Bühlertann Status von Ärztehaus noch unklar

Das Modell des Architektur- und Städtebaubüros Bloss aus Stuttgart zeigt, wie das Areal in der Bühlertanner Ortsmitte nach der Umgestaltung aussehen soll. Wo jetzt noch die Bank-Filiale steht, wird ein Busbahnhof errichtet und rechts davon das Ärztehaus. Am rechten Rand führt eine neue Fußgängerbrücke über die Bühler.
Das Modell des Architektur- und Städtebaubüros Bloss aus Stuttgart zeigt, wie das Areal in der Bühlertanner Ortsmitte nach der Umgestaltung aussehen soll. Wo jetzt noch die Bank-Filiale steht, wird ein Busbahnhof errichtet und rechts davon das Ärztehaus. Am rechten Rand führt eine neue Fußgängerbrücke über die Bühler. © Foto: Archiv
Bühlertann / Gottfried Mahling 12.10.2018
Der geplante Neubau in der Bühlertanner Ortsmitte könnte ein Medizinisches Versorgungszentrum und die Gemeinde dessen Betreiber werden.

Direkt an der Kreuzung von Ellwanger Straße und Pfarrstraße sollen Mitte Oktober vier Gebäude abgerissen werden. Damit wird Platz geschaffen für das neue Ärztehaus, dessen Bau 2019 beginnen soll. Für 200.000 Euro habe die Gemeinde die Gebäude ihren Eigentümern abgekauft, was völlig reibungslos verlaufen sei, sagt Bürgermeister Michael Dambacher auf Nachfrage unserer Zeitung. 23.000 Euro würden indes die Abbrucharbeiten kosten.

Wann genau auf der Brachfläche der Grundstein für das Ärztehaus gelegt wird, ist noch ungewiss. Die Gemeindeverwaltung befinde sich noch in einem Abstimmungs- und Abwägungsprozess, so der Bürgermeister. Im Kern gehe es um die Frage, ob das Ärztehaus den Status eines Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) erhalten soll oder nicht. Im Gegensatz zu den niedergelassenen, selbstständigen Landärzten könnten in einem MVZ Mediziner auch in einem Angestelltenverhältnis arbeiten, nennt Dambacher einen Vorteil.

Ärzte scheuen Risiken

Im Gegensatz zu früher scheuten viele junge Ärzte den Schritt in die Selbstständigkeit wegen des höheren Risikos und Arbeitsaufkommens. Gerade für eine kleine, ländliche Gemeinde wie Bühlertann könnte ein MVZ deshalb einen Standortvorteil bedeuten, wenn es um die Gewinnung von Ärztenachwuchs geht.

Allerdings ist der Bau eines MVZ auch an Auflagen gebunden. Unter anderem ist vorgeschrieben, dass es Ärzte von mindestens zwei verschiedenen Fachrichtungen beherbergen soll. Neben Allgemeinarzt Dr. Rainer Matysik, der bereits Bereitschaft für den Umzug ins Ärztehaus signalisiert hat, müsste also noch ein Facharzt gefunden werden. „Es wäre auch möglich, dass Fachärzte von außerhalb immer tageweise nach Bühlertann kommen und Sprechstunden anbieten“, nennt Dambacher eine Option.

Derzeit lasse sich die Gemeinde in Sachen Ärztehaus vom Mediverbund beraten, einem Zusammenschluss von Ärztenetzen. Dabei geht es auch um die Fragen, wer am Ende der Betreiber des möglichen Medizinischen Versorgungszentrums sein könnte. „Wir als Gemeinde könnten der Betreiber sein, müssen es aber nicht“, so Dambacher.

Haltestelle als nächster Schritt

In einer der nächsten Gemeinderatssitzungen soll das Thema Ärztehaus wieder auf der Tagesordnung stehen, kündigt der Bürgermeister an.

Sobald das Ärztehaus eingeweiht ist, würde Teil zwei der Umgestaltung des Ortskerns an der Bühler anstehen: der Bau einer zentralen Bushaltestelle. Dafür müsste die Filiale der Raiffeisenbank Bühlertal abgerissen werden. Das Angebot der Gemeinde, die Bankfiliale anschließend im Ärztehaus unterzubringen, stößt bei Bank-Vorstand Jürgen Keil auf offene Ohren. „Wir wären bereit, unser Haus zu verkaufen und umzuziehen“, so Keil. Doch zunächst sei die Gemeinde, am Zug, überhaupt die Weichen für das Ärztehaus endgültig zu stellen.

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