Schwäbisch Hall Solar Invest besorgt sich mehr Geld

Eine Delegation der Haller Stadtwerke besucht zwei neue Solarparks, die die Solar Invest in diesem Jahr in Griechenland gekauf hat. Mit dabei ist Solar-Invest-Vorstand Johannes van Bergen (Fünfter von links) sowie seine Nachfolger und Stadtwerke-Geschäftsführer Ronald Pfitzer (Siebter von links) und Gebhard Gentner (ganz rechts).
Eine Delegation der Haller Stadtwerke besucht zwei neue Solarparks, die die Solar Invest in diesem Jahr in Griechenland gekauf hat. Mit dabei ist Solar-Invest-Vorstand Johannes van Bergen (Fünfter von links) sowie seine Nachfolger und Stadtwerke-Geschäftsführer Ronald Pfitzer (Siebter von links) und Gebhard Gentner (ganz rechts). © Foto: Stadtwerke
Schwäbisch Hall / Jürgen Stegmaier 25.07.2018
Die Haller Aktiengesellschaft erhöht ihr Kapital um 4 Millionen Euro. Die Dividende steigt erneut. Geschäftsführer Johannes van Bergen hört auf.

Für weitere Investitionen benötigt die Solar Invest AG mehr Kapital. Deshalb gibt sie 12 500 neue Aktien aus. Jeder Aktionär hat die Möglichkeit, für vier Aktien, die er hält, eine weitere zum Preis von 326 Euro zu kaufen. Für Aktionäre, die dieses Bezugsrecht ausschlagen, springen die Haller Stadtwerke ein, falls sich kein anderer Käufer findet.

Die Stadtwerke selbst halten rund 28 500 der 50 000 Aktien, das entspricht einem Anteil von 57 Prozent. Für diesen Anteil beanspruchen die Stadtwerke den 4:1-Anteil an neuen Aktien, wie Aufsichtsratsvorsitzender Hermann-Josef Pelgrim deutlich macht. Das sind etwa 7125 Anteilsscheine. Die Kapitalerhöhung lassen sich die Stadtwerke damit mindestens 2,3 Millionen Euro kosten.

102 Stimmberechtigte

Die Hauptversammlung hat am Montagabend im Haller Neubau-Saal beschlossen, die Dividende von 10,50 auf 11 Euro zu erhöhen. An der Versammlung nahmen 98 Aktionäre sowie 4 Aktionärsvertreter teil. Sie repräsentierten 72 Prozent der Stimmberechtigten. Die Haller Solar Invest Aktiengesellschaft betreibt Solaranlagen und Windräder. Dies tut sie teilweise unter eigenem Namen, mehrheitlich aber über Tochterunternehmen. Diese gehören der AG größtenteils zu 100 Prozent.

Im zurückliegenden Jahr wurden 19,3 Millionen Kilowattstunden elektrische Energie durch Solarmodule gewonnen sowie 31,5 Millionen Kilowattstunden durch Windräder. Die Steigerung der gewonnenen Energiemenge von 40 Millionen auf 50 Millionen Kilowattstunden entspricht einem Zuwachs von 25 Prozent. Theoretisch ließen sich mit diesen rund 50 Millionen Kilowattstunden 12 000 Vier-Personen-Haushalte mit Strom versorgen.

Dieses Plus in der Energiegewinnung spiegelt sich allerdings nicht in allen wesentlichen Kennzahlen der Bilanz wider. Der Gewinn (Ergebnis nach Steuern) verringerte sich um deutlich mehr als 50 Prozent, von 990 000 auf 424 000 Euro. Diese Differenz  geht nahezu komplett auf die gesunkenen Erträge aus den Beteiligungen zurück, wie Johannes van Bergen erklärte.

Gutachten legen Preise fest

Der Vorstand sprach davon, dass das deutlich höhere Vorjahresergebnis auf Einmaleffekten beruhe. 2016 seien hohe Ausschüttungen aus Gewinnvorträgen erfolgt.

In eigenem Namen betreibt die Aktiengesellschaft zwölf kleinere Solaranlagen in Hall und Schwieberdingen. Der bei weitem überwiegende Teil an Solar- und Windparks gehört den Tochterunternehmen der Solar Invest.

Wer eine Aktie der Solar Invest Aktiengesellschaft kaufen will, hat dafür 326 Euro zu bezahlen. Wer den Anteilsschein verkaufen will, bekommt dafür 300 Euro. Die Preise werden durch Gutachten festgelegt. Ansprechpartner für Ankauf und Verkauf sind die Haller Stadtwerke, deren erklärtes Ziel ist es, die 57-Prozent-Mehrheit an der AG zu behalten.

2

Windparks (Donzdorf und Tomerdingen) betreibt die Solar Invest AG über Tochterunternehmen zu 100 Prozent. An Windparks in Creglingen (51 Prozent) und Thedinghausen bei Bremen (30 Prozent) ist sie beteiligt. Alle Tochterunternehmen, die Strom aus Sonnenkraft gewinnen, gehören der Solar Invest AG zu jeweils 100 Prozent.

Gentner und Pfitzer werden Vorstände

Seit der Gründung 2010 ist Johannes van Bergen Vorstand der Solar Invest AG. Diese Ära endet zum 31. Juli. Vom 1. August an sind die Stadtwerke-Geschäftsführer Gebhard Gentner und Ronald Pfitzer Vorstände. Aufsichtsratsvorsitzender Hermann-Josef Pelgrim geht davon aus, dass der Vorstand um ein Mitglied für das operative Geschäft erweitert wird.

Über die Besetzung des Vorstands entscheidet der Aufsichtsrat. Diesem steht der Haller Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim vor. Stellvertreter ist der SPD-Stadtrat Helmut Kaiser. Außerdem gehört Dr. Karl Peter Hoffmann, Geschäftsführer der Stadtwerke Sindelfingen, dem Gremium an.

Die Aktiengesellschaft gehört den Stadtwerken Schwäbisch Hall zu 57 Prozent. 43 Prozent der Aktien sind in Streubesitz. „Ich werde meine Solar-Invest-Aktien behalten“, sagte Johannes van Bergen zum Abschied. Wie viele er hat, wollte der Energiemanager nicht verraten.

Offen blieb am Montag, ob die Stadtwerke nach dem Jahr 2020 Aktien der Solar Invest noch zurücknehmen. Offenbar ist daran gedacht, im Internet einen Markt einzurichten, auf dem Angebot und Nachfrage nach Solar-Invest-Aktien zusammentreffen – eine Art Börse sozusagen. just

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel