Michelfeld / Oliver Färber  Uhr
In Michelfeld treten über 300 Teilnehmer aus den Jugendfeuerwehren im Haller Land zum Leistungsmarsch an. An 15 Stationen sammeln sie Punkte.

Schreie gellen am Samstagvormittag vom Reisigsammelplatz bei Michelfeld über die Rote Steige. „Auf geht’s, hopp hopp“, so sind die Anfeuerungsrufe weit zu hören. Die Gesichter der Kinder und Jugendlichen, die gerade dort eine schwere Aufgabe erfüllen, sind verzerrt. Sieben Mitglieder der Jugendfeuerwehr geben alles, ziehen mit aller Kraft am langen Seil. Am anderen Ende steht ein großer roter Unimog. Noch steht das Sieben-Tonnen-Einsatzfahrzeug trotzdem still.

Langsam, ganz langsam beginnen sich die Räder mit den grobstolligen Reifen zu drehen, schaffen es die jungen Wettkämpfer, die Masse in Bewegung zu setzen. Jetzt, wo das Löschfahrzeug ohnehin schon rollt, ist die Aufgabe einfacher. Es gilt aber immer noch weiter, das Vehikel auch zu beschleunigen.

Schließlich läuft die Zeit. Und je nachdem, wie viel die Gruppe dafür benötigt, dass das Hinterrad des Unimogs die Linie auf dem Boden überquert, gibt es entsprechend Punkte. Und nur, wer die meisten hat, wird am Ende Sieger des Leistungsmarsches 2019 der Jugendfeuerwehren im Landkreis Hall werden.

Jugendfeuerwehr Leistungsmarsch der Jugendfeuerwehren

Gastgeber ist in diesem Jahr die Michelfelder Jugendfeuerwehr. Sie feiert 30. Geburtstag – mit über 300 Gästen. Das bedeutet so manchen Aufwand. Der Michelfelder Jugendwart und sein Team haben sich 15 Spielstationen ausgedacht, gebastelt, organisiert und aufgebaut – und betreuen sie auch. An manchen ist Stärke und Teamgeist gefragt, wie beim Uni­mogziehen, an anderen geht es um Geschick oder Fitness. Für Gehfaule ist der Leistungsmarsch, wie schon sein Name sagt, allerdings nichts: Am Vormittag sind rund 3,5 Kilometer zwischen acht Stationen zu bewältigen, nach der Stärkung beim Mittagessen weitere drei Kilometer zu den folgenden sieben Prüfungen.

Ein exotischer Vogel hat auf einem Dach in Michelfeld einen Zwischenstopp eingelegt.

Aber die Jugendgruppen sind gut ausgestattet – nicht nur mit gutem Schuhwerk, sondern meist auch mit Rucksäcken oder Bollerwagen, in denen allerlei Utensilien oder Getränke mitgeführt werden. Neben den Jugendbetreuern sind auch etliche Schlachtenbummler wie Verwandte und Bekannte mit auf der Strecke unterwegs, welche die Kids mit ihren Anfeuerungsrufen unterstützen. „Das gehört für mich dazu“, sagt Jörg Öchsle, der früher selbst in der Feuerwehr war. Seit drei Jahren begleitet er seinen Neffen immer zum Leistungsmarsch.

Der ist am späten Nachmittag zu Ende und alle treffen sich am Feuerwehrmagazin wieder. Die Spannung ist groß. Wer wird wohl Sieger? Der Jubel bei den Bühlertannern ist groß, die vor Schrozberg und Obersontheim diesmal den Wettkampf für sich entscheiden.

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Jugendabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Michelfeld wird 30 Jahre alt

Gefeiert wurde nach dem Leistungsmarsch auch kurz der 30. Geburtstag der Michelfelder Jugendfeuerwehr. Bürgermeister Wolfgang Binnig und Kommandant Christoph Knirsch gratulierten dazu.

In 30 Jahren besuchten bis heute 110 Jugendliche die Nachwuchsabteilung. Davon traten, als sie das notwendige Alter erreicht hatten, 55 in die Einsatzabteilung über. Einer davon ist übrigens Knirsch. Aktuell hat die Jugendwehr 21 Mitglieder.

Als Geschenke gab es von der Gemeinde für 30 Jahre Jugend- und 180 Jahre Feuerwehr Michelfeld eine Fahne. Die Nachwuchsabteilung erhielt Geld zur freien Verfügung – und ein Versprechen: Zum Gründungstermin am 2. Oktober gibt’s passend zur Jahreszeit auch noch Wintermützen im Jugendfeuerwehr-Michelfeld-Design. fär