Schwäbisch Hall Stroke-Unit im Diak erneut zertifiziert

SWP 12.12.2015
Ein Schlaganfall kann jeden treffen. Im Ernstfall lautet die Devise: "Zeit rettet Hirn". Im Diakonie-Klinikum gibt es eine Stroke Unit, eine spezielle Schlaganfall-Einheit. Diese wurde wieder ausgezeichnet.

In Deutschland erleiden jährlich 270000 Menschen einen Schlaganfall. Er ist nach Herz- und Krebserkrankungen die dritthäufigste Todesursache. Keine andere Krankheit führt so häufig zu bleibenden Behinderungen, jeder dritte Patient benötigt danach einen Rollstuhl, ist in der Sprache beeinträchtigt oder hilfebedürftig. Deshalb ist schnelle Hilfe extrem wichtig, wie das Diakonie-Klinikum (Diak) in einer Pressemitteilung schreibt.

Dort werden Patienten nach neuesten fachlichen Standards behandelt. Dies haben die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft und die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe bescheinigt und die Stroke Unit im Diak erneut zertifiziert. Dr. Frank Mau, Vorsitzender der Geschäftsführung, freut sich, dass die 2009 eröffnete Schlaganfalleinheit ihre Qualität von unabhängiger Prüfstelle bestätigt sieht. "Diese Zertifizierung ist ein weiterer Beweis für die nachhaltigen Qualitätsstandards hier im Diak." Im Jahr 2010 wurden 643 Schlaganfallpatienten im Diak behandelt, 2014 waren es bereits 712 Patienten.

Woran erkennt man einen Schlaganfall? Privatdozentin Dr. Birgit Herting, Chefärztin der Klinik für Neurologie, nennt mögliche Symptome: "Plötzliche Lähmungen im Gesicht, hängender Mundwinkel, Sprach-, Sprech- oder Sehstörungen, Lähmungen und Taubheitsgefühl auf einer Körperseite." Oberarzt Dr. Oliver Sauer betont: "Wenn der Verdacht auf einen Schlaganfall besteht, sofort die 112 rufen!" Denn: "Mit jeder Minute, die ungenutzt verstreicht, nimmt das Gehirn zusätzlichen Schaden." Die Ärzte haben nach Eintritt einer Durchblutungsstörung im Gehirn 4,5 Stunden Zeit, das verstopfte Gefäß mittels einer Lysetherapie wieder durchgängig zu machen.

Es ist durch Studien erwiesen, dass die Patienten in einer Klinik mit einer fächerübergreifend aufgestellten Schlaganfalleinheit ("Stroke Unit") am besten versorgt werden. Rund um die Uhr ist ein Neurologe verfügbar, um die Behandlung und gleichzeitig die Vorsorge zum Schutz vor weiteren Schlaganfällen einzuleiten. Klinische Partner sind die Radiologen, Internisten und Kardiologen, Gefäßchirurgen, Neurochirurgen und Labormediziner. Die Pflegekräfte sind speziell für die Behandlung von Schlaganfallpatienten qualifiziert.

Stationsleiter Karsten Förstmann lobt die interdisziplinären Fallbesprechungen und Weiterbildungen, bei denen Ärzte, Therapeuten, Pflegende und weitere Partner an einem Tisch sitzen. In den ersten Tagen nach einem Schlaganfall bleibt der Patient unter kontinuierlicher Überwachung von Blutdruck, Herz und Atmung. Im Anschluss beginnt die Arbeit der Logopäden, Physio- und Ergotherapeuten. Für Gespräche nehmen sich die Klinikseelsorger viel Zeit. Mitarbeiter des Sozialdienstes kümmern sich um eine der neurologischen Symptomatik angemessene Frührehabilitation und wie es nach dem Klinikaufenthalt für die Betroffenen weitergeht.