Wintersport Skivergnügen in Dubai

Schwäbisch Hall / Cathérine Leib 09.02.2017
Moritz Löhlein aus Hall hat als Dreijähriger begonnen, Ski zu fahren. Seit fünf Jahren hat er sich auf Freestyle Skiing spezialisiert – im häuslichen Garten, in Skihallen und in Laax in der Schweiz.

„Unsere Freunde wundern sich immer wieder, warum wir im Sommer eine Skiausrüstung in der Wohnung vor der Terrassentür liegen haben“, sagt Klaus Löhlein, Moritz’ Vater, schmunzelnd. Man müsse in dem Sport viel üben, damit es funktioniert. Die Jahreszeit spielt für Moritz dabei keine Rolle.

Leidenschaft Ski fahren

Aufgewachsen ist der 18-Jährige in Gottwollshausen. Letztes Jahr hat er am Evangelischen Schulzentrum Michelbach sein Abitur geschrieben. Nun zieht es ihn mit seinem Hobby hinaus in die Welt. „Seitdem ich ein kleines Kind war, fahre ich leidenschaftlich gerne Ski“, schwärmt Moritz.

Der Trickskisport hat es ihm besonders angetan. In Neuseeland gebe es in dieser Disziplin sehr viele Profis. „Nach dem Abi bin ich dann dorthin gegangen“, sagt Moritz. Auch die geographische Vielfalt in Neuseeland, die er dort von September bis November im letzten Jahr entdecken konnte, begeistert ihn. „Neuseeland ist schon richtig schön.“ Doch zugleich bleibt er in seiner Heimat auch verwurzelt. „Es gibt auch in Europa, gerade fürs Skifahren, schöne und vielfältige Landschaften.“ Auch in der Schweiz könne man das ganze Jahr über Wintersport betreiben.

So ist Moritz regelmäßig im Schweizer Skiort Laax (hier gibt’s ein Video). Klaus Löhlein bezeichnet das Gebiet als das Eldorado für den Freestyle-Skisport in Europa, wo man Weltgrößen sehen kann. „Ich bin dort immer wieder auf Olympiastars gestoßen“, sagt Moritz. So hatte er die Möglichkeit, seinen Favoriten zu treffen: Tom Wallisch. Gleich zwei Mal hatte Moritz dieses Vergnügen, sowohl in Laax, als auch in Oregon in Amerika, wo er im Jahr 2013 im Skiurlaub war. An Wallisch gefällt ihm besonders, dass er mehr Wert auf die Ästhetik statt auf eine perfekte Technik legt. „Mir ist es viel wichtiger, dass etwas schön aussieht, als dass man noch drei Sprünge mehr drin hat.“

Ebenso sei bei ihm nicht so sehr der Wettkampf im Mittelpunkt. Vielmehr stehe die Freude für ihn im Fokus. „Beim Skifahren ist es das Wichtigste, Spaß dabei zu haben“, sagt Moritz.

So fühlt er sich als Laie in diesem Wintersport wohler. „Wenn ich es kommerziell und professionell machen würde, könnte der Spaßfaktor darunter leiden.“

Moritz hat wie sein um drei Jahre älterer Bruder Niklas vor, Zahnmedizin zu studieren. Sein Wunschstudienort wäre Innsbruck. Somit bleibt die Familientradition erhalten, da der Vater Zahnarzt ist.

Niklas begleitet seinen jüngeren Bruder oft, um ihn beim Trickskilaufen zu filmen. „Mein Bruder ist mein Kameramann“, sagt Moritz schmunzelnd.

Die besten Filmgesellschaften im Skibereich seien im Freeskiing tätig. „Das Videofilmen ist auch ein großer Part vom Freestyle Skiing“, erklärt Moritz.

Der ausschlaggebende Unterschied, den das Freeskiing vom klassischen Skisport unterscheidet, ist, dass man  beim Trickski über Schanzen und Geländer fährt. In den Geländeparks gibt es sogenannte „Obstacles“. Dabei handelt es sich um Geländer – „Rails“ – und Sprungschanzen – „Aerials“. „Der Großteil der Freestyle-Skifahrer kommt aus Amerika und dem englischsprachigen Gebiet, daher sind die Begriffe auf Englisch“, erklärt Moritz.

Skisport in der Wüste

So fallen die Löhleins nicht nur bei ihren Freunden auf. „Auch die Nachbarn finden die selbst gebauten Geräte im Garten  erstaunlich“, sagt Klaus Löhlein. Selbst in Dubai stach Moritz schon heraus. Bei seinem Rückflug aus Neuseeland hatte er dort einen zweitägigen Aufenthalt. Den nutzte er, um in einer Skihalle auf die Bretter zu steigen. „Es war schon komisch, wenn man bei 30 Grad mit dem Skisack durch die Wüstenstadt geht und und man angesprochen wird, ob man zum Golfplatz unterwegs wäre.“

Die Wintersportart der Freeskier

Freeskiing ist der Begriff für das Befahren unterschiedlicher Hindernisse mit Ski. Ein Teilbereich davon ist das Freestyle Skiing, auch bekannt als „Trickskifahren“. In Geländeparks gleitet man über Geländer und springt über Schanzen. Das Fahren in weiten Tiefschneehängen nennt man Freeride-Skifahren.