Schwäbisch Hall Siedershöfe unterhalten beim musikalischen Abschluss

Schwäbisch Hall / OLGA POSSEWNIN 10.06.2014
Gut, dass am Ende des Siedersfestes noch einmal ein Akzent auf die Musik gelegt wird. Die ist nämlich nicht nur eingängig, sondern auch mitreißend.

Zweifellos, die Gerichts- und Bauernszenen, der Kuchen, die Ehrungen, die Tänze, das Salzsieden, die Einkerkerung und der Hoolgaaschtschreck sind wichtige historische Programmpunkte beim Kuchen- und Brunnenfest. Eines sollte jedoch nicht vergessen werden: die Musik. Obgleich stets gegenwärtig, scheint ihr von Seiten der Besucher der Veranstaltung eine eher stiefmütterliche Behandlung zuteil zu werden. Doch zum Glück gibt es den musikalischen Abschluss am Sonntagabend.

Denn die Melodien der Sieder, die sie mit ihren Flöten, Trompeten und Trommeln erzeugen, ist so lebensbejahend, fröhlich und mitreißend, wie es heutzutage nur noch selten der Fall ist. Wer die Stücke drei Tage lang gehört hat, wird die eingängigen Melodien nicht mehr so schnell aus dem Ohr bekommen. Fangen die Sieder an zu spielen, sind Füßewippen und Mitklatschen programmiert.

La-Ola-Wellen und Forderungen nach Zugaben

Dass sie nicht nur Traditionen pflegen, sondern durchaus auch modern können, beweisen der Kleine und Große Siedershof am Sonntagabend. Den Anfang zeitgenössischer Darbietungen macht Udo Jürgens "Ich war noch niemals in New York", bei dessen Refrain das Publikum auf der Großen Treppe vor St. Michael kräftig mitsingt.

Die Kleinen spielen "Schuld war nur der Bossa Nova" von der 2001 verstorbenen Schlagersängerin Manuela. Dann ist wieder der Große Siedershof dran, der die Zuschauer mit "Que sera" von Doris Day zum Schunkeln bringt. Als das Lied vorbei ist, gibts sogar eine La-Ola-Welle für die Sieder. Auch Nenas "Leuchtturm" schafft es in die musikalische Auswahl der Sieder. Das gefällt auch den ganz kleinen Siederinnen, die gut gelaunt mittanzen und -klatschen.

Und es wird immer besser: Der Große Siedershof stimmt "Im a believer" von der amerikanischen Pop-Gruppe "The Monkees" an. Es folgt frenetischer Applaus. Das Publikum verlangt lautstark eine Zugabe. Diesen Wunsch erfüllen die Sieder mit "The lion sleeps tonight", das der Südafrikaner Solomon Linda in den 40er Jahren komponiert hat. Auch hier singen die Zuschauer wieder den Refrain mit. Weil sie danach immer noch nicht genug haben, fordern sie eine weitere Zugabe. Doch die kommt leider nicht. Stattdessen marschieren Kleiner und Großer Siedershof begleitet von ihrer gefälligen Traditionsmusik vom Marktplatz.