Waldenburg Später Termin, anderer Ort, neue Besetzung

Die beiden Vorstände der R. Stahl AG: Volker Walprecht (Finanzen) und Mathias Hallmann (Vorsitzender). Morgen berichten sie an die Aktionäre.
Die beiden Vorstände der R. Stahl AG: Volker Walprecht (Finanzen) und Mathias Hallmann (Vorsitzender). Morgen berichten sie an die Aktionäre. © Foto: ht
Waldenburg / Jürgen Stegmaier 29.08.2018
Die Teilhaber warten mit Spannung auf die Hauptversammlung der R. Stahl AG. Diese findet am Donnerstag im Carmen-Würth-Forum statt. Erstmals zeigt sich der neue Vorstand.

Mitte des Monats stellte Stahl neue explosionsgeschützte Langfeldleuchten vor. Sie seien mit besonders langlebiger und wartungsarmer LED-Technik ausgestattet. Durch hohe Effizienz, geringe Betriebskosten und eine Lebensdauer von mindestens zehn Jahren würden sich die Leuchten zum universellen Einsatz in der Industrie eignen, teilt Stahl mit.

Leuchtstark, kostenbewusst, langlebig, wartungsarm, effizient – so wünschen sich die Aktionäre der R. Stahl AG das gesamte Unternehmen. Eine Perspektive zur weiteren Entwicklung wird der Vorstand den Anteilseignern morgen unterbreiten.

Von Neuenstein nach Gaisbach

Der Explosionsschutzexperte aus Waldenburg lud sein Aktionäre bislang stets im Frühsommer in die Neuensteiner Stadthalle zur Hauptversammlung ein. Diesmal trifft man sich erst Ende August, am morgigen Donnerstag, im Carmen-Würth-Forum in Gaisbach. In diesem Jahr legte die Geschäftsleitung ungewöhnlich spät den testierten Jahresabschluss vor. Dadurch verschob sich der Termin der Jahreshauptversammlung. Grund für den verzögerten Abschluss waren offenbar Verlustvorträge im Zahlenwerk, die neu bewertet werden mussten.

Die Veränderungen des Veranstaltungsorts und des Termins sind vernachlässigbar im Vergleich zu dem, was sich zuletzt auf geschäftlicher Ebene bei R. Stahl getan hat.

Das Unternehmen wird inzwischen von Mathias Hallmann geführt. Der promovierte Ingenieur Hallmann kam im Herbst 2017 zu Stahl. Seit Anfang des Jahres leitet er offiziell die Geschäfte. Er folgte auf Martin Schomaker. Der Aufsichtsrat des Unternehmens konnte sich offenbar nicht vorstellen, Schomakers Vertrag nochmals zu verlängern.

Marx geht, Walprecht kommt

Und im Februar dieses Jahres schied Finanzvorstand Bernd Marx von heute auf morgen aus dem  Unternehmen aus. Die Erklärungen dazu waren dürftig. Marx habe den Aufsichtsrat um die Aufhebung seines Vertrags gebeten. Warum? Öffentlich wurde darüber nie aufgeklärt.

Marx’ Nachfolger ist Volker Walprecht. Er wurde zur zweiten Jahreshälfte 2018 in den Vorstand berufen. Der Diplom-Kaufmann verantwortet die Finanzen. Walprecht ist erfahren in den Branchen Energie sowie Öl und Gas.

In den zurückliegenden zwölf Monaten gab der Kurs der Stahl-Aktie erheblich nach. Während die meisten Standard- und Technologiewerte an den deutschen Börsen satt zulegten, zog sich der Wert des Stahl-Anteilsscheins von etwa 33 Euro auf rund 26 Euro zurück. Das entspricht einem Minus von zirka 20 Prozent.

Der Kursrutsch an der Börse kommt nicht von ungefähr – er spiegelt einerseits die bekannten Zahlen wider, andererseits die Erwartungen der Anleger. Im ersten Halbjahr 2018 betrug der Verlust rund 3,3 Millionen Euro. Allenfalls mit Blick aufs Vorjahr lassen sich daraus positive Aspekte ableiten. Von Januar bis Juni 2017 betrug das Ergebnis vor Steuern und Zinsen sogar minus 7,3 Millionen Euro.

Am 12. Juni gab Stahl dann auch noch bekannt, dass aufgrund der schwachen Ertragslage in diesem Jahr keine Dividende an die Aktionäre ausgezahlt werden soll. Zuletzt schüttete die Gesellschaft 0,60 Euro je Aktie an ihre Teilhaber aus.

Gut im ersten Halbjahr

In der Halbjahresbetrachtung verbesserte sich der Umsatz um 3 Prozent – von 132 auf 136 Millionen Euro in diesem Jahr. Deutlich wird aus den bisher vorgelegten Zahlen auch, dass Stahl die Investitionen im ersten Halbjahr heruntergefahren hat: von 5 auf 4,5 Millionen Euro.

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Millionen Euro beträgt der Umsatz der R. Stahl AG im ersten Halbjahr 2018 in Deutschland. Dies entspricht einer Steigerung von rund 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (29 Millionen Euro). Rückgänge sind in der Asien-Pazifik-Region zu verzeichnen. Dort verringerten sich die Erlöse von 28,3 auf 26,7 Millionen Euro.

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