Solar Invest Solar Invest AG: Aufsichtsrat neu besetzt - Ergebnis rückläufig

Ein Blick in den Geschäftsbereicht: Aufsichtsratschef Pelgrim und Vorstand van Bergen.
Ein Blick in den Geschäftsbereicht: Aufsichtsratschef Pelgrim und Vorstand van Bergen. © Foto: just
JÜRGEN STEGMAIER 26.07.2014
2013 hat die Sonne in Deutschland nicht so oft geschienen, wie sich das die Haller Aktiengesellschaft Solar Invest erhofft hatte. Auch deshalb ging das Ergebnis deutlich zurück. Neu besetzt wurde der Aufsichtsrat.

Die SolarInvest AG verwendet 300.000 Euro aus ihrem Gewinn für die Ausschüttung der Dividende. Diese beträgt wie in den Vorjahren 6 Euro je Aktie. Ihre Geschäftstätigkeit sieht die Solar Invest AG in der Planung, Finanzierung, Errichtung, Betrieb und Verwaltung von Anlagen, die regenerative Energie erzeugen. Investiert war die Gesellschaft im Geschäftsjahr 2013 in zwölf Fotovoltaikanlagen in Deutschland und Italien sowie in zwei Windkraftanlagen. Die mit Abstand größte Anlage ist die im sächsischen Borna. Auch in Schwäbisch Hall betreibt Solar Invest eine Reihe von Solaranlagen - beispielsweise am Rande des Solparks.

Das Ergebnis aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit ging von 359.373 Euro im Jahr 2012 auf 135.297 Euro zurück. Dieses Minus entspricht rund 62 Prozent. Der Rückgang spiegelt sich auch in den Steuern wider, die die Gesellschaft vom Einkommen und vom Ertrag zu zahlen hatte - 2012: 101648 Euro; 2013: 41.886 Euro. Der Jahresüberschuss sank von 257.725 auf 93.410 Euro (minus 63,7 Prozent).

In seinem Bericht erläuterte Solar-Invest-Vorstand Johannes van Bergen, dass der Investition in Solaranlagen in Deutschland kein Kapitalrückfluss mehr gelingen könne. Grund dafür ist die Verringerung der Einspeisevergütung. Insbesondere beim größten Projekt in Deutschland, einer Solaranlage im sächsischen Borna. Zur Stabilisierung der Vertragslage hätten aber die Solarprojekte der Aktiengesellschaft in Italien beigetragen.

Der Wert der Solar-Invest-Aktie ist nicht dem direkten Spiel von Angebot und Nachfrage unterworfen, er wird vielmehr durch Gutachten festgestellt. Derzeit werden Aktien der Gesellschaft für 326 Euro ausgegeben. Wer seine Anteile zurückgeben will, bekommt dafür den Preis, zu dem sie im Juli 2011 ausgegeben worden sind: 285 Euro. Dieser Preis ist garantiert, selbst für den Fall, dass der Wert des Anteilscheins darunter fallen würde.

121 stimmberechtigte Aktionäre waren am Donnerstag in den Neubau-Saal gekommen. Sie repräsentierten rund 75 Prozent der Gesellschaftsanteile. Die Solar Invest hat 50.000 Anteilsscheine ausgegeben. 62,5 Prozent der Aktien befinden sich in Händen der Haller Stadtwerke, 37,5 Prozent werden von privaten und institutionellen Anlegern gehalten.

Aufsichtsratsvorsitzender bleibt Halls Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim. Ihm stehen künftig Karl Peter Hoffmann sowie Helmut Kaiser zur Seite. Hofmann ist Geschäftsführer der Stadtwerke Sindelfingen. An diesen sind die Haller Stadtwerke mit 29 Prozent beteiligt. Helmut Kaiser ist unter anderem Vorsitzender der SPD-Fraktion im Haller Gemeinderat. Hofmann und Kaiser wurden für den Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer sowie der Geschäftsführer der Kraft-Wärme Schönau GmbH Michael Sladek gewählt. Die Amtszeit dieser beiden endete.

Projekte und Perspektiven der Solar-Invest

Italien In Padua übernahm die Solar-Invest AG vor wenigen Wochen eine Solar-Projektgesellschaft für 5,5 Millionen Euro. Dieses Geschäft wird im Bericht 2014 bilanziert.

Einkorn Solar-Invest beteiligt sich eventuell an einem geplanten Windpark am Einkorn. Vorstand van Bergen geht davon aus, dass das Projekt trotz Bürgerprotesten realisiert werden kann, möglicherweise aber in kleinerem Maßstab.

Griechenland Johannes van Bergen brachte eine Investition in Griechenland ins Gespräch. An die Wand warf er eine Präsentation, in der acht mögliche Standorte von Solaranlagen markiert waren. Auf die Frage der Redaktion, wie konkret ein Engagement dort ist, antwortete der Solar-Invest-Chef ausweichend. Auch in Griechenland sei die Einspeisevergütung gesenkt worden - von 50 auf 30 Cent. "Dennoch lässt sich dort mit Solarenergie noch Geld verdienen", so Geschäftsführer van Bergen.

Nachschlag Die Solar Invest rechnet damit, dass die Ausschüttungen einzelner Tochtergesellschaften für das Geschäftsjahr 2014 hoch ausfallen. Erwartet werden zusätzlich 613.000 Euro. Die Gewinne der italienischen Tochtergesellschaften aus dem Jahr 2012 wurden zu hoch besteuert. Die Korrektur wird 2014 wirksam. just

SWP