Bildung Sprachschulung bleibt wichtig

Francoise Eisfeld ist seit 25 Jahren Dozentin an der VHS Hall, ihr Kollege Heinz Brenner seit 35 Jahren. Rosa Petracca (30 Jahre), war bei der Ehrung der verdienten VHS-Dozenten durch OB Hermann-Josef Pelgrim (rechts) terminlich verhindert.
Francoise Eisfeld ist seit 25 Jahren Dozentin an der VHS Hall, ihr Kollege Heinz Brenner seit 35 Jahren. Rosa Petracca (30 Jahre), war bei der Ehrung der verdienten VHS-Dozenten durch OB Hermann-Josef Pelgrim (rechts) terminlich verhindert. © Foto: Beatrice Schnelle
Schwäbisch Hall / Beatrice Schnelle 17.04.2018

Den Geschäftsbericht für „ein Spitzenjahr“ kann Hermann-Josef Pelgrim in seiner Eigenschaft als erster Vorsitzender der Volkshochschule Schwäbisch Hall bei der Mitgliederversammlung präsentieren. Die Anzahl der Veranstaltungen, Kurse und Teilnehmer sowie das finanzielle Ergebnis im Haushaltsjahr 2017: Alles zeigt einen erfreulichen Aufwärtstrend. Nur mit einer Ziffer ist der Oberbürgermeister unzufrieden: 119 Mitglieder seien für einen leistungsfähigen Bildungsträger wie die Haller VHS, die weit über die Region hinaus Anerkennung genieße, deutlich zu wenig.

Zehn Prozent Rabatt

Um Schwung in die Sache zu bringen, erhalten Mitglieder der Bildungseinrichtung seit Beginn des neuen Semesters zehn Prozent Ermäßigung auf alle Kurs- und Veranstaltungsgebühren. Der ohnehin überschaubare Jahresbeitrag von 15 Euro werde sich auf diese Weise für aktive VHSler rasch amortisieren, rechnet Pelgrim vor. Beim Hohenloher Freilandmuseum habe eine vergleichbare Maßnahme Erfolg gezeigt: Seit Mitglieder des Museumsvereins eine Ermäßigung auf den Eintrittspreis erhalten, sei ihre Zahl rasant gewachsen.

Gebührenermäßigungen von 50 Prozent für sogenannte Geringverdiener sollen seit Beginn des neuen Semesters dafür sorgen, dass sich künftig auch Schüler, Studierende, Azubis, Hartz-IV-Berechtigte und Flüchtlinge, die Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhalten, das VHS-Angebot leisten können. Diese Personengruppen habe man bisher bei den Teilnehmern vermisst, so Geschäftsführer Thomas Gerstenberg.

Mehr als 27 Prozent oder 8584 der insgesamt 31 442 Unterrichtseinheiten wurden 2017 im Bereich „Deutsch als Fremdsprache“ geleistet, um Migranten die soziale und berufliche Integration zu ermöglichen. Seit 2013 hat die VHS ihr dahingehendes Unterrichtsangebot nahezu verdreifacht. Das gute wirtschaftliche Ergebnis des Geschäftsjahres basiere insbesondere auf dem Zuwachs in diesem Bereich und die Förderung durch das Bundesamt für Migration, erklärt Gerstenberg. Dies berge ein Risikopotenzial, da die weitere Entwicklung des Flüchtlingszustroms und der entsprechenden Förderprogramme nicht verlässlich prognostiziert werden könne. In Kooperation mit den regionalen Wirtschaftsunternehmen werde die sprachliche Schulung qualifizierter Zuwanderer aber weiterhin ein wichtiges Aufgabengebiet bleiben, betont Schwäbisch Halls Oberbürgermeister Pelgrim.

Ausgeglichener Haushalt

Bei den Einnahmen und Ausgaben herrscht, wie schon in den vergangenen Jahren, ein ausgewogenes Verhältnis. Rund 1,67 Millionen Euro flossen 2017 in die VHS-Kasse, rund 1,6 Millionen Euro wurden für Honorare, Personal- und Sachkosten ausgegeben. Die Summe aller Teilnehmer am Kurs- und Veranstaltungsangebot erreichte im vergangenen Jahr mit 25 760 einen neuen Rekord. Sie besuchten 1970 Kurse und Einzelveranstaltungen. Am beliebtesten war der Fachbereich „Gesellschaft, Politik und Umwelt“ mit rund 10 000 Teilnehmern, gefolgt von „Gesundheit“ mit fast 7300 Teilnehmern. Der niedrigste Wert (745) findet sich in der Rubrik „Berufliche Weiterbildung“, wobei dieser Bereich gleichzeitig mit mehr als 23 Prozent die höchste Steigerungsrate gegenüber dem Vorjahr aufweisen kann. 4361 Personen nahmen an einem der 295 Sprachkurse teil, die von Englisch bis Chinesisch vierzehn Fremdsprachen anbieten.

Rund 14 Prozent der Kurse wurden in einer der bisher acht VHS-Außenstellen angeboten. Mit weitem Abstand am fleißigsten waren dabei die Gaildorfer, die 3214 Teilnehmer für 1916 Unterrichtseinheiten begeisterten. Die Außenstelle Vellberg gibt es mit Ende des letzten Semester nicht mehr: Dr. Christine Werk­stetter beendet im Einvernehmen mit Bürgermeisterin Ute Zoll und der VHS-Leitung auf eigenen Wunsch ihren Einsatz. Den Mangel an interessierten Bürgern erklärt Thomas Gerstenberg mit dem reichhaltigen kulturellen und sportlichen Angebot, das den Vellbergern in ihrer Stadt zur Verfügung stehe.

Nur noch Schriftform erlaubt

Infolge der neuen EU-Datenschutzverordnung DSGVO dürfen die VHS-Mitarbeiter künftig keine telefonischen Anmeldungen mehr entgegennehmen. Buchungen müssen in schriftlicher Form, also per E-Mail, Fax oder Post erfolgen. Am einfachsten funktioniert die Kursanmeldung über den Onlineshop der Volkshochschule. Dort kann man im Kursangebot stöbern und per Mausklick buchen.
www.vhs-sha.de cito

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