Schutz für Haller Bad-Besucher Stadträte stimmen für die Sichtschutzwand

Stadtplaner Christian Mathieu muss schmunzeln, als er den Stadträten eine Materialprobe der Holzwand präsentiert, die Solbadbesucher vor den Blicken der Passanten schützen soll. Doch dieses Einstehen für eine Sache lohnt sich: Die Wand kann errichtet werden.
Stadtplaner Christian Mathieu muss schmunzeln, als er den Stadträten eine Materialprobe der Holzwand präsentiert, die Solbadbesucher vor den Blicken der Passanten schützen soll. Doch dieses Einstehen für eine Sache lohnt sich: Die Wand kann errichtet werden. © Foto: xxx
Schwäbisch Hall / Tobias Würth 01.08.2018
Die Verwaltung will das Höhenniveau des Loughboroughwegs anheben. Daher ist ein neuer Zaun nötig, der Badbesucher vor Blicken schützt.

Kocher-Jagst-Radler wundern sich, Mütter mit Kinderwagen, Rollstuhlfahrer. Wer die Promenade am Kocher nutzt, trifft  auf Kieswege und Baustellenabsperrung. Dort wo der  Loughborough-Weg in den seit einem Jahr Karesi-Weg getauften Abschnitt übergeht, ist der Boden uneben. Seitdem am 9. Juli 2008 im Zuge der Kocherquartierbaustelle der Bolzplatz als Parkfläche umgewandelt wurde, bestehen an dieser Stelle unterschiedliche Provisorien.

„Das ist eine der längsten Baustellen im Gehwegbereich“, spricht Oberbürgermeister Hermann-Josef  Pelgrim den wunden Punkt im Bau- und Planungsausschuss offen an. Die Stadtverwaltung wollte auf Größeres warten. Das Land will eine 112 Meter lange Fischtreppe bezahlen. Die könnte mit fast zwei Millionen Euro mehr als die Hälfte des 3,6-Millionen-Euro-Projekts ausmachen. Danach wäre dann laut Plan die Uferbefestigung und die Promenade dran gewesen.

Fischtreppe verzögert sich

Das Land zögert mit einer För­derzusage. Nun will die Stadtverwaltung doch die Kocherpromenade als erstes erneuern. Dem haben die Stadträte schon einstimmig im März zugestimmt. Die Gesamtkosten für diese Nivellierung des Wegs, eines Balkons über dem Fluss und der Sichtschutzwand werden auf 650 000 Euro geschätzt. Der Geh- und Radweg werde auf eine durchgängige Breite von drei Metern angelegt.

Im Zuge dieser Arbeiten soll gemeinsam mit den Stadtwerken der  Sichtschutzzaun am Solebad ersetzt werden.  Die Stadtwerke zahlen die Hälfte. Die Bauverwaltung hat eine Variante ausgewählt, die aus Lärchenholzlatten besteht, die durch Cortenstahlelemente unterbrochen werden. Solche Metallplatten sind ums Hotel herum verbaut. „Das  ergibt eine gestalterische Einheit“, lobt Fachbereichsleiter Planen und Bauen, Holger Göttler.

Teure Variante

„Für einen Zaun 270 000 Euro auszugeben. Das ist schon was“, kritisiert CDU-Stadtrat Martin Lindner, der einen Metallbaubetrieb in Steinbach führt. „Der Preis ist schon ein Wort.“  Göttler räumt ein: „Das ist relativ viel Geld.“ Es seien aber auch Kosten für das Fundament mit dabei, das zugleich die Randbefestigung des Wegs darstellt. „Der Zaun allein kostet 85 000 Euro.“

„Man läuft an einer Bretterwand vorbei, die zwei Meter hoch ist. Das wird massiv“, ergänzt Lindner. Man müsse eben das  Solebad vor Blicken der Passanten schützen, entgegnet Göttler. „Ich bin noch nicht begeistert“, meint Ruth Striebel (FDP). „Der rostige Stahl, das  sind tolle Elemente. Doch das ist eine Bretterwand.“

Glas oder Stein sei um ein vielfaches teurer, berichten die Bauexperten der Verwaltung. „Holz ist doch nicht schlimm“, meint Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim im Bau- und Planungsausschuss Mitte Juli. Da mehrere Stadträte Beispielfotos  oder -grafiken fordern, wird das für die Gemeinderatssitzung zugesichert. Die war nun vor genau einer Woche.

Stadtplaner Christian Mathieu hat ein Beispiel-Panel mitgebracht. Nachdem auf Nachfrage von Jutta Niemann (Grüne) versichert wurde, dass zumindest abschnittsweise eine Hecke gepflanzt werde, kommt es zur Abstimmung.

Mit 24 Ja- und 5 Neinstimmen aus den Reihen der Grünen und von Martin Lindner (CDU) sowie zwei Enthaltungen wird die Lärchenholzvariante favorisiert.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel