Schwäbisch Hall Theaterpädagoge Otto Seitz hilft Flüchtlingen mit der Sprache von Goethe und Schiller

Schwäbisch Hall / SWP 11.12.2015
Otto Seitz hat auf Einladung des Freundeskreis Afrika mit Flüchtlingen aus Syrien und Gambia gearbeitet. Mit dem Konzept "Deutsch durch Theater" hat er einen neuen Ansatz zur Vermittlung von Sprache.

Seit mehr als 25 Jahren wendet Otto Seitz, Diplompädagoge für Spiel und Theater, das Konzept "Deutsch durch Theater" an, berichtet der Freundeskreis Afrika. Als langjähriger Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft Theaterpädagogik haben er und seine Mitstreiter mehr als 3000 Pädagogen in dieser Methodik geschult. Auch in Schwäbisch Hall hat Seitz Theaterpädagogen ausgebildet. Im Januar beginnt ein neues Ausbildungsjahr in Schwäbisch Hall.

Das Prinzip von "Deutsch durch Theater" ist einfach: Sprache soll nicht nur auf der Grundlage von Lehrbüchern vermittelt, sondern spielerisch erlernt werden. Seitz selbst hatte den Ansatz bei einem Urlaub in England kennengelernt. "Im Prinzip geht es darum, die beiden Gehirnhälften durch Aktivitäten miteinander zu verbinden und alle Sinne in das Lernen einzubinden", gibt Seitz seine Methodik wieder.

Bei den Afrika-Tagen hat Seitz nun auch in der Kunsthalle Würth diese Methode mit 10 Flüchtlingen und fünf Mitstreitern angewandt. "Wir haben zum Beispiel den Vornamen mit einer Eigenschaft verknüpft, die mit dem gleichen Buchstaben beginnen sollte", erklärt Seitz. Die Vorstellungsrunde ist mit dem "Kofferspiel" verknüpft worden.

Neben der Auflockerung der Atmosphäre geht es dem Pädagogen um die Bewegung, die dazu verhilft, dass sich Begriffe besser einprägen. Hierzu bietet die "Klopfmassage" für einzelne Körperteile, die dann benannt werden, einen guten Ansatzpunkt.

Wörter werden mit Bewegung besser im Kopf behalten

Weitere gemeinsame Themen waren Familie, die Merkmale des Einzelnen sowie individuelle Wünsche und Vorstellungen. "Später kamen kleine Szenen mit vier oder fünf Sätzen hinzu", berichtet Seitz. Dabei wurden die Rollen immer wieder getauscht. Letztlich bietet die körperliche Sprache, wie sie im Theaterspiel zum Ausdruck kommt, nach Überzeugung von Seitz die Grundlage für das Verbalisieren.

"Die fünf Kurstage gingen wie im Fluge vorüber, Freundschaften wurden geschlossen und mit viel Spaß und Engagement Deutsch gelernt", heißt es im Bericht des Vereins. Silvia Ofori, Vorsitzende des Freundeskreises Afrika, hofft, dass dieser Kurs für die Zukunft Wurzeln schlägt und Früchte tragen wird. Die Regionalpromoterin Heide Oechslen hat den Kurs im Rahmen des Eine-Welt-Promotorprogramms unterstützt.

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