Vierzehn gerauchte Schinken aus der Unterschale des Schweines stehen appetitlich auf der langen Tafel im Nebenzimmer des „Roten Ochsen“ in Wackershofen. Fein nummeriert und dadurch anonymisiert. Alle sind aus der Region und die „Tiere müssen aus artgerechter Tierhaltung mit Strohaufstallung stammen, mit pflanzlichen Futtermitteln und gentechnikfreiem Soja gefüttert sowie ohne Wachstumsförderer und Antibiotika aufgezogen sein. Zudem dürfen bei der Schinkenherstellung weder Zusatzstoffe wie Frischhaltemittel oder Antioxidantien verwendet oder eine Rauchdusche eingesetzt werden“, sagt Bernulf Schlauch aus Bächlingen, Mitglied von Slow Food Hohenlohe-Mainfranken und Organisator des Wettbewerbes, der von der VR-Bank Schwäbisch Hall-Crailsheim finanziell unterstützt wird.

Natürlich sagt er das, dem Sinne der Veranstaltung entsprechend, im besten Hohenloher Dialekt: „Des hob i do grood gsocht.“ Vierzehn Metzger und Direktvermarkter sind angetreten, um ihren Schinken testen zu lassen. Die Stammlers vom Gasthaus Linde in Schonach bei Creglingen etwa. „Wir jagen selbst, wir schlachten selbst, wir backen selbst.“ Oder das Gasthaus zum Löwen in Braunsbach, das demnächst wiedereröffnet wird und noch immer eine eigene Metzgerei betreibt. „Wir verkaufen jetzt nur anders“, so Thomas Philipp. Bei der Bewertung lässt sich die fünfköpfige Jury, der auch Sternekoch Lothar Eiermann angehört, nicht in die Karten schauen. Die Türe bleibt geschlossen. Die Präsentation der Sieger erfolgt stilgerecht beim köstlichen Vier-Gänge-Menü im Roten Ochsen.

Inhaber Roland Gehr verwöhnt die anwesenden 54 Gäste ganz im Sinne des Abends mit Schinkenvariationen. Pochierter Schinken auf Alblinsen mit jungem Lauch und Nudelblatt sowie einem Butternußkürbisauflauf mit Schinken und Shiitake-Pilzen aus Goggenbach.

Schlauch würzt seine Reden zwischen den Gängen mit allerlei Anekdoten. „Kurze Predigten,  lange Vesper – so haben wir es gerne“, zitiert er eine alte Hohenloher Weisheit. „Alle getesteten Schinken sind im superguten Bereich gelegen“, fasst er das knappe Ergebnis der Jury zusammen.

Sieger wird Metzgermeister Dieter Mayer von der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft. Krankheitsbedingt kann er nicht anwesend sein. Platz zwei geht an die Hofmetzgerei Hack in Pfedelbach-Lindelberg. Preisträger Friedrich Hack, der „innovativste Metzger Hohenlohes“ (Schlauch) hat extra ein so genanntes „Naturrauchhaus“ gebaut, um seine Schinken zu räuchern. Für Bernulf Schlauch sind alle irgendwie Sieger, die an dem Wettbewerb des guten Essens teilgenommen haben.

Nach dem Menü wird das Schinkenbuffet eröffnet. Alle Teilnehmer können sich, selbstgebackenes Brot der Familie Gehr inklusive, von der Qualität der getesteten Schinken überzeugen.

Und da wird schnell klar: Gewonnen hat an diesem Abend eindeutig der gute Geschmack. Und der ist, wie bisher auch, käuflich zu erwerben – bei allen Hohenloher Betrieben, die sich der Slow-Food-Bewegung angeschlossen haben.