Wandergruppen picknicken an den soliden Tischen und Bänken mit Flussblick, Kinder spielen Seeräuber auf den riesigen Klettergerüsten, junge Mütter stillen ihre Babys. Wer an einem sonnigen Tag auf die beiden Premium-Spielplätze auf dem Haller Unterwöhrd blickt, könnte der Meinung sein: Hall tut mehr als nötig für die Kinder.

Das Holz an den Spielgeräten ist verrottet

Wer in dem 103 Seiten starken Werk „Strukturuntersuchung Spielplätze Stadt Schwäbisch Hall“, blättert, könnte zu genau dem entgegengesetzen Schluss kommen. Die Haller Landschaftsarchitekten aus dem Büro Gundelfinger-Traub haben es erstellt. Eher beiläufig wurde es in einer der Gemeinderatssitzungen im Sommer beigelegt.

Darin liest man zum Beispiel über den Spielplatz am Tilsiter Weg: „Dach teilweise verrottet, farbige Flächen ausgeblichen, abgenutzt, Holz leicht verrottet. Metall teilweise verrostet. Podest mit Sandbagger verrottet.“ Die Geräte sollten ausgetauscht werden, empfehlen die Landschaftsarchitekten.

Die Stadt Schwäbisch Hall unterhält derzeit im Stadtgebiet und in den Ortschaften 54 Spielplätze. „Bis auf wenige Ausnahmen sind die Spielplätze älter als 20 Jahre und der Zustand stellt sich oft dem Alter entsprechend dar“, steht in dem Gutachten. Hall hat dabei mehr Spielplätze als Crailsheim (35) und Ellwangen (39). Allerdings verfügt die Stadt am Kocher über weniger Spielgelegenheiten als Bad Mergentheim (71) oder Waiblingen (75).

Zum Teil werden Spielplätze gelobt

Es werden auch einige Orte in Hall für Kinder ausdrücklich gelobt. Darunter, die auf dem Unterwöhrd: „Als zentraler Spielplatz der Stadt Schwäbisch Hall ist der Spielplatz auf dem Unterwöhrd nicht nur für die in unmittelbarer Nachbarschaft wohnenden Kinder und Jugendliche, sondern auch als Ausflugsziel von hoher Bedeutung.“ In der Rats­sitzung vor der Sommerpause kündigt Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim an, dass im Rahmen der Gespräche über den Doppelhaushalt eine Prioritätenliste für die Sanierung der Spielplätze festgelegt werden soll.

Damit sind die beiden Vorschläge aus dem Planungsbüro erst mal vom Tisch, zuerst die Spielplätze auf dem Einkorn und im Bereich Rübäcker am Südost-Rand von Hessental zu sanieren.

Die Erneuerung von Spielplätzen hat seinen Preis. So wird der Spielplatz Klingenäcker in Sulzdorf derzeit für 250.000 Euro verbessert. Aus dem Ort kamen bei der Planung Stimmen der Eltern, die gleich alle Spielplätze saniert haben wollten. Doch das wurde abgelehnt. Das Gutachten, das 2019 auf den neuesten Stand gebracht wurde, soll nun helfen, Prioritäten für die Spielplatzsanierung festzulegen. Die soll am 23. Oktober im Rahmen der Haushaltseinbringung im Gemeinderat für die nächsten zwei Jahre sichtbar werden.

Info Die Studie findet man im Internet unter www.schwaebischhall.de im Menü „Bürgerstadt“ auf „Gemeinderat“ und dann „Ratsinfo“. In der Suchfunktion dann „Strukturuntersuchung“ eingeben.

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