Schwäbisch Hall Stadtwerke: Trafos gegen Stromausfall

Diesmal werden keine Module fürs Diak-Krankenhaus transportiert, sondern es sind Transformatoren auf den Wagen der Firma Kübler geladen. Privatfoto
Diesmal werden keine Module fürs Diak-Krankenhaus transportiert, sondern es sind Transformatoren auf den Wagen der Firma Kübler geladen. Privatfoto
SWP 18.01.2014
Die Stadtwerke Hall haben mit zwei gebrauchten Trafos ein Schnäppchen geschlagen. Der Neupreis wäre zehnmal so hoch gewesen, teilen sie mit.

Das Logistikunternehmen Kübler hat die beiden jeweils 70 Tonnen schweren Transformatoren in der Nacht auf Dienstag nach Hall gefahren. Sie werden im Umspannwerk in der Robert-Bosch-Straße eingebaut.

Die Trafoanlagen sind zwar über 30 Jahre alt, aber noch in einem hervorragenden Zustand, sodass sie noch weitere 30 Jahre betrieben werden können, teilen die Stadtwerke mit.

Mit dem Kauf der gebrauchten Geräte investieren die Stadtwerke Schwäbisch Hall in Versorgungssicherheit, denn bislang gibt es für das Umspannwerk in Schwäbisch Hall noch keine Ersatztrafokapazitäten. Im Störungsfall wurden durch Verfügbarkeitsverträge Kapazitäten außerhalb des eigenen Netzes gesichert. Die Transformatoren im Mittelspannungsnetz haben die Aufgabe, die Netzspannung beim Verbraucher trotz der im Laufe eines Tages auftretenden großen Lastschwankungen in etwa konstant halten zu können.

Die gekauften Öltransformatoren seien grundsätzlich auch geeignet, um Windkraftanlagen ins Stromnetz zu integrieren, teilen die Stadtwerke Schwäbisch Hall mit. Auf die beiden gebrauchten Geräte seien die Stadtwerke in Zusammenhang mit der Projektentwicklung eines Gas-und-Dampf-Kombikraftwerks auf der Gemarkung Böblingen aufmerksam geworden. Die dortige Industriebrache wäre geeignet gewesen, um ein solches großes Kraftwerk zu errichten. Allerdings seien derzeit die betriebswirtschaftlichen Rahmenbedingungen zur Errichtung eines solchen Kraftwerkes nicht gegeben. Das ehemalige Gelände der Firma NXP Semiconductors wurde ausschließlich über diese beiden Transformatoren versorgt und wurde nach Verkauf des Geländes stillgelegt. Nachdem das Gelände an einen Projektentwickler aus der Schweiz verkauft wurde, konnten die Transformatoren gekauft werden. "Letztlich ist es ein Glücksfall, dass exakt dieselben Spannungsebenen und Trafoleistungen ungenutzt herumstehen, wie wir diese in unserer Übergabestelle in der Robert-Bosch-Straße installiert haben", sagt Gebhard Gentner, Geschäftsführer der Stadtwerke.