Gewässer Sechsjähriger stirbt bei Badeunfall

Der Neumühlsee aus der Luft betrachtet. Am Sonntag gegen 18 Uhr ertrank dort ein sechsjähriger Junge.
Der Neumühlsee aus der Luft betrachtet. Am Sonntag gegen 18 Uhr ertrank dort ein sechsjähriger Junge. © Foto: Archiv
Waldenburg / Jürgen Kümmerle 31.07.2018
Nach dem Unglück am Neumühlsee wenige Kilometer nördlich von Gnadental hat die Polizei die Ermittlungen aufgenommen.

Ein sechsjähriger Junge, der am Sonntagabend im Neumühlsee bei Waldenburg verunglückte, ist im Krankenhaus gestorben. Das bestätigte Achim Küller, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Heilbronn, auf Nachfrage. Der Junge war am Sonntagabend zwischen dem Schwimmer- und Nichtschwimmerbereich untergegangen. Die Eltern hatten gegen 18 Uhr bemerkt, dass ihr Kind nicht mehr da ist. Die Polizei geht davon aus, dass das Kind zu diesem Zeitpunkt mindestens 15 Minuten unter Wasser gewesen ist.

Die Eltern hätten sich in ihrer Not an Badegäste gewendet, die sofort mit der Suche begannen. Nach Augenzeugenberichten bildeten Helfer eine Menschenkette und durchschritten den Nichtschwimmerbereich des Neumühlsees. Dabei seien Helfer auf den Jungen gestoßen. Das Kind sei zu diesem Zeitpunkt bereits regungslos gewesen. Drei Ersthelfer hätten sofort mit den Reanimierungsmaßnahmen begonnen. Danach übernahm ein Notärztin die Wiederbelebungsversuche. Wie es überhaupt zu dem Unglück kommen konnte, ist laut Polizei unerklärlich. Der Neumühlsee sei gut besucht gewesen. Der Junge müsse zwischen den Badegästen untergegangen sein.

„Das ist sehr, sehr tragisch“, sagt Markus Knobel, Bürgermeister von Waldenburg. Der See gehört der Stadt. Mit der DLRG Kupferzell-Waldenburg sei vereinbart, dass Mitglieder ihren Dienst am Neumühlsee verrichten. „Sonn- und feiertags sind die in der Regel da“, sagt Knobel. Nach Auskunft des DLRG-Landesverbandes Württemberg war die Wachstation bis 18 Uhr besetzt. „Um 18.16 Uhr ging der Notruf ein“, sagte eine Sprecherin. Dass die Besetzung um 18 Uhr ende, sei üblich, auch wenn noch Badebetrieb herrsche.

Beamte des Polizeipräsidiums Heilbronn haben die Ermittlungen zur Unglücksursache aufgenommen. „Auch um zu prüfen, ob irgendwelche Aufsichtspflichten verletzt wurden“, sagt Küller.

Das Alter eines Menschen und die Wassertemperatur seien entscheidende Faktoren, einen Badeunfall zu überleben, sagt der Heilbronner Ärztesprecher Dr. Martin Uellner. „Je jünger ein Mensch ist und je kälter die Wassertemperatur, desto besser stehen die Chancen.“

Angaben von Ersthelfern, wonach der Krankenwagen erst 30 Minuten nach Alarmierung an der Unfallstelle eintraf, ließen sich bis Redaktionsschluss nicht bestätigen.

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