Elektroantrieb Strom aus heimischer Erzeugung tanken

Gerd Tillmann zapft sich unter den Blicken von Michael Reber Strom aus der neuen 43-KW-Drehstromtankstelle.
Gerd Tillmann zapft sich unter den Blicken von Michael Reber Strom aus der neuen 43-KW-Drehstromtankstelle. © Foto: Foto: Tobias Würth
Schwäbisch Hall / TOBIAS WÜRTH 27.03.2017
Elektroantrieb: Landwirt und CDU-Stadtrat Michael Reber eröffnet eine Tankstelle in Gailenkirchen.

Vom Schweinebauern zum Tankwart: Michael Reber hat an dem Aussiedlerhof eine Elektrozapfsäule installiert. Es ist ein Kasten mit einem Kabel dran. Reber: „Wir werden kein Geld damit verdienen. Es geht mir nur darum, dass die Elektromobiliät auf dem Land möglich wird.“

Man kennt es von Blumenfeldern, vom Eier- oder Kartoffelverkauf: Wer sich Strom aus der Steckdose nimmt, muss Geld ins Kässle werfen. Bei Fakebook-Bauer Reber ist das nicht anders.

Er mästet neuerdings Schweine auf Kundenbestellung im Direktvertrieb, setzt vor allem auf die Biogasanlage. Elektro-Tankwart ist er zufällig geworden. Die eingeschworen Gemeinde der Elektroautofahrer sammelt per „Crowdfunding“ Geld – also über eine Internetplattform, die Investoren und Unternehmer zusammenbringt. Rebers Hof wurde ausgewählt, weil er in der Nähe der Autobahn liegt. Der Landwirt und CDU-Stadtrat hat von „goingelectric“ die Elektronik zugeschickt bekommen, musste auf eigene Kosten nur noch den Anschluss des Kastens bezahlen. Nun hofft er, dass die Autofahrer auch die 30 Cent pro Kilowattstunde in den Briefkasten werfen.

Gerd Tillmann, Elektroautopionier der Gruppe „goingelectric“, ist mit seinem Renault Zoe der erste, der Strom abzapfen darf. Eine halbe Stunde habe das gedauert. 150 Kilometer weit käme er mit der Ladung. 23.5000 Euro habe er für das Fahrzeug bezahlt. Der Strom kommt von Rebers Biogas und der Fotovoltaikanlage auf dem Dach.   Tobias Würth