Schwäbisch Hall Stadtverwaltung sucht Räume für Jugendliche in Hall

Schwäbisch Hall / Tobias Würth 11.08.2018
Alter Schlachtsaal oder die Bar „Anästhesie“: Aus Sicht des städtischen Fachbereichs gibt es mehrere Möglichkeiten für einen Raum.

Im Oktober äußerten Schüler  beim ersten Jugendforum den Wunsch, wieder einen Raum für sich als Treffpunkt in der Schwäbisch Haller Innenstadt  zu haben. Den gab es in den vergangenen Jahrzehnten an verschiedenen Orten – zuletzt im Haus der Vereine. Sie überreichten im März eine Unterschriftenliste an Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim.

Lange Diskussion

Im August 2018 steht aber immer noch nicht fest, wo die Jugendlichen ein Domizil finden. Grünen-Sprecherin Andrea Herrmann hakt in der letzten Gemeinderatssitzung vor den Sommerferien nach. Zu diesem Termin hat die Stadtverwaltung einen Zwischenbericht über den Stand der Raumsuche abgegeben. Herrmann erkundigt sich, warum da­rin noch der neue Standort „Anästhesie“ ins Spiel gebracht werde, wenn der „alte Schlachtsaal“ von allen Beteiligten für gut befunden wurde. Die „Anästhesie“ ist eine Bar in der Zollhüttengasse, deren Betreiber Nachfolger suchen (siehe Info).

Oberbürgermeister Hermann-­Josef Pelgrim fragt zurück, was denn gegen die Prüfung von Alternativen spreche? Andrea Herrmann antwortet: „Ich finde einen Standort in der Nähe des Haalplatzes besser.“

In der Sitzungsvorlage wird die Vorgeschichte der Raumsuche erläutert. Nach dem Jugendforum im Herbst vergangenen Jahres bildeten sich Untereinheiten. Eine davon sucht Jugendräume. Bisher gab es in der Gruppe acht Treffen, davon vier mit den Paten. Das sind der Erste Bürgermeister ­Peter Klink, FWV-Fraktions­sprecher Hartmut Baumann, ­Grünen-Stadtrat Joachim Här-
tig sowie Fachbereichsleiter Thomas Gerstenberg und Heim­bacher-­­Hof-Mitarbeiter Michael Theimel. Die anderen vier Treffen fanden mit Michael Theimel zur weiteren Detailplanung statt. Dabei engagierten sich jeweils zwischen fünf und zehn Jugendliche.

Verantwortliche benennen

Konsens ist: Der Standort soll zentral in der Innenstadt sein. Die Wunschöffnungszeiten: Montag bis Donnerstag, 13 bis 21 Uhr, Freitag und Samstag, 11 bis 23 Uhr, sowie sonntags punktuell.

„Für eine intensive und auch konträre Diskussion sorgte der Wunsch der Jugendlichen nach einer festen Mitgliedschaft und einem festen Mitgliedsbeitrag für alle, die den Jugendtreff regelmäßig besuchen möchten“, steht in dem Zwischenbericht über die Jugendforum-Gruppe.

Nach der Option, den „alten Schlachtsaal“ nutzen zu können, fand am 10. März eine erste Besichtigung mit den Jugendlichen, den Paten sowie der Grundstücks- und Wohnungsbaugesellschaft statt. Der Raum stieß bei allen Seiten, vor allem bei den Jugendlichen, einhellig auf Zustimmung. Dabei handelt es sich um einen Raum im Erdgeschoss des Alten Schlachthauses in der Haalstraße, der dem Kocher zugewandt ist. Der Raum liegt neben dem Raucherraum der Kult-
bucht. Martin Bachhofer, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Jugendfreizeitstätten Baden-Württemberg, beriet die Gruppe beim Thema Haftungsfragen. Es gibt mehrere Varianten: Vergabe an freie Träger, Trägerschaft als Trägerverein, rein städtische Trägerschaft, Erweiterung des bestehenden „Clubratsmodells“.

Dann sei aber die Brandkatastrophe im Heimbacher Hof dazwischengekommen und die Mitarbeiter aus dem Jugendbereich der Stadtverwaltung erhielten wichtigere Aufgaben.

Pelgrim verspricht, dass die Stadtverwaltung am Ball bleibt und Jugendraum samt Betreibermodell festlegt.

„Anästhesie“: Bar-Nachfolger oder Jugendraum?

Das Jugendforum startete am 12. Oktober 2017 unter der Moderation und mit Unterstützung der Offenen Kinder- und Jugendarbeit in der Aula des Schulzentrums West. Jeweils ein Mädchen und ein Junge der Klassenstufen acht bis zwölf wurden eingeladen. 150 Jugendliche nahmen am Jugendforum teil. Rund zwölf Gruppen wurden gebildet, die zum Teil durch Paten aus dem Gemeinderat begleitet werden. Das zweite Jugendforum findet am 23. Oktober 2018 in Schwäbisch Hall statt.

Die Rockbar „Anästhesie“ in der Zollhüttengasse an der Ecke zur Langen Straße existiert seit neun Jahren. „Wir haben mit euch auf den Tischen getanzt und uns manchmal auch unter sie getrunken. Diese Reise neigt sich nun dem Ende zu. Wir hören auf, wenn es am schönsten ist“, steht auf der Homepage der Bar. „Damit unsere Stadt aber rockbar bleibt, suchen wir einen tatkräftigen Nachfolger.“ Bis 30. August ist die Bar geschlossen: Sommerpause. Die Räume der „Anästhesie“ werden von der Stadtverwaltung als eine Alternative für einen Jugendraum geprüft. tob

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