Braunsbach Liebe und Ehe im Judentum

Elisabeth Quirbach (rechts) führt interessierte Besucher durch die Sonderausstellung im Rabbinat, die sie zusammengestellt hat.
Elisabeth Quirbach (rechts) führt interessierte Besucher durch die Sonderausstellung im Rabbinat, die sie zusammengestellt hat. © Foto: Oliver Färber
Braunsbach / Oliver Färber 24.07.2018
Elisabeth Quirbach, Vorsitzende des Braunsbacher Rabbinatsvereins, hat erneut recherchiert: Sie hat eine Sonderausstellung auf die Beine gestellt.

Elisabeth Quirbach war wieder fleißig. Die Vorsitzende des Braunsbacher Vereins Kultur im Rabbinat hat sich ins Zeug gelegt, um über ein Thema zu recherchieren, das nicht immer ganz einfach ist: Partnerschaft, Liebe, Ehe und auch Sexualität und Glaube. Denn in jeder Gesellschaft sind die Bräuche anders. „Und wir geben jetzt einen Einblick, welche Rolle dies im Judentum spielt“, erklärt sie bei der Eröffnung der Sonderausstellung am Sonntag im Rabbinatsmuseum.

Elisabeth Quirbach präsentiert die vielen Dokumente auf den Stelltafeln, die sie zusammengetragen hat, interessierten Besuchern. Erstaunt sind sie, als sie hören, dass es heutzutage noch einen Heiratsvermittler gibt. „Ja, der ist auch heute noch heftig gefragt“, erklärt die Fachfrau. Der Schadchen sei dafür zuständig, Frau und Mann zusammenzuführen. Die Gläubigen gehen aber auch mit der Zeit: Die Vermittler haben mittlerweile elektronische Angebote für ihre Dienste im Internet. „Ich kenne auch eine Frau, die ihren Mann so kennengelernt hat, und sie ist sehr glücklich mit ihm“, berichtet Elisabeth Quirbach.

Oft regelten Eheverträge bis ins Detail, was wem wann zustehe. Dafür hat sie auch ein Exemplar aus Braunsbach aus dem 19. Jahrhundert aufgetrieben. Fixiert ist darin beispielsweise zudem, was nach dem Tod eines Partners geschehe.

Auch mit dem Thema Scheidung hat sie sich befasst. „Sie ist nicht gerne gesehen, aber es gibt sie auch im Judentum“, weiß Quirbach. Allerdings sei sie nur möglich, wenn ein Mann seiner Frau einen Scheidungsbrief gibt – und sie diesen dann auch annimmt. Möchte dagegen eine Frau sich trennen, müsse sie zum Rabbiner gehen. „Sie kann ihn bitten, ihren Mann dazu zu bewegen, einen Get aufzusetzen. In Israel traut und scheidet nur der Rabbiner“, sagt sie. Mehr Informationen zum Thema der Ausstellung vermittelt auch ein 30-minütiger Film.

Info

Die Ausstellung ist bis 28. Oktober jeden zweiten und vierten Sonntag im Monat jeweils von 14 bis 18 Uhr zu sehen; für Gruppen nach Anmeldung auch an anderen Tagen.

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