Banküberfall Überfall in Hall: Täter richtet Pistole auf Sparkassen-Angestellte

Der Mann kniet auf dem Tresen der Bank und steckt Geld ein. Er trägt einen auffälligen Pulli und Trainingshandschuhe mit Klettverschluss.
Der Mann kniet auf dem Tresen der Bank und steckt Geld ein. Er trägt einen auffälligen Pulli und Trainingshandschuhe mit Klettverschluss. © Foto: Polizei
Schwäbisch Hall / Thumilan Selvakumaran 06.12.2017
Ein Mann hat am Montagabend in der Filiale der Sparkasse auf dem Teurershof einen niedrigen fünfstelligen Betrag erbeutet. Die Polizei fahndet mit einem Foto nach dem Kriminellen.

Der Mann trägt einen schwarzen Kapuzenpulli, Bart, Sonnenbrille und beige-farbene Hose, als er am Montag, 17.26 Uhr, auf den Tresen der Sparkassen-Filiale im Teurershof steigt. Dort kniet er sich hin, richtet mit einer Hand eine silberne Pistole auf die einzige Angestellte im Haus und leert mit der anderen die Scheine in der Auslage direkt davor. Der Mann mit schlanker Figur spricht dabei kein einziges Wort.

Nur wenige Augenblicke später flüchtet der etwa 25 bis 30-Jährige in unbekannte Richtung. In der Bank wird eine Minute später der Alarm ausgelöst. Vier Streifenwagen rasen in den Haller Westen, der erste ist um 17.31 Uhr vor Ort. Doch der Täter ist längst verschwunden, mit einem Betrag im „untersten fünfstelligen Bereich“, wie Polizeisprecher Bernd Märkle gestern Nachmittag auf Nachfrage mitteilt.

Hubschrauber kommt nicht

Eine Funkfahndung wird ausgelöst und dabei sämtliche Beamte des Polizeipräsidiums Aalen, zu der auch das Haller REvier gehört, sowie einzelne Streifen aus den benachbarten Bereichen über Tat und Täter informiert. Eine alarmierte Hubschrauber-Besatzung macht sich in Stuttgart startklar, meldet aber wenige Minuten später, dass „wetterbedingt kein Anflug möglich ist“. Die Beamten können daher nur vom Boden aus suchen – und bleiben erfolglos.

Dabei ist der Täter, das zeigen die Videoaufzeichungen in der Bank, kaum getarnt, seine Kleidung auffällig. Auf den Ärmeln ranken weiße Aufschriften mit „Black Squad“, ebenso im Kreis auf der Brust. „Das Bild ist beinahe wie ein Passfoto“, so Märkle über die Qualität. „So ein gutes hat man sehr selten bei einer Fahndung.“

Spuren werden gesichert

Außerdem trägt der Täter offenbar nur Trainingshandschuhe mit freiliegenden Fingerkuppen. Hohe Erwartungen setzt die Polizei in die Auswertung der Fingerabdrücke sowie Faser- und DNA-Spuren, die von Kriminaltechnikern gesichert werden. „Natürlich müssen Spuren aber bereits im System hinterlegt sein, sonst ist ein Vergleich nicht möglich.“ Einen schnelleren Erfolg erwarten die Ermittler durch Veröffentlichung der Fahndungsbilder am gestrigen Mittag.

Bei bewaffnetem Raub, so Meärkle, handle es sich um eine schwere Straftat, die mit mindestens einem Jahr Haft geahndet wird. Der Täter habe dabei nicht nur einen finanziellen Schaden hinterlassen, sondern auch einen psychologischen bei der Angestellten. „Das ist das absolut schwerste in diesem Fall“, so der Polizeisprecher. „Opfer von Überfällen verfolgt das manchmal ein Lebenlang.“

Thomas Lützelberger, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Schwäbisch Hall-Crailsheim, will sich zur Tat selbst nicht äußern. „Das ist Sache der Polizei.“ Die Bank begleite aber die Angestellte. „Sie bekommt von uns die Unterstützung, die sie braucht und haben will.“ Konkrete Leitlinien, wie in solchen Extremfällen umgegangen wird, gebe es nicht, da Überfälle sehr selten seien. „Der letzte war vor rund zehn Jahren in Westheim.“

Hohe Sicherheitsstandards

Bernd Märkle bestätigt das. „In den vergangen Jahren waren eher Tankstellen Ziel von Überfällen.“ An Banken trauten sich Täter meist nicht mehr ran – aufgrund der verschärften Überwachung und den Sicherheitsvorkehrungen. So öffneten sich Tresore erst nach einer Wartezeit und Geldscheine würden durch das System in nur bestimmen Größenordnungen ausgespuckt.

Das hat den Gesuchten von Montag, dessen Tatausführung aufgrund der mangelnden Tarnung wenig professionell erscheint, nicht abgeschreckt. Die Haller Polizei bittet nun um Hinweise aus der Bürgerschaft. Telefon: 07 91 / 40 00.

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Text sdf