Schwäbisch Hall Sprühende Eleganz in tänzerischer Virtuosität

Schwäbisch Hall / Andreas Dehne 06.06.2018
Mädchen und Jungen zeigen Talent, sie überraschen im Haller Neubau-Saal mit einer dreistündigen opulenten und gelungenen Bühnenshow.

Sie kommen aus Hall, aus Kirchberg und aus St. Petersburg. Die Jüngsten sind gerade einmal fünf Jahre alt. Manche tanzen erst seit etwa 18 Monaten. Viele Mädchen, sehr wenige Jungs. Das Herz der Gruppe ist Elena Schneider. Im Moment noch Ballettpädagogin an der Volkshochschule Schwäbisch Hall und im Tanzzentrum Kirchberg.

40 Programmpunkte

Die Gäste aus Russland werden von Julia Gerega unterrichtet. Konstantin Shakhanov spielt zwischen den Tanzdarbietungen immer wieder auf der „Gusli“, einer griffbrettlosen Kastenzither, häufig im Halbplayback. Bis zu diesem Punkt scheint es eine ganz normale Aufführung einer Tanzschule für Jugendliche und Kinder zu sein. Bis zum ersten von knapp 40 Programmpunkten. Unter dem Titel „Küken“ treten zu der Musik von Mussorgski dem Augenschein nach eher die jüngeren Schülerinnen im weißen Tutu auf. Und es überrascht schon sehr, mit welch „kindlicher Professionalität“ sie ihren Tanz aufführen.

Beim folgenden Menuett im Spitzentanz reibt man sich verwundert die Augen. Opulente Kostüme, tänzerische sprühende Eleganz in anspruchsvollen Bildern. Alles, nur keine Schulvorführung. Im Anschluss „ein Echo der alten Melodie“.

Saal nur halb besetzt

Das dritte Tanzstück im halb besetzten Neubau-Saal: nach einer Musik von Vivaldi, mit der Solistin E. Burtseva. Sehenswert und geradezu ein tänzerischer Traum in Weiß. Spätestens ab diesem Moment ist der Ballett-Nachmittag eine Tanzaufführung der besonderen Art. In schnellem Wechsel geht es in ganz individuellen Choreografien drei Stunden lang durch die unterschiedlichsten Musikstile.

Die Protagonisten zaubern eine opulent und professionell wirkende Tanzshow auf die Bühne. In einer Kostümpracht, die in ihrer Detailliertheit sehr bewegt und die deren tänzerisches Können sehr gekonnt mit choreografisch-lyrisch anmutenden Bildern inszeniert – ein wahres Feuerwerk tänzerischer Emotionen.

Konstantin Shakhanov, obwohl mit viel Beifall bedacht, hat einen schweren Stand. Die jungen Tänzer und Tänzerinnen stehlen ihm ein wenig die Show. Er wird es angesichts der dargebotenen Leistung zu verkraften wissen.