Notfall Technisches Hilfswerk probt den Ernstfall

Das Team des Technischen Hilfswerkes Schwäbisch Hall zieht die Stoffpuppe in einem Rettungskorb mitsamt einem Helfer nach oben. Ein Mann wartet unten, er ist der Nächste.
Das Team des Technischen Hilfswerkes Schwäbisch Hall zieht die Stoffpuppe in einem Rettungskorb mitsamt einem Helfer nach oben. Ein Mann wartet unten, er ist der Nächste. © Foto: Thomas Müller
Schwäbisch Hall / Thomas Müller und Raphael Noe 27.07.2018
Das Technisch Hilfswerk Schwäbisch Hall übt mit Stoffpuppen das Retten von zwei abgestürzten Personen aus einem 25 tiefen Abgrund.

Als sich mit einem leisen Klicken der Karabinerhaken am Abseilgerät schließt, heißt es für den Helfer des Technischen Hilfswerks (THW) Schwäbisch Hall noch einmal tief durchatmen. Es kostet etwas Überwindung, den ersten Schritt in die Leere zu machen und darauf zu vertrauen, dass die Kameraden am Ende des Seiles alles im Griff haben.

Auch wenn mehrere Sicherungen in das Abseilsystem eingebaut sind, so sind es doch die Kameraden, welche das Führungsseil und somit auch die Verantwortung in den Händen halten. Wenige Augenblicke später steht der Helfer waagerecht an der 25 Meter hohen Felswand und gibt das Zeichen, dass alles in Ordnung ist. Schritt um Schritt geht es an der Felswand hinunter. Immer wieder bröckeln lose Steine von der Wand ab.

Unwegsames Gelände, wild wachsende Bäume und große Felsbrocken stellen sich dem Erkundungsteam entgegen. Die Truppe befindet sich in einem Steinbruch in Hessental und übt die Rettung zweier abgestürzter Personen, die durch zwei Stoffpuppen dargestellt werden. Der Einsatzleiter, welcher von oben alles beobachtet, koordiniert die Einsatzkräfte.

Schon finden die Männer die beiden Verletzten. Eine Rettung kann aufgrund der örtlichen Gegebenheiten allerdings nur auf dem gleichen Weg erfolgen, wie die Helfer zu ihnen hinabgekommen sind. Die Helfer fordern über Funk einen Rettungskorb an, um die beiden Personen liegend transportieren zu können.

Schwieriges Abseilen

Das Abseilen geschieht über einen Ausleger, um mit dem Rettungskorb an der Felskante vorbeizukommen. Diesen haben die Helfer der THW-Bergungsgruppe aus Teilen des Einsatz-Gerüst-Systems errichtet. Um das Hochziehen mit einem Flaschenzugeffekt zu erleichtern, wurde eine Seilrolle in das Abseilsystem eingebaut. Auf schweres Gerät, wie etwa die Seilwinde des Gerätekraftwagens, kann an der Einsatzstelle nicht zurückgegriffen werden. Sämtliche Einsatzmittel musste die Truppe zuvor 300 Meter zu Fuß durch den Wald an den Felsvorsprung transportieren.

Zügig wird die erste Person zum Transport vorbereitet und mit Gurten im hinabgelassenen Rettungskorb gesichert. Mit vereinten Kräften ziehen die Rettungskräfte den Rettungskorb samt betreuendem Helfer an der Felskante herauf. Auch der zweite Verletzte kann auf die gleiche Weise gerettet werden. Danach können auch die restlichen zwei Helfer hochgeholt werden. Anschließend beginnt der Rückbau der Ausstattung. Als das Team die letzten Teile wieder auf den Einsatzfahrzeugen verlädt, bricht bereits die Dämmerung herein.

Nach zwei Stunden ist die Einsatzübung des THW Schwäbisch Hall in Hessental beendet und sämtliche Fahrzeuge und Ausstattung stehen wieder einsatzbereit in der Unterkunft.

Info Die Autoren Raphael Noe und Thomas Müller sind Mitglieder im Technischen Hilfswerk.

666

Info Text

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel