Verbrechen Stute Cherry stirbt nach tiefen Messerstichen auf der Koppel

Norbert Acker 15.06.2018

Den Besitzern einer trächtigen Stute hat sich am Mittwochmittag ein grausiges Bild geboten: Sie haben das Tier schwer verletzt auf der Koppel aufgefunden. Es wies mehrere Stichverletzungen auf. Sofort wurde ein Tierarzt hinzugezogen und die Polizei eingeschaltet. Der Mediziner musste das Tier dann von seinem Leiden erlösen. Die Verletzungen, die vermutlich durch ein Messer entstanden sind, waren zu schwer.

An den Zaun gelockt

Die Polizei hat schnell die Ermittlungen aufgenommen. Sie geht davon aus, dass die Tat am Mittwoch zwischen 10 und 13.30 Uhr begangen worden ist. „Das Tier wurde vermutlich an den die Koppel umgebenden Zaun gelockt und dort angegriffen“, sagt Bernd Märkle, Sprecher des für den Landkreis Schwäbisch Hall zuständigen Polizeipräsidiums Aalen. Beim fraglichen Gelände handele es sich um eine ausgedehnte Koppel, die nordwestlich des Galgenbergweges in Richtung Landstraße 1060 liegt und auf der neben zahlreichen Rindern auch drei Pferde der französischen Pferderasse Percheron gehalten werden.

Die Polizei tappt bislang noch im Dunkeln. „Es gibt keine Hinweise, die uns zu einem Tatverdächtigen führen könnten. Wir sind dringend auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen“, stellt am gestrigen Nachmittag Märkle fest. Beamte des Polizeipostens Bühlertann hätten den Fall aufgenommen. Die weitere Bearbeitung erfolge durch die Abteilung Umwelt und Gewerbe. „Des Weiteren ist noch das Veterinäramt im Boot“, so der Polizeisprecher. An vergleichbare Fälle aus der letzten Zeit im Bereich des PP Aalen könne er sich nicht erinnern, sagt Märkle auf Nachfrage. Man wolle nun herausfinden, wie viele Pferde in den vergangenen Jahren im Landkreis Schwäbisch Hall durch Fremdeinwirkung verletzt oder getötet worden sind.

Eine Erklärung für die Tat hat man bei der Polizei nicht. „Vor allem in einem solchen Fall, bei welchem es wohl lediglich um die Tötung eines Tieres ging“, so Märkle. Bei sexuell motivierten Taten würde es eventuell einen Erklärungsansatz geben. Zu möglichen Tätern oder Tätergruppen könne man daher auch nichts sagen, „da wir Fälle mit dieser Motivation nicht oder nur äußerst selten haben oder hatten“. Fälle von Stutenmorden kommen in Deutschland allerdings immer wieder vor, vor allem im west- und norddeutschen Raum. Die Täter werden umgangssprachlich „Pferde-Ripper“ genannt.

Viel Echo bei Facebook

Am Mittwochabend hat sich die Freundin des Sohns der Pferdebesitzer über Facebook an die Öffentlichkeit gewandt. Die Stute mit Namen Cherry habe mehrere Stichverletzungen am ganzen Körper erlitten, berichtet auch sie. Am schlimmsten sei es an der Kehle gewesen. Ein Bild, das in dem sozialen Netzwerk zu sehen ist, zeigt das am Boden liegende Tier. Eine Blutlache ist ebenfalls zu erkennen. Cherry habe höllische Qualen erlitten, schreibt die junge Frau. Leider sei jede Hilfe zu spät gekommen. Sie bittet Zeugen, sich bei den Besitzern oder bei der Polizei zu melden. „Dieser Täter muss gefasst werden“, schreibt sie. Solche Taten dürften nicht mehr passieren. „Alle Höfe in der Umgebung, bitte passt gut auf eure Pferde auf“, appelliert sie.

Am Donnerstagnachmittag ist der Beitrag schon fast 20 000-mal geteilt worden. Direkt nach dem Post haben die Leute begonnen, Kommentare zu schreiben, am Donnerstagabend waren es schon über 3000. Im Minutentakt wird kommentiert. Es gibt unzählige Beileidsbekundungen, aber es ist auch viel Wut zu spüren. Zum Teil wird mit drastischen Worten eine möglichst harte Bestrafung des oder der Täter gefordert.

Auch die Polizei fahndet auf Facebook und ruft dort zu Zeugenhinweisen auf. Der Beitrag des PP Aalen ist bislang gut 1400-mal geteilt und rund 200-mal kommentiert worden.

Die Besitzer waren am Donnerstag leider nicht persönlich zu erreichen.

Die Polizei bittet um Hinweise

Wer am Mittwoch in der Zeit zwischen 10 und 13.30 Uhr in dem beschriebenen Bereich Menschen oder Fahrzeuge beobachtet hat, wird gebeten, sich bei der Polizei zu melden. Auffällige Beobachtungen in der Vergangenheit, die nun mit dieser Tat in Verbindung gebracht werden, können für die Polizei ebenfalls von Interesse sein. Sachdienliche Hinweise nimmt der Polizeiposten Bühlertann unter Telefon 0 79 73 / 51 37 oder das Polizeipräsidium Aalen, Abteilung Gewerbe und Umwelt, unter Telefon 0 79 61 / 93 00 entgegen. noa

Fälle von Stutenmorden kommen in Deutschland immer wieder vor. Die Täter werden „Pferde-Ripper“ genannt.

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