Schwäbisch Hall Porträt: Freiwilligendienste helfen bei Berufswahl

Drei Jahre lang dauert für Tim Paxian die Ausbildung zum Erzieher. Viel Zeit verbringt er dabei im Kindergarten Pfiffikus in Hessental. Am 17. September geht für ihn dann auch der theoretische Teil in der Fachschule los. 
Drei Jahre lang dauert für Tim Paxian die Ausbildung zum Erzieher. Viel Zeit verbringt er dabei im Kindergarten Pfiffikus in Hessental. Am 17. September geht für ihn dann auch der theoretische Teil in der Fachschule los.  © Foto: Nina Woelk
Schwäbisch Hall / Nina Woelk 12.09.2018
Tim Paxian macht eine Praxisintegrierte Ausbildung im Kindergarten Pfiffikus in Hessental. Nach einem Freiwilligenjahr und einem halben Jahr Bundesfreiwilligendienst ist er sich seiner Berufswahl sicher.

Im Kindergartenalltag ist Tim Paxian in seinem Element. Die Kinder wuseln umher, es ist Vesperzeit. Der Auszubildende hat erst Anfang dieses Monats offiziell begonnen.

Auf die Frage, wie er denn auf den Beruf Kindergärtner kam, antwortet er: „Durch Praktika und Jugendarbeit. Ich hatte noch eine Ausbildung als Außenhandelskaufmann angefangen, aber nach zwei Monaten abgebrochen. Das war einfach nichts für mich.“ Und so machte er ein zweimonatiges Praktikum im Kindergarten Pfiffikus. „Ich hätte am Anfang nicht gedacht, dass ich mal in diesem Bereich arbeiten will“, gesteht Tim Paxian. „Als Kind wollte ich immer Profifußballer werden“, lacht er.

Ständiger Wechsel

Das Besondere an seiner Ausbildung ist die Mischung aus Theorie und Praxis. „In den drei Jahren Ausbildung werde ich zwei bis drei Tage der Woche in der Fachschule sein und zwei bis drei Tage in der Einrichtung“, berichtet Tim Paxian. Das nennt sich „PiA“, eine praxisintegrierte Ausbildung. Mithilfe des Schulsystems kann er Gelerntes gleich im Berufsalltag umsetzen und umgekehrt. Ein ständiger Wechsel, der dazu beiträgt, die Erfahrungen und das Wissen schneller zu verknüpfen. „Rund zehn Auszubildende machen in diesem Jahr in Schwäbsich Hall mit“, erzählt er. „Ich bin froh, dass es diese Möglichkeit gibt. Die Idee wird in der Zukunft bestimmt einmal die Regel werden.“

Auch der Kindergarten Pfiffikus ist besonders. Er ist mit bis zu 120 möglichen Plätzen der größte in Schwäbisch Hall. Außerdem wird ein etwas anderes Modell verfolgt. Das Infans-Konzept ermöglicht den Kindern, ihren Interessen zu folgen.

Eigene Entscheidungen

Tim Paxian erklärt das genauer: „Sie können frei entscheiden, ob sie malen, bauen oder etwas basteln möchten. Es ist ihre Entscheidung. Über eine Magnetwand weiß jeder Mitarbeiter, wo die Kinder gerade sind.“ Auch die gute Beziehung zu seinen Kollegen und Kolleginnen schätzt er sehr. „Ich habe mich vom ersten Tag an hier wohlgefühlt.“

Dass, wie Tim Paxian, Männer Erzieher werden wollen, ist keine Seltenheit mehr. „Dass es immer noch mehr Frauen als Männer sind, liegt an der Gesellschaft“, kritisiert er. „Da ist noch das Bild einer weiblichen Erzieherin vertreten, aber auch das Vorurteil, wir würden mit den Kindern nur spielen. Da steckt eigentlich viel mehr dahinter.“ Er findet wichtig, dass es sowohl männliche, als auch weibliche Erzieher gibt. „Jeder hat seine Stärken und Schwächen und man kann sich ergänzen.“

Anderen etwas mitgeben

„Geschwister habe ich keine. Der soziale Aspekt wurde mir als Kind im Verein mitgegeben.“ Dort seien Hilfsbereitschaft, Team­arbeit und offener Umgang immer präsent. Tim Paxian kommt durch seine offene und hilfsbereite Art sowohl bei den Kindern als auch bei den Erwachsenen gut an. „Ich will ein Vorbild sein, den Kleinen etwas beibringen und ihnen helfen zu lernen“, verrät er. In weniger als einer Woche beginnt für den angehenden Erzieher auch der theoretische Teil. Vor ihm liegen dann drei Jahre mit Lernen, Spaß und Action.

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