Kirche Sportliches Bodenpersonal

Die angehenden Pfarrer teilen ein großes Faible für den Sport: Dr. Johan Hendrik Breytenbach, Felicitas Biehler und Christin Dinkel (von links) bilden zusammen das neue Vikarteam im evangelischen Kirchbezirk Schwäbisch Hall.
Die angehenden Pfarrer teilen ein großes Faible für den Sport: Dr. Johan Hendrik Breytenbach, Felicitas Biehler und Christin Dinkel (von links) bilden zusammen das neue Vikarteam im evangelischen Kirchbezirk Schwäbisch Hall. © Foto: Bettina Lober
Schwäbisch Hall / Bettina Lober 03.11.2018
Die evangelischen Kirchengemeinden Sophie Scholl in Hall, in Sulzdorf und in Vellberg begrüßen drei Vikare.

Mit den bunten Blättern, die zu Boden fallen, denken die Menschen im Herbst an das langsam zu Ende gehende Jahr. Im Oktober hat für diese drei jungen Menschen aber auch ein neuer Lebensabschnitt begonnen: Felicitas Biehler, Christin Dinkel und Dr. Johan Hendrik Breytenbach haben die praktische Ausbildungsphase auf dem Weg zum Pfarrberuf begonnen und sind als Vikare in ihren jeweiligen Kirchengemeinden begrüßt worden.

Alle drei haben sich an Universitäten mit der Theologie in der Theorie beschäftigt. Nun geht es in die Praxis. Phasenweise werden unterschiedliche Themen und Aufgaben bearbeitet, erklärt Schuldekan Kurt Wolfgang Schatz. Zunächst geht es um den Religionsunterricht, den die Vikare in ihren ersten Hospitationswochen an der Schule in Ilshofen kennengelernt haben. Daher seien die Nachwuchstheologen auch vielleicht noch gar nicht so präsent in der Gemeinde, räumt Schatz ein.

Herzliche erste Begegnungen

Freilich sind sie in ihren neuen Kirchen bereits vorgestellt worden. Und alle drei können von ersten herzlichen und sehr interessierten Begegnungen berichten. Besonders Dr. Johan Hendrik Breytenbach, der das Pfarrerhandwerk in der evangelischen Kirchengemeinde in Sulzdorf lernt und aus Südafrikas Hauptstadt Pretoria stammt. Klar, dass er beim gemeinsamen Essen nach dem ersten Gottesdienst spontan sehr viele Fragen beantworten musste. Damit hatte er nicht gerechnet, erzählt er lächelnd: „Vielleicht war es auch gut, dass ich es vorher nicht wusste.“ So haben die Sulzdorfer erfahren, dass der 38-Jährige in Pretoria, Wien und Tübingen studiert hat, und dass er in seiner Doktorarbeit eine „systhematisch-theologische Untersuchung von Calvins Theologie des Gebetes“ unternahm.

Auch der Onkel war Pfarrer

Ursprünglich hat Breytenbach in Pretoria begonnen, Jura zu studieren, hat aber schnell zur Theologie gewechselt und sich in der neuen Materie gleich wohlgefühlt. „Ich bin in einem christlichen Elternhaus aufgewachsen, mein Onkel war Pfarrer.“ Über Wien führte sein Weg dann nach Tübingen, wo er auch seine Doktorarbeit schrieb. Obwohl er mit der Universität viele schöne Erinnerungen verbindet, kann er sich keine Uni-Karriere vorstellen. Und die Sulzdorfer haben nun auch einen sehr sportaffinen Vikar: Kraftsport, Klettern, Wandern, Angeln, Fallschirmspringen, Kitesurfen, „und ich habe zwei Hunde“, erzählt Breytenbach. Sportlich sind auch seine beiden Vikarskolleginnen: Felicitas Biehler ist viel mit dem Fahrrad in ihrer neuen Kirchengemeinde Sophie Scholl in Hall unterwegs.  „Und für den Dreikönigslauf habe ich mich auch schon angemeldet“, erzählt sie lachend. Die 27-Jährige stammt aus Oberstenfeld-Gronau im Bottwartal. Der örtliche Pfarrer habe sie schon fürs Theologiestudium gewinnen wollen, „aber eigentlich waren es vor allem die Sprachen, die mich faszinierten“. Ihr  Studium begann die reiselustige junge Frau in Neuendettelsau, setzte es in Leipzig („das ist meine Studienstadt“) fort, verbesserte zwischenzeitlich ihr Englisch in Südafrika, und machte schließlich in Tübingen ihr Examen. Sie schätzt die nun folgende Praxis-Ausbildung im Team-Vikariat – man kann sich austauschen, Erfahrungen teilen und sich Impulse geben.

Immer wieder geht es gemeinsam zu Kursen ins Pfarrseminar der Landeskirche nach Birkach. Dort hat auch schon der Talarschneider vorbeigeschaut und jeweils Maß genommen. „Wenn alles klappt, bekommen wir unsere Talare noch vor Weihnachten“, sagt Christin Dinkel, die Dritte in diesem sportlichen Vikarteam.

Engagement in Tansania

Sie arbeitet in der Kirchengemeinde Stöckenburg in Vellberg mit. Die 27-Jährige ist in Eckartshausen aufgewachsen und begann früh, beim TSV Ilshofen Fußball zu spielen. Auch in der Jugendarbeit ihrer Kirchengemeinde war sie engagiert. Doch nach dem Abi­tur 2010 führte ihr Weg für ein Jahr nach Tansania, wo sie an einer christlichen Schule mitarbeitete.

Ihr Theologiestudium begann sie in Tübingen. Zeitweise studierte sie in Leipzig, wo sie auch Felicitas Biehler kennenlernte. Ein Semester verbrachte sie in Heidelberg, bevor sie nach Tübingen zurückkehrte. Nun beginnt für sie in ihrer alten Heimat Hohenlohe mit dem Vikariat ein neuer Lebensabschnitt – und auch eine neue Fußballsaison.

Nachwuchstheologen aus Hohenlohe, dem Bottwartal und Südafrika

Johan Hendrik Breytenbach ist 38 Jahre alt. Er wurde in Pretoria geboren, wuchs dort in einer christlichen Familie auf und begann dort auch sein Theologiestudium. 2003 setzte er es in Wien als Forschungsstudent fort, später wechselte er nach Tübingen, wo auch seine 2016 publizierte Doktorarbeit über die Gebetslehre des Reformators Johannes Calvin entstand. Im Oktober begann er die Vikarsausbildung in Sulzdorf. Breytenbach treibt viel Sport und hat zwei Hunde.

Felicitas Biehler ist 27 Jahre alt und stammt aus Oberstenfeld-Gronau. Bevor sie in Neuendettelsau ihr Theologiestudium begann, absolvierte sie ein Praktikum in einer Kirchengemeinde in Iserlohn und sammelte dort Erfahrungen in der Arbeit mit Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Biehler studierte in Leipzig und Tübingen. Nun ist sie Vikarin in der Gemeinde Sophie Scholl in Hall. Sie radelt, läuft und ist gerne in der Natur.

Christin Dinkel ist 27 Jahre alt und wuchs in Eckartshausen auf. 2010 machte sie in Crailsheim Abitur und ging für ein Jahr nach Tansania. Sie studierte Theologie in Tübingen, Leipzig und Heidelberg. Fortan arbeitet sie in der Kirchengemeinde Stöckenburg in Vellberg mit. Ihr sportliches Hobby: Fußballspielen. Außerdem liest sie gerne und ist mit ihrem Mann Lars, der als Lehrer arbeitet, unterwegs. blo

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