Es ist beileibe kein versprengtes Häufchen, das gegen die Nutzung der Windkraft in den Limpurger Bergen demonstriert und argumentiert. Die Michelbacher Bürgerinitiative "Pro Limpurger Berge" hat Verstärkung dabei: Die Bürgerinitiative aus Gaildorf, die gegen die Windräder mit Pumpspeicherkraftwerk zu Felde zieht, Vertreter der BI Bad Mergentheim, aus Creglingen, Langenburg, aus dem Harthäuser Wald bei Heilbronn und anderen Gemeinden.

Auf Transparenten steht "Energiewende: Ja! Ökologischer Raubbau: Nein!" oder "Windriesen sind Energiezwerge". Darauf geht Karl-Heinz Glandorf, Sprecher der Michelbacher BI, ein. 24000 Windkraftanlagen würden in Deutschland nur 7,9 Prozent an der Stromerzeugung ausmachen. Die Relation zwischen Windenergie und zerstörter Natur stimme nicht. Es gelte, den Limpurger Wald vor Eingriffen beim Bau der Anlagen zu schützen. Das Umweltzentrum und der Regionalverband würden das ebenso sehen.

"Die Resonanz ist gut", sagt Susanne Wetzel von der BI. Man komme mit vielen Menschen ins Gespräch. Die meisten hätten sich mit der Problematik nur wenig befasst. Erst wenn man das tue, werde das Missverhältnis zwischen Einspeisevergütung, Naturzerstörung und Energieerzeugung deutlich. Wetzel und Glandorf hoffen, dass die neue Bundesregierung die Vergütung für Windkraftanlagen im Binnenland deutlich senkt. Dann rechne sich die Investition nicht mehr.

Die Reaktionen bei den Bürgern sind gemischt. "Wenn man die Energiewende will, muss man dezentrale Windräder in Kauf nehmen. Natur wird beim Bau der Anlagen nicht unwiederbringlich zerstört. Und Atomkraftwerke wollen die Windkraftgegner ja auch nicht", meint ein Passant.