Rekordergebnis Stadtwerke: 9,2 Millionen Euro Gewinn

Teure Abkühlung: Der Bäderbetrieb reißt mit 2,66 Millionen Euro minus eine Lücke in die Bilanz der Stadtwerke Schwäbisch Hall. Die kann allerdings mit Einnahmen außerhalb Halls leicht gefüllt werden.
Teure Abkühlung: Der Bäderbetrieb reißt mit 2,66 Millionen Euro minus eine Lücke in die Bilanz der Stadtwerke Schwäbisch Hall. Die kann allerdings mit Einnahmen außerhalb Halls leicht gefüllt werden. © Foto: Ufuk Arslan
Schwäbisch Hall / Tobias Würth 04.08.2018

Das ist das beste Ergebnis in der Unternehmensgeschichte“, berichtet  Ronald Pfitzer, der zusammen mit Gebhard Gentner als Geschäftsführer das städtische Unternehmen leitet. Dem Füh­-
rungsduo sowie den 570 Beschäftigten ist im Jahr 2017 ein Rekord gelungen. Von Hall aus werden in anderen Orten Stadtwerke aufgebaut und Netze gemanagt. Diese Beteiligungen zahlen sich nun aus, die Geschäftsführer-Vorgänger Johannes van Bergen im Zuge der Liberalisierung der Märkte aufbaute.

In der Regel  überweisen die Firmen, an denen die Stadtwerke beteiligt sind, einmal im Jahr Gewinne nach Hall. „Zwei Beteiligungen haben im Jahr 2017 aber zweimal ausgeschüttet“, erläutert Gebhard Gentner. Das sei natürlich ein Einmal-Effekt. Doch auch für 2018 sehe die Lage rosig aus.

Der Gewinn, der außerhalb der Stadtgrenzen erzielt wird, trägt mit 8,6 Millionen Euro zum Gesamtergebnis bei. Für die Windparks gingen die Stadtwerke in Vorleistung. Nun drehen sich die Räder, die Projekte wurden an die Betreibergesellschaften verkauft und der Kaufpreis trudelt, über drei Jahre gestaffelt, ein. Daher fließt Geld samt Risikoaufschlag zurück in die Kasse der Stadtwerke.

Weitere Pluspunkte: die Dienstleistungen, die in Hall für Energieversorger in ganz Deutschland und Österreich erledigt werden, wurden ausgebaut. Und die Aufschläge für den Handel mit Gas im Auftrag Dritter sorgten für Millioneneinnahmen.

Die Stadtwerke machen einen Rekordgewinn – dann verkaufen sie  den Hallern Strom, Gas und Wasser zu überhöhten Preisen? Dieser Vorwurf taucht in Gesprächen und in Leserbriefen auf. „Die Preise sind nicht zu hoch“, entgegnet Pfitzer. „Wir brauchen keinen Preisvergleich zu scheuen“, meint Gentner. Die Vergleichsportale im Internet müssten genau durchleuchtet werden: „Wir machen bei Wechselprämien nicht mit“, meint Pfitzer. Die Haller Stadtwerke setzen nicht auf Lockangebote, dafür aber auf Kombiprodukte (Gas und Strom), die auf eine dauerhafte Kundenbindung abzielen.

Würden sich die Stadtwerke Schwäbisch Hall rein auf das Stadtgebiet begrenzen, stünde als Gewinn eine schwarze Null drin. „Das klassische Stadtwerkegeschäft in Hall reicht, um Verluste bei den Bädern und Parkierungen auszugleichen.“ Denn mit minus 2,7 Millionen Euro schlägt das Bad zu Buche. Der Verlust wurde zwar um 700 000 Euro reduziert. Dauerhaft sei das Schenkenseebad samt Freibad und Sauna aber ein Zuschussbetrieb. „Allein das Außenbecken verbraucht 25 Prozent der Energie des Freizeitbads“, berichtet Gentner. Um Energie zu sparen, seien nun an allen Leitungen Messgeräte installiert worden.

Bau und der Betrieb von Parkhäusern erzeuge ein Minus von 1,7 Millionen Euro jährlich. „Die Preiserhöhung hat den Verlust reduziert“, berichtet Gentner. Doch die Gebühreneinnahmen deckten gerade mal die Betriebs-, nicht aber die Investitionskosten. „800 000 bis  900 000 Euro Verlust produziert das Parkhaus Weilerwiese“, rechnet  Gentner vor. Die Sanierung der Tiefgarage unter dem Landratsamt ab 2019 würde sieben bis neun Millionen Euro kosten. Die Stadtwerke  werden von der Stadt Hall mit der Parkraumbewirtschaftung beauftragt.

Der Rekordgewinn wird an eine Beteiligungsgesellschaft überwiesen. Diese Holding bündelt die städtischen Tochterunternehmen. Der Gemeinderat entscheidet über die Verwendung.

Eckdaten des Geschäftsberichts 

Der Umsatz der Schwäbisch Haller Stadtwerke fürs Jahr 2017 ist von 261 auf 332 Millionen Euro um 71 Millionen Euro gestiegen. Das Ergebnis vor Verwendung (und nach Steuern) erhöhte sich von 5,2 auf 9,2 Millionen Euro. Die zahlreichen Beteiligungen an Firmen in Deutschland, wie zum Beispiel an den Stadtwerken Sindelfingen, spiegeln sich nicht im Umsatz, dafür aber im Gewinn wider. Die einzige Sparte der Stadtwerke Schwäbisch Hall, die einen Verlust aufweist, ist der Kraftwerksbereich mit einem Defizit von 21 000 Euro.

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