Schwäbisch Hall / MAYA PETERS Die Hospitalkirche wird zum Auktionssaal: Zugunsten der Kunsttherapie in der Kinderklinik werden 40 Kunstwerke durch eine Auktionatorin von Sotheby's versteigert. Es kommen 27.000 Euro zusammen.

"Zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten." Der kleine Hammer fällt auf das weiße Stehpult in der Hospitalkirche. Die energische Frau im roten Kostüm ist ein Profi. Denn Nina Buhne ist Senior Director bei Sotheby's Frankfurt, einem internationalen Auktionshaus. An diesem Tag versteigert sie vor allem Kunst für wenige hundert Euro, einen Teil des Erlöses bekommt die Kinderklinik zur Finanzierung einer Kunsttherapeutin.

2012 schrieb Sotheby's Geschichte: Eine Version des Bildes "Der Schrei" von Edvard Munch wurde für 91 Millionen Euro verkauft. Für die Auktion in der Hospitalkirche, so Buhne vor den etwa 200 Besuchern, sprächen mehrere Punkte: "Sie können Geld für einen guten Zweck spenden, hervorragende Kunstwerke ersteigern - und das, ohne Millionen in die Hand zu nehmen."

Als Buhne den Satz "Welcome to Sotheby's auction" sagt, wird es ernst. Die Auktionatorin spricht temporeich und reagiert blitzschnell auf die Handbewegungen der Bieter. "Ich kann es verkaufen für 540 Euro, und ich werde es für 540 Euro verkaufen", heißt es bald bei einer der ersten Losnummern. Am Ende erzielt sie jedoch 700 Euro für das Werk von Marion Eichmann.

Ein Zuschauer murmelt: "Ein echtes Schnäppchen"

In schneller Abfolge kommen die Zusammenfassungen, je nach Preishöhe in 10er-, 20er- oder sogar 100er-Schritten, immer wieder versetzt mit englischen Floskeln, der Handelssprache des internationalen Auktionshauses. "Ein echtes Schnäppchen", murmelt ein Zuschauer beim Zuschlag für ein Werk von Monika Siegloch. Nicht nur ihre Bilder werden in den Galerien üblicherweise noch höher gehandelt. Im Anschluss an die Auktion können die ersteigerten Werke in bar oder per EC-Karte bezahlt werden - für die Bereitstellung der Technik durch die Haller Sparkasse gibt es Szenenapplaus. Um einige der Kunstwerke wird regelrecht gekämpft. Immer wieder gehen die Hände hoch, erhöht sich der Preis, gibt es neue Höchstbietende. "Es tut mir leid - und ich freue mich gleichzeitig", entschuldigt sich die Auktionatorin lächelnd bei den jeweils Unterlegenen und erinnert an den guten Zweck der Auktion.

Helfer der Haller Serviceclubs und des Hällisch-Fränkischen Museums kümmern sich um die Präsentation und den Austausch der Werke auf der Staffelei, sie tragen dabei weiße Handschuhe. "Der alte Bieter ist wieder dabei", zeigt Nina Buhne auf einen Mann. Dieser widerspricht protestierend mit Verweis auf sein Alter. Sie habe damit den vorherigen Bieter gemeint, korrigiert sich die Auktionatorin und stimmt ins Lachen ein.

Bis zu 2400 Euro werden für die Einzelstücke bezahlt. Das günstigste Bild - eine Fotografie - geht für 150 Euro weg. Nur ein Werk wird anonym durch ein schriftliches Gebot ersteigert, bei allen anderen sind die Bieter anwesend. In etwas mehr als einer Stunde ist alles präsentiert und versteigert. Insgesamt kommen rund 27.000 Euro zusammen, die zwischen den Künstlern und der Kinderklinik aufgeteilt werden. Halls Erste Bürgermeisterin Bettina Wilhelm, zugleich Vorsitzende des Fördervereins der Kinderklinik, und Professor Andreas Holzinger, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin in Schwäbisch Hall, bedanken sich bei den Künstlern, Helfern und Sponsoren. "Auf ein Neues" verabschiedet sich Nina Buhne. So signalisiert sie, dass dieses Projekt wiederholt werden könnte.