Schwäbisch Hall Spaß am Spiel

Uwe und Marina Saussele liefern das Fundament - und Musiker wie Martin Keller (Saxofon) oder Elisa Flöß (Posaune) steigen spontan ein.
Uwe und Marina Saussele liefern das Fundament - und Musiker wie Martin Keller (Saxofon) oder Elisa Flöß (Posaune) steigen spontan ein. © Foto: Hans Kumpf
Schwäbisch Hall / HANS KUMPF 22.11.2014
Noch unbekannte Künstler-Kollegen treffen, Mut zum Risiko, Freude beim Spielen, Neues erleben: Ungezwungene Jam-Sessions gehören zum Jazz. Der Jazzclub lud jetzt zur swingenden Konferenz ins Anlagencafé.

In Hall gab es auch früher immer wieder Sessions, bei denen musikalische Zufallsbekanntschaften ausdrücklich gewünscht waren. Zum Beispiel im Alten Schlachthaus, im Schwerpunkt Glück, im Club Alpha 60 oder im Keller des Münzhauses in der Gelbinger Gasse 83. Bei der jüngsten Mitgliederversammlung des Jazzclubs gab es den Vorschlag, einen Abend zu organisieren, bei dem ohne spezielle Proben gemeinsam improvisiert werden kann.

Als schlagzeuglose Rhythmusgruppe, die das nötige Fundament für hereinspazierende Bläser beisteuert, wurde das Ehepaar Saussele aus Neuenstein gewonnen: Marina am Kontrabass, Uwe an der Gitarre. Bevor vor viel Publikum die eigentliche Session startete, spielte zur Einstimmung ein Tentett begeisterter Amateure, die ansonsten sporadisch im Haus der Bildung gemeinsam üben.

Der Flügelhorn blasende Michael Richter arrangierte das spontane Aufeinandertreffen. Man verständigte sich auf bewährte Standards wie "Summertime" und "Autumn Leaves", oder ein Blues im Zwölftakteschema. Bei jedem Stück beteiligte sich die Posaunistin Elisa Flöß, die im Herbst 2015 mit dem Landes-Jugendjazzorchester im indischen Bengalore konzertieren wird. Die 18-Jährige ließ sich von den emotional mitreißenden Chorussen des 1956 geborenen Jazz-Profis Martin Keller (Tenorsaxofon) mitreißen. Auch der klassische Konzert-Meister Jochen Narciß wagte sich mit einer elektronifizierten Violine aufs improvisatorische Jazz-Terrain.

Ob eine Jam-Session nun zur Institution wird? Die dicht gedrängt stehenden Zuhörer geizten nicht mit ermutigendem Beifall nach den einzelnen Solobeiträgen. Und den Akteuren hat es merklich Spaß gemacht.

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