Schwäbisch Hall Streit wegen Unterhalt

Kerzen und Rosen am Tatort in Veinau. Foto: Seyerle
Kerzen und Rosen am Tatort in Veinau. Foto: Seyerle
THUMI 29.01.2013
Das Motiv des 53-Jährigen, der für das blutige Familiendrama verantwortlich ist, beschäftigt weiterhin die Behörden. Offenbar ging es um Unterhalt.

Auch zwei Wochen nach der tödlichen Tat sind viele Fragen offen: Wieso hat der 53-Jährige am Mittwoch, 9. Januar, seine Ehefrau brutal ermordet? Wieso wollte er auch seine 24-jährige Stieftochter töten und verletzte sie dabei lebensgefährlich? Wieso verschonte er seinen 21-jährigen Sohn?

Bei der Polizei ist weiterhin die 15-köpfige Ermittlungsgruppe "Hecke" aktiv. Die Staatsanwaltschaft wertet etliche Daten aus - unter anderem den Abschiedsbrief des Weckriedeners, den er vor seinem Suizid in den Briefkasten von Familienangehörigen geworfen hat. "Die anstehende Scheidung und Probleme, die daraus resultierten, waren für die Tat ausschlaggebend", teilt Oberstaatsanwalt Peter Bracharz mit. Laut Informationen, die der Redaktion vorliegen, wollte der Vater seiner von ihm getrennt lebenden Noch-Ehefrau und der Stieftochter keinen Unterhalt bezahlen.

"Das Verhältnis war kein ungespanntes", kommentiert Peter Bracharz. Drohungen habe es schon vorher gegeben - "wie bei den meisten Unterhaltsstreitigkeiten". Ob diese Drohungen auf ein solch dramatisches Ende hingedeutet haben, will der Oberstaatsanwalt nicht kommentieren. "Uns fehlen noch einige Akten, um das abschließend bewerten zu können."

Wieso der 53-Jährige seinen Sohn verschont hat, lasse sich derzeit auch nur spekulieren, so Bracharz weiter. "Aber: Das eigene Blut ist einem doch am nächsten."

Der Zustand der 24-Jährigen, die wegen schwerster Kopfverletzungen ins künstliche Koma versetzt worden war, sei mittlerweile stabil, teilt die Polizei mit. Offenbar ist sie aus dem Koma erwacht.