Gastronomie Starkholzbacher See: Neue Wirtin für Gipsmühle gefunden

Elisabeth Jungbluth steht vor der Gipsmühle am Starkholzbacher See. Vom 26. Juli an, dem ersten Sommerferientag, will sie regulär öffnen. Bis dahin soll es an den Wochenenden eine Notfallbewirtschaftung geben.
Elisabeth Jungbluth steht vor der Gipsmühle am Starkholzbacher See. Vom 26. Juli an, dem ersten Sommerferientag, will sie regulär öffnen. Bis dahin soll es an den Wochenenden eine Notfallbewirtschaftung geben. © Foto: Ufuk Arslan
Schwäbisch Hall / Thumilan Selvakumaran 12.07.2018
Das Wirrwarr um das traditionsreiche Lokal am Starkholzbacher See scheint beendet. Die GWG präsentiert Elisabeth Jungbluth als Nachfolgerin von Christos Kastameras.

Hochsommerliche Temperaturen gab es dieses Jahr bereits über viele Wochen. Doch wer zur Abkühlung den Starkholzbacher See besuchte, konnte zwar in das kühle Nass abtauchen, aber ein kühles Getränk danach gab es an der Gipsmühle nicht. Das Lokal hat noch immer geschlossen. Das trifft nicht nur Badegäste, sondern auch viele Spaziergänger und Radfahrer, die dort tagtäglich unterwegs sind. Das Wirrwarr um den Pächter soll nun aber ein Ende haben, wie die städtische Grundstücks- und Wohnungsbaugesellschaft mitteilt.

Eine neue Pächterin ist gefunden: Elisabeth Jungbluth habe den kleinen Gastronomiebetrieb zum 1. Juli übernommen und sei derzeit dabei, die Gipsmühle in ihrem Sinne einzurichten, berichtet GWG-Prokurist Klaus Wackenheim. „Wir halten sie für sehr geeignet.“ Ziel sei es nun, wieder regelmäßige Öffnungszeiten zu haben, die es im Jahr zuvor nicht gab. Pünktlich zum ersten Sommerferientag am 26. Juli soll regulär geöffnet werden.

Diplomarbeit über Dorflokale

Die neue Pächterin ist 52 Jahre alt, hat einst im Hotel Hohenlohe Hotelfachfrau gelernt und zehn Jahre als Flugbegleiterin gearbeitet, wodurch sie schon einige Erfahrung in Gastronomie und Service gesammelt habe, sagt die Haller Wirtin. Außerdem hat Jungbluth Agrarwissenschaft studiert. Das passe hervorragend zur Gipsmühle. „Schließlich habe ich meine Diplomarbeit über den Erhalt von Dorfgaststätten geschrieben.“ Ihr zur Seite steht ihr Mann Thomas Jungbluth (64). Er hatte bis vor Kurzem noch einen Lehrauftrag an der Uni Hohenheim zur Verfahrenstechnik – Tierhaltung und wird nun im Ruhestand doch wieder aktiv.

Das Angebot der Gipsmühle werde sich am Angebot eines kleinen idyllischen Biergartens mit Bistro und Café orientieren. Per Selbstbedienung gibt es Getränke, Kaffee, Kuchen, Blooz und kleine Speisen. „Wir lassen uns Zeit, beobachten und entwickeln uns weiter“, sagt Elisabeth Jungbluth, die einst schon als Kind zusammen mit ihrem Vater und dem Familienhund regelmäßig in der Gipsmühle war. „Damals war Herr Backes noch der Wirt, der war ein echtes Urgestein.“ Nun steht sie selbst hinter der Theke.

Bewirtung noch vor Öffnung

Bis zur Eröffnung in zwei Wochen bietet Jungbluth an den Wochenenden Nofallbewirtschaftung, wie sie sagt, damit die See-Gäste nicht auf dem Trockenen sitzen. So ist am 14., 15. und 21. Juli jeweils ab 14 Uhr geöffnet. „Am Sonntag, 22. Juli, habe ich als Kirchengemeinderätin in St. Lukas Aufgaben zu erledigen, die ich bereits vor längerer Zeit zugesagt habe. Daher bleibt an diesem Tag geschlossen“, so die Wirtin.

Ansonsten sei das Ziel, auch an den Schlechtwettertagen zu öffnen – „außer es hat 15 Grad und es regnet ununterbrochen“. Über die Homepage, an der noch gearbeitet wird, sollen Gäste frühzeitig informiert werden.

Der vorherige Wirt, Christos Kastameras, hatte die Gipsmühle 2017 übernommen und parallel zu seinem Restaurant in der Kerz geführt. Glücklich wurde er am Starkholzbacher See aber nicht. Die Krux dort: An sonnigen Tagen brummt das Geschäft, wenn es regnet, kommt kaum einer auf das abgelegene Areal. Seit Oktober hing am Lokal ein Schild mit dem Hinweis, dass wegen Umbau geschlossen ist.

Kiosk-Häuschen abgerissen

Besucher und auch der Freundeskreis des Sees ärgerten sich über die unregelmäßige Öffnung. Die GWG akzeptierte später den Wunsch Kastameras, den bis 2022 geschlossenen Pachtvertrag vorzeitig zu beenden und einen Nachfolger zu suchen. Nachdem aber im Frühjahr keine Einigung über die Ablösesumme herrschte, entschied Kastameras weiterzumachen – mit der Auflage der GWG, ein von ihm vor der Gipsmühle errichtetes Kiosk-Häuschen wieder abzubauen. Dem folgte der bisherige Wirt. Leben kam trotzdem nicht mehr ins Lokal. Nun ist Elisabeth Jungbluth selbst auf Kastameras zugegangen und konnte sich mit ihm über die Übergabe der Gipsmühle einigen. Auch die GWG hatte keine Einwände. Im Gegenteil: „Wir sind froh über seine Entscheidung, die Gipsmühle in andere Hände zu geben“, sagt Klaus Wackenheim. Kastameras selbst erklärt auf Nachfrage, dass der Wechsel letztlich „super verlaufen“ ist. Er sei aber auch froh, nichts mehr mit der Gipsmühle zu tun zu haben.

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