Die Vorlage ist zwar jedes  Jahr dieselbe. Gleich sehen die Ornamente in den Ackeranlagen aber nicht aus. Siegfried Pribbernow und Jochen Schulz von den Haller Stadtbetrieben sind damit beschäftigt, die Sägespäne für die Muster auszubringen. Denn heute Abend beginnt das Sommernachtsfest. Zum 66. Mal werden mehr als 20.000 Lichter und etwa 3000 Lampions den Park in ein Lichtermeer verwandeln.

Maßbänder, Holzstücke, Zirkel

Doch bevor es soweit ist, haben die Männer von den Stadtbetrieben noch einige Arbeit vor sich. Diese beginnt bereits etwa eine Woche vor dem Fest. Pribbernow und Schulz kennen das Prozedere, denn sie machen das schon mehr als zehn Jahre. Am Montag um 6 Uhr klauben sie Maßbänder, Holzstücke, selbstgemachte Zirkel und Schnüre zusammen. Ab 8 Uhr beginnen sie in den Ackeranlagen, die Ornamente vorzuschütten, auf die die Lichterbecher gestellt werden.

Feier Vorbereitung auf das Sommernachtsfest

Die Arbeiter orientieren sich an einem Plan, auf dem die aufwendigen Muster aufgezeichnet sind. Jochen Schulz steckt zuerst Holzstäbe in den Boden. Das hilft bei der Orientierung. Er legt das Maßband auf die Wiese und streut daran dünne Linien entlang. Dann entfernt er das Maßband und Pribbernow streut eine dickere Spur Sägespäne hinterher. „Wir verwenden für die Verzierungen zwei große Hänger voll Späne“, erklärt Schulz. „Insgesamt dürfte sich das auf sechs bis sieben Kubikmeter belaufen.“ Ab Mittwoch werden Siegfried Pribbernow und Jochen Schulz von drei weiteren Mitarbeitern unterstützt, die sich um die kleineren Einfassungen des Ornaments kümmern und Sägespänenachschub holen.

Weitere Organisatoren kümmern sich um den Bühnenaufbau. „Wir sind froh, dass wir tatkräftige Unterstützer haben“, sagt Pribbernow. „Sie strahlen die Ruhe aus, die manchmal gebraucht wird“, erklärt er weiter und lacht.

Die Bühnen und Bands stünden jedes Jahr anders, die Bäume würden immer größer und von Strahlern beleuchtet. „Das muss man alles mit einplanen und auch mal drum herum bauen. Aber das ist auch die Kunst an der ganzen Sache: Die Installation jedes Jahr so zu verändern, sodass es den Besuchern unter Umständen gar nicht auffällt, dass das Muster jedes Jahr dasselbe ist“, sagt Schulz.

Sommernachtsfest in Hall Lichtermeer, Tanz und Musik

Schwäbisch Hall

In Zeitdruck sind die Mitarbeiter des Stadtbetriebes noch nie gekommen. Samstagvormittag wollen sie ihre Arbeit mit dem Haller Wappen abschließen. „Der einzige Feind des Sommernachtsfestes ist und bleibt das Wetter. Beim Aufbau ist das kein Problem, aber wenn das Wochenende ins Wasser fällt und die Kerzen nicht brennen können, war viel Arbeit umsonst. Dieses Jahr sieht es zum Glück gut aus mit dem Wetter“, freut sich Schulz.

Baumbestand ist zu dicht

Das Feuerwerk wird dieses Jahr durch vier Lasershows ersetzt. Robert Spoden von der Haller Touristik und Marketing erklärt, dass der Abschussplatz, das Schieddach, mit sehr viel Aufwand zur Absicherung verbunden sei. Außerdem könne das Feuerwerk von Besuchern, die in den Ackeranlagen unterwegs seien, durch den mittlerweile dichten Baumbestand nicht mehr gesehen werden. Stattdessen wird es vier mit Musik unterlegte Lasershows geben, im Anschluss ist eine dreiminütige Beamershow geplant.

Am Sonntag ab 6 Uhr räumen freiwillige Helfer und die Mitarbeiter der Stadtbetriebe auf. Etwa sechs Stunden lang rechen sie die Späne in Bahnen, damit eine Kehrmaschine sie wegräumen kann. „Die Planung ist jedes Jahr mit viel Aufwand verbunden“, sagt Schulz. „Aber wenn die Besucher unsere Arbeit bestaunen, sich darüber freuen und uns vielleicht noch lobend auf die Schulter klopfen, ist das der größte Dank.“

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Musik, Fackeltanz und Lasershow


Nach dem Auftakt gestern gibt es am heutigen Samstag ab 20 Uhr Live-Musik auf dem Festplatz Unterwöhrd mit Me and the Heat, auf der mittleren Bühne mit Riddim Posse und auf der hinteren Bühne bei der Taubenhausinsel mit Impulse Eve.

Um 21 Uhr, 22.15 Uhr und um 23 Uhr sowie um Mitternacht ist eine Lasershow mit Musik auf dem Unterwöhrd zu sehen. Von 21.30 Uhr bis 23.30 Uhr wird ein Artistik-Workshop mit leuchtenden Poi-Bällen bei der mittleren Bühne angeboten.
Der Große Siedershof zeigt um 21.30 Uhr seinen Fackeltanz auf dem Grasbödele.

In die Ackeranlagen kommt man über vier Zugänge: Steinerner Steg, Haalplatz, Roter Steg und unter der Stadtwerkebrücke. kv