisch Hall, Hans Bühler, die Hintergründe für eine verstärkte Zusammenarbeit: „Die technologischen wie strukturellen Herausforderungen sind so groß, dass sie letztlich nur im Verbund zu meistern sind.“

So erläuterte Jens Wiesener vom Bundesamt für Sicherheit und Informationstechnik, welchen erheblichen Gefährdungen gerade Industrie- und Maschinenanlagen durch die moderne Kommunikationstechnik ausgesetzt sind. Silke Besser, von der deutsch-chinesischen Wirtschaftsvereinigung, lenkte den Blick darauf, mit welcher Wucht China auf die internationalen Märkte drängt und dabei zunehmend als Konkurrent bei High-End-Produkten auftritt.

Ralf Schubert verdeutlichte am Beispiel einer schaltschranklosen Verpackungsmaschine, welche enormen Veränderungen sich durch die Digitalisierung ergeben. Der geschäftsführende Gesellschafter der Schubert Group  war zum Start des Symposiums ganz begeistert. „Ich kann mich nicht erinnern  an einem Symposium mit soviel Kompetenz teilgenommen zu haben.“ Etwas breiter behandelte Prof. Thomas Pospiech von der Hochschule Heilbronn den technischen Wandel. Der Wissenschaftler   stellte anschaulich dar, wie sehr die Robotik den Maschinenbau bestimmt und bestimmen wird. Die vier ausgesuchten Vorträge waren nur Teilaspekte in der Gesamtzielrichtung der Veranstaltung. „Um qualitativ im Wettbewerb bestehen zu können, sind wir Maschinenbauer auf erstklassige Zulieferer angewiesen“, erklärt  Rolf Bühler, „denn gerade auch die Entwicklung von neuen Maschinenkonzepten setzt eine intensive Zusammenarbeit voraus.“ Die Mitgliedschaft im Lieferanten-Netzwerk Nexel soll deshalb perspektivisch auch so etwas wie der Ritterschlag für die jeweiligen Unternehmen sein. Ein Markenzeichen für höchste Leistungsfähigkeit. Hintergrund: Die zunehmende Internationalisierung und Digitalisierung verlangt von mittelständischen Maschinen- und Anlagenbauern strategische Entscheidungen. Die intensive Kooperation untereinander und mit Lieferanten ist in diesem Zusammenhang eine ganz wichtige Entscheidung. Das Teilen von Wissen und das Bündeln von Know-how zwischen den Partnern und zwischen Partnern und Lieferanten, sind integraler Bestandteil der langfristigen Beschaffungspolitik der Maschinen- und Anlagenbauer. Nexel besteht zur Zeit aus sieben Maschinen- und Anlagenbauern und den von deren bevorzugten Lieferanten. Im Netzwerk werden Projekte für Management, Einkauf, Konstruktion, Marketing und Produktion gemanagt. Ralph Schubert: „Für den Markterfolg sind die Netzwerke einfach überlebenswichtig. Ohne enge Zusammenarbeit, etwa im Bereich der IT, laufen wir als Maschinenbauer Gefahr von Softwarefirmen aus dem Markt gedrängt zu werden.

Verbindung mit höchsten Ansprüchen


Das Netzwerk Nexel ist Teil des Pools für industrielle Kooperation „Qesar“. Dieser wurde im Jahr  2002 von sechs Firmen darunter Illig Maschinenbau in Heilbronn, Optima in Schwäbisch Hall, der Rommelag Unternehmensgruppe in Sulzbach-Laufen und der Gerhard Schubert GmbH in Crailsheim gegründet.

Wandel Ursprünglich  war die Verbindung eine Art Einkaufskontor, um den Maschinenbauern bessere Konditionen am Markt zu eröffnen. Heute gehören dem Netzwerk  insgesamt 26 inhabergeführte  Firmen an, die über 12 500 Mitarbeiter beschäftigen.

Ausbau Das Symposium war die Kick-off-Veranstaltung, um nun auch die Lieferanten unter dem Dach von Qesar in Form eines eigenständigen Netzwerkes einzubinden.