„Ich bin noch am Anfang meines neuen Lebens. Was mir am meisten Freude bereitet ist, wenn mir Leser sagen, wie spannend, amüsant und unterhaltsam sie mein Buch fanden. Das ist für mich das größte Geschenk und eine große Motivation, weiterzuschreiben“, macht die 44-jährige Krimi-Autorin deutlich, in deren Leben sich in den vergangenen drei Jahren viel verändert hat.

Vor einigen Jahren flog sie noch als Chefstewardess in viele Länder. Aus einer Übergangslösung wurden 20 Jahre Fliegerei. Doch dann wurde eine Station am Flughafen in Stuttgart geschlossen und Sibylle Gugel hatte einen Unfall: Ein Reh sprang auf der Autobahn in ihr Fahrzeug. „Vor allem das Schreiben hat mir in der schweren Zeit geholfen“, sagt die Krimi-Autorin, die schon immer eine stark ausgeprägte kreative Ader gehabt hat. Im Elternhaus wurde musiziert, gezeichnet und gemalt. Sie wohnte als Kind und Jugendliche mit ihren Eltern in der Bahnhofstraße in Hall und genoss schöne Ausblicke über die historische Altstadt sowie die Ackeranlagen. Sibylle Gugel wird vielseitig inspiriert, liest bereits als Kind viel und gerne, schreibt erste Geschichten und Gedichte. Ihr Lieblingsbuch bis heute: Ronja Räubertochter von Astrid Lindgren.

In ihrem Stuttgart-Krimi heißt die Titelheldin Alissa (Sissy) Ulmer. Die Geschichte hatte sie bereits im Kopf, sie hat sich beim Schreiben weiterentwickelt und der Roman war in drei bis vier Monaten fertig. Eine junge Frau  wird tot im Garten einer Villa am Killesberg gefunden. Sibylle Gugel erzählt bis zum Schluss spannend, verrät nicht zu viel. Sie arbeitet Charakter und Umfeld vor allem der Kriminalhauptkommissarin heraus, mögliche Mordmotive werden genau geprüft. Die Kommissarin lässt sich zwar leicht provozieren, doch sie analysiert scharf, besitzt viel Einfühlungsvermögen. Wie viel Sibylle Gugel steckt in Sissy Ulmer? „Sehr viel, sagen viele, die das Buch gelesen haben und mich gut kennen“, antwortet die Krimiautorin, die sich selbst als Kämpferin mit großem Herz, als zuverlässig und ehrlich charakterisiert.

Sibylle Gugel hat nicht nur das Schreiben für sich wiederentdeckt, sondern auch die „historische Schönheit von Stuttgart und Schwäbisch Hall, die manchmal beinahe unwirklich wie die Kulisse eines Hollywood-Films oder wie aus der Zeit gefallen wirkt“.

Die 44-Jährige findet mutig in ihr neues Leben als Autorin und fühlt sich damit wohl. Die Fliegerei fehlt ihr nicht, sagt sie. Sachbücher sind in Vorbereitung. Den zweiten Krimi mit Sissy Ulmer hat sie bereits zur Hälfte fertig, vier weitere im Kopf, zehn lautet das Ziel.

Zur Person

Sibylle Gugel wurde am 17. Januar 1972 in Stuttgart geboren. Ihre Kindheit und Jugend verbrachte sie in Schwäbisch Hall und Umgebung. Sie hat mit ihren Eltern unter anderem in Hessental, Bibersfeld und in der Bahnhofstraße in Hall gewohnt. Ihre Mutter stammt aus Haagen bei Untermünkheim. Ihr Vater Peter Gugel war zuletzt Oberamtsrat und hat vor dem Ruhestand am Landratsamt in Hall gearbeitet. Nach Fachhochschulreife und Hotelfachlehre wurde Sibylle Gugel Stewardess. Die ehemalige Chefstewardess wohnt und arbeitet heute in Bad Cannstatt, schreibt leidenschaftlich gerne, hat nun ihren ersten Stuttgart-Krimi herausgebracht. Sie arbeitet bereits am zweiten Band mit Kriminalhauptkommissarin Sissy Ulmer, plant weitere Krimis, verfasst Gedichte sowie Songtexte und hat außerdem weitere Buchprojekte abseits des Krimi-Genres im Kopf. Titel des aktuellen Krimis: „Schweres Erbe. Alissa Ulmer ermittelt.“ 196 Seiten, 9,90 Euro. cus