Untermünkheim Spritzlackieren sticht Malern

Untermünkheim / KATHARINA GOTTSCHALK 04.01.2014
Malern, gipsen oder lackieren: Die Arbeit von Peter Baum und seinen Kollegen ist sehr vielfältig. Allen gemeinsam: Es ist Handarbeit, oft sogar schwere körperliche Arbeit. Ob Farbe oder Lack, alle Techniken müssen beherrscht werden.

In der Werks-halle arbeiten mehrere Mitarbeiter an verschiedenen Stationen. Lackierte Türen und Gartenstühle werden platziert oder schwere Maschinenteile aufgehängt, damit sie trocknen. In der Spritzkabine, aus der die Luft abgesaugt wird, um Körnchen im Lack zu vermeiden, lackiert ein junger Mann Maschinenteile mit einer Spritzpistole. Damit auch in jeden Winkel Lack hinein gelangt, umrundet er das Teil mehrmals.

Weiter hinten lackiert Mathias Beer Sitzbodenbleche für Flugzeugsitze elektrostatisch. Dabei werden der Lack und das Blech elektrostatisch aufgeladen und ziehen sich dann gegenseitig an. Der Lack haftet mit diesem Verfahren besser. Außerdem wird Material gespart, da nicht so viel Lack vorbei gespritzt wird. "Je nach Material und Kundenwunsch wird entschieden, welche Technik angewandt wird. Beim Spritzlackieren wird die Oberfläche beispielsweise schöner und gleichmäßiger als beim Streichen oder Malern", erklärt Peter Baum. Er ist Geschäftsführer der gleichnamigen Firma für Malerarbeiten, Stuck, Gerüstbau und Industrielackierungen mit Sitz im Ortsteil Haagen. Für viele große Firmen aus Hall und dem Landkreis werden hier Maschinenteile oder Flugzeugsitze lackiert.

Peter Baum zeigt an einem Sitzmodell, welche Teile das sind. "Es sind viele Einzelteile, die man später meist gar nicht mehr sieht. Hier zum Beispiel der Sitzfuß, das Sitzbodenblech oder die Armlehne. Die werden alle von Hand mit einer Spritzpistole lackiert." Warum lackiert man Teile, die man später sowieso nicht sehen wird? "Das macht man, damit die Metallteile nicht oxidieren. Nach dem Lackieren werden die meisten Teile dann verkleidet", erklärt der Fachmann. Die Lackfarbe kann dabei vom Kunden frei gewählt werden. "Für eine Messe haben wir auch schon mal einen ganzen Flugzeugsitz lackiert. Aber sonst sind es nur Einzelteile", erzählt Baum.

Ein weiteres Handwerk, das Baum und seine etwa 30 Mitarbeiter erlernen und ausführen ist Malern. Dabei braucht man ein Gefühl für Oberflächengestaltung und man sollte kreativ sein. Es gibt sehr viele verschiedene Techniken, um Farbe an die Wand zu bringen. Man kann entweder Tapeten anbringen oder eine Wand anstreichen. "Bei den Tapeten gibt es mittlerweile alle möglichen Muster und Farben, sogar Seidentapeten können die Kunden bestellen." Um einer Wand ein besonderes Aussehen zu verleihen, kann man beispielsweise die Spachteltechnik anwenden. Später sieht man die Spachtelbewegungen durch die Farbe hindurch. Bevor man allerdings so weit ist, muss eine Wand erst einmal richtig verputzt werden. "Das kann körperlich richtig anstrengend werden. Man muss den Putz auf die Wand aufbringen und dann mit einem breiten Metallstück glattziehen. Das Ganze wiederholt man noch einmal", zählt Peter Baum die Arbeitsschritte auf. Danach müsse der Putz ziehen. Aber der Maler muss dranbleiben, sonst wird der Putz zu hart. "Es gibt sehr viele Putze, von rustikal bis fein", weiß Peter Baum.

Ein Teil der Arbeit wird den Malern und Lackierern von Maschinen abgenommen. Ein Handwerk bleibt es, die treffenden Farbkombinationen zu treffen.

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