Schraubenspezialist Spatenstich am Stammsitz

Nahtlos soll sich der Neubau künftig in die Gebäudefront zwischen bisheriger Galvanik und Walzerei einfügen.
Nahtlos soll sich der Neubau künftig in die Gebäudefront zwischen bisheriger Galvanik und Walzerei einfügen. © Foto: Grafik: Reisser
pm/flu 03.11.2018

Natürlich ließ sich das Stadtoberhaupt das Ereignis nicht entgehen: Ingelfingens Bürgermeister Michael Bauer war einer der Gäste beim Spatenstich für die Erweiterung der Galvanik von Reisser-Schraubentechnik Anfang dieser Woche in Criesbach. Das Unternehmen baut eine weitere Fertigungshalle, die für den Betrieb einer innovativen Zink­trommelanlage genutzt wird.

Insgesamt investiert Reisser rund sieben Millionen Euro in die 2000 Quadratmeter große Fertigungshalle inklusive Anlage. Im Juli nächsten Jahres soll die neue Anlage mit 40 Prozent höherer Produktionskapazität in Betrieb genommen werden. Der Neubau soll direkt und ebenerdig mit der Schraubenfertigung verbunden werden, was die Produktion noch effizienter gestalten soll. Optisch soll der Neubau den umliegenden Gebäuden angeglichen werden und die gleiche Fassade in der gleichen Farbe erhalten.

Michael Dartsch, Geschäftsführer Produktion bei Reisser, sagte: „Das Galvanik-Geschäft gehört zu unseren Wachstumsfeldern und ist ein herausragendes Beispiel dafür, wie wir mit innovativen Produkten und Dienstleistungen neue Märkte erschließen. Mit der Erweiterung setzen wir die Erfolgsgeschichte unseres Galvanik-Geschäfts fort und positionieren uns am Markt als attraktiver Partner für Veredelungstechniken – nicht nur für Schrauben – sondern auch immer mehr als Marke für Galvano-Design.“ Architekt Erich Kalis vom Künzelsauer Architekturbüro Kalis brachte seine Hoffnung zum Ausdruck, regionale Firmen für das Bauprojekt zu gewinnen. Der Anfang ist gemacht: Der Rohbau wird von der Kupferzeller Firma Stauch Bau ausgeführt.

In Criesbach produziert Reisser als ein führender Hersteller von Edelstahlschrauben in Europa Verbindungselemente für die Industrie, Dach-, Wand- und Solarbranche. In der hauseigenen Galvanik bietet Reisser Beschichtungslösungen für Komponenten unterschiedlicher Branchen an, darunter auch Automobilindustrie und Ventiltechnik.

„In der neuen Anlage werden die zu veredelnden Teile äußerst schonend behandelt und erhalten einen sehr hohen Korrosionsschutz“, berichtet Dartsch. Großkunden wie die Firma Eaton hätten bereits Interesse signalisiert, Kapazitäten der Anlage für ihre Hydraulik-Produkte zu belegen. Die Gesamtauslastung sei schon heute gesichert, sagt der Geschäftsführer.

39

tausend (39 000) Quadratmeter groß ist das Areal am Standort
Criesbach. Davon sind bisher rund 15 000 Quadratmeter bebaut.

Innovativer Mittelständler aus dem Kochertal

Aus dem 1921 gegründeten Eisenwarenhändler wurde über die Jahre ein Spezialist für Befestigungs- und Verbindungselemente mit eigener Produktionsstätte. 1972 bezog das Unternehmen den heutigen Stammsitz in Ingelfingen-Criesbach. Seit 1994 gehört Reisser zur Würth-Gruppe. Unter der Leitung der Geschäftsführer Michael Dartsch und Peter Plack arbeiten derzeit 320 Mitarbeiter in der Reisser-Gruppe, 280 davon am Criesbacher Hauptstandort. 2016 hatte die gesamte Gruppe 297 Mitarbeiter.

Zur Gruppe zählen Niederlassungen in Rumänien und Ungarn, produziert wird ausschließlich in Deutschland. 50,7 Millionen Euro betrug der Gesamtumsatz der Reisser-Gruppe im vergangenen Jahr, eine Steigerung von 2,1 Millionen Euro gegenüber 2016. Für 2018 peilt das Unternehmen 58 Millionen Euro Umsatz an.

Das Betriebsergebnis wird nur für die gesamte Würth-Gruppe veröffentlicht, dort lag es im letzten Jahr bei 780 Millionen Euro vor Steuern.

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