Wechsel Südwestbank bemüht sich um Ruhe

Die Haller Filiale der Südwestbank am Haalplatz. Nicht gewiss scheint zu sein, von wem das Kunstwerk an der Fassade stammt. War’s Emil Schmidt? Oder Hermann Koziol? Oder ein ganz anderer? Die Vermutungen dazu gehen auseinander.
Die Haller Filiale der Südwestbank am Haalplatz. Nicht gewiss scheint zu sein, von wem das Kunstwerk an der Fassade stammt. War’s Emil Schmidt? Oder Hermann Koziol? Oder ein ganz anderer? Die Vermutungen dazu gehen auseinander. © Foto: ht
Schwäbisch Hall / Jürgen Stegmaier 08.09.2018

Seinen Sitz hat das Geldhaus in Stuttgart. Aus der Landeshauptstadt ist Beunruhigendes zu vernehmen: Der neue Eigentümer kehre mit eisernen Besen, die Mitarbeiter seien entsetzt, weil harte Einschnitte mit Stellenabbau einhergingen. Der eiserne Sparkurs habe zu Schockstarre geführt.

Mehrheitsaktionär der Bawag ist der US-amerikanische Finanzinvestor Cerberus. Dieser ist bekannt dafür, dass er Unternehmen, die er übernimmt oder an denen er sich beteiligt, zielstrebig auf Profit trimmt.

27 Mitarbeiter in Hall

Die Haller Filiale, die es seit 1923 gibt, gehört zu den größeren im Südwestbank-Netz. Die Haller Niederlassung wird von Thomas Scheunert geführt. Sparkurs, Stellenabbau, Beunruhigung – nein, davon könne keine Rede sein, sagt er. In Schwäbisch Hall arbeiten aktuell 27 Frauen und Männer, das sind drei weniger als vor zwei Jahren. Dieser Rückgang in Hall habe sich schon ergeben, ehe die Südwestbank in andere Hände ging. Es sei nicht geplant, die Zahl der Stellen in Hall zu reduzieren.

Sieben Filialen geschlossen

Die Südwestbank versichert außerdem, dass die Filiale Schwäbisch Hall nicht zu denjenigen gehört, die geschlossen werden sollen. Plüderhausen, Biberach, Ochsenhausen, Offenburg, Waib­­lin­gen, Degerloch, Tettnang und Hechingen wurden bereits Anfang August dichtgemacht. „Diese Filialen waren größtenteils nur noch reine Beratungsbüros ohne klassische Öffnungszeiten“, schreibt die Bank.

In der deutschen Finanz- und Bankenwelt wundern sich nicht wenige Beobachter über die Einkaufstour der Investoren von Cerberus. Die Beteiligungsgesellschaft kaufte im Februar die HSH Nordbank, später dann die Südwestbank, aber auch die kleine Bausparkasse Deutscher Ring. Außerdem gehören ihr Anteile an der Commerzbank und der Deutschen Bank.

DZ-Bank war Hauptaktionär

Es wurde nicht bekannt, wie viel sich die Investoren die Südwestbank haben kosten lassen.

Verkäufer waren Andreas und Thomas Strüngmann. Erworben hatten die Strüngmann-Zwillinge die Mehrheit an der Südwestbank 2004 über ihre Santo Holding GmbH. Sie übernahmen 89,6 Prozent, die zuvor die DZ-Bank gehalten hatte. Der DZ-Bank, Zentralinstitut des genossenschaftlichen Finanzsektors, gehört die überwiegende Mehrheit an der Bausparkasse Schwäbisch Hall.

Die Strüngmanns hatten einst das Pharmaunternehmen Hexal gegründet. An diesem hielten sie bei dessen Verkauf 68 Prozent. Hexal ging 2005 für 7,5 Milliarden US-Dollar an den schweizer Pharmakonzern Novartis.

In Stuttgart geht die Rede, dass die Bank die Zahl ihrer Mitarbeiter von 640 auf 350 reduzieren will. Dazu äußert sich das Geldhaus nicht. Ebenso wenig wird verraten, ob das Firmenkundengeschäft zurückgefahren werden soll, ob von Firmenkunden Sicherheiten nachgefordert werden, ob die Eigenkapitalrendite auf 15 Prozent gebracht werden soll.

„Bleiben Universalbank“

Das Geldhaus widerspricht dem Gerücht, dass die Bank ihren Schwerpunkt künftig auf den Bereich Konsumentenkredite legen will. „Nein. Wir sind und bleiben eine Universalbank mit dem gesamten Produktspektrum von A wie Anlage bis Z wie Zahlungsverkehr“, antwortet eine Unternehmenssprecherin auf eine entsprechende Anfrage.

100

tausend Privat- und Firmenkunden betreut die Südwestbank nach eigenen Angaben in Baden-Württemberg.

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