Bühlertann Tatzen und Rohrstock sind passé

Von der Krisenintervention bis hin zur Projektarbeit: Diana Zarownys Arbeitsalltag am Schulzentrum Bühlertann ist vielfältig.
Von der Krisenintervention bis hin zur Projektarbeit: Diana Zarownys Arbeitsalltag am Schulzentrum Bühlertann ist vielfältig. © Foto: Rainer Richter
Bühlertann / Rainer Richter 17.05.2018
Diana Zarowny zieht im Gemeinderat Bilanz. Die Schulsozialarbeiterin am Schulzentrum hat alle Hände voll zu tun.

Schulsozialarbeit als Institution gibt es am Schulzentrum in Bühlertann seit dem 1. September 2016. Die Stelle war zunächst auf 80 Prozent begrenzt, war jedoch aufgrund der hohen Fallzahlen am 1. Juni 2017 auf 100 Prozent aufgestockt worden. Der Gemeinderat hat jetzt ein erstes Fazit gezogen. Die Arbeit findet seitens der Eltern, Schüler, des Lehrerkollegiums und der Schulleitung eine positive Resonanz.

Etwas erstaunt nahmen die Gemeinderäte zur Kenntnis, wie vielfältig und umfangreich die Aufgabenfelder erfolgreicher Schulsozialarbeit heute sind. Die Zeiten, in denen die Pädagogik noch mit Tatzen und Rohrstock arbeitete, sind lange vorbei. Manche grübelten jedoch, wie es ihnen gelungen ist, auch ohne umfangreiche Sozialarbeit in der Schule zu erfolgreichen Menschen heranzuwachsen. Eine aus dieser Sicht berechtigte Frage kam auf: Was hat sich denn in unserer Gesellschaft so stark verändert, dass es ohne Schulsozialarbeit nicht mehr geht?

Steigende Fallzahlen

Diana Zarowny führte aus: „Seit Beginn meiner Tätigkeit am Schulzentrum Bühlertann sind die Fallzahlen kontinuierlich gestiegen.“ Sie sprach damit einen Trend an, der bei Fachleuten unumstritten ist. Die zunehmende Komplexität von Erziehung und Bildung, ständig steigende Anforderungen und Erwartungen, die Sensibilisierung der Öffentlichkeit für Schwierigkeiten und Verhaltensauffälligkeiten und die Pluralisierung innerhalb der Gesellschaft erfordern neue Wege in der Kooperation von Schule, Eltern, Lehrern und Schülern. Erziehung, familiäres Umfeld und die zu vermittelnden Inhalte haben sich drastisch geändert. Darauf muss die Schule eine Antwort finden.

Zarowny erläuterte auch: „Zu meinen Aufgabenfeldern gehört die Beratung bei häuslichen und familiären Schwierigkeiten der Jugendlichen sowohl in Einzelarbeit mit den Jugendlichen als auch mit den Eltern.“

Zahlreiche Aufgabenfelder

Fehlzeiten, Schulangst und Formen der Schulverweigerung sowie Kriseninterventionen bei Vorfällen in der Klasse sind weitere Aufgabenfelder. Suchtprävention und Streitschlichtung, Benachteiligtenarbeit, der Umgang mit Mobbing auch in den sozialen Netzwerken, aber auch eine Kreativwerkstatt und erlebnispädagogische Angebote werden von Diana Zarowny organisiert. Die Zusammenarbeit mit Eltern, Lehrern, Schulleitung, Jugendamt und schul­psy­cho­lo­gi­-
schem Dienst ist selbstverständlich und aufwendig.

Diana Zarowny kündigte an, dass sie eine zweijährige Weiterbildung am Systemischen Institut Tübingen zur Systemischen Beraterin anstrebe. Die Weiterbildung biete Theorie, Methoden und Interventionsmöglichkeiten für die tägliche Arbeit an der Schule. Mit der Weiterbildung und den neuen Sichtweisen könne die Schulsozialarbeit weiter professionalisiert werden und zum positiven Gelingen der unterschiedlichen Beziehungen an der Schule beitragen.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel