Rathaus Die Höhentouren fest im Blick

Carmen Wiederholl an einer der Attraktionen Wüstenrots: den Mammutbäumen auf Wellingtonien. Mit der Höhenlage, abwechslungsreicher Landschaft, Flora und Fauna kann die Gemeinde punkten.
Carmen Wiederholl an einer der Attraktionen Wüstenrots: den Mammutbäumen auf Wellingtonien. Mit der Höhenlage, abwechslungsreicher Landschaft, Flora und Fauna kann die Gemeinde punkten. © Foto: Dennis Mugler
Wüstenrot / safd 01.09.2018
Seit vier Jahren ist Carmen Wiederholl für Tourismus und Kultur bei der Wüstenroter Gemeindeverwaltung zuständig. In dieser Funktion hat sie jede Menge zu tun.

Fürs Foto sucht sich Carmen Wiederholl eine der Attraktionen Wüstenrots aus: Die Mammutbäume auf Wellingtonien haben ein Alleinstellungsmerkmal im Landkreis Heilbronn mit ihrer stattlichen Höhe von über 45 Metern, einem Umfang in Brusthöhe von zwei Metern und einem Alter von 152 Jahren. Einer der Trümpfe, mit denen Wiederholl werben kann. Seit vier Jahren ist sie für Tourismus und Kultur bei der Gemeindeverwaltung zuständig. Eine Aufgabe, bei der sie kreativ sein kann.

„Das ist ein ganz gutes Paket“, sagt die 31-Jährige. Tourismus und Kultur gehörten zusammen. Es gebe viele Schnittstellen. „Was ich hier mache, ist Netzwerkarbeit“, beschreibt sie ihre Tätigkeit. Zu ihren vielen Partnern gehören die Tourismusorganisationen, in denen die Gemeinde Mitglied ist: in der Touristikge-
meinschaft Heilbronner Land, der Fremdenverkehrsgemeinschaft Schwäbischer Wald, den Vereinen Hohenlohe + Schwäbisch Hall Tourismus, Tourismus im Weinsberger Tal und Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald.

In der Gemeinschaft

Lohnt sich dieser Fünfklang, wenn man bedenkt, dass dafür jährlich 27 000 Euro an Mitgliedsbeiträgen anfallen? Wiederholl nickt. Es sei ein Vorteil für Wüstenrot, das an der Grenze zu vier Landkreisen liegt, in diesen auch vertreten zu sein. Nur in der Gemeinschaft und als Region könne sich eine kleine Kommune präsentieren. „Die unterstützen uns unheimlich, was Werbematerial betrifft und auch im Hinblick auf Messeauftritte wie die CMT.“

„Vieles läuft über die Tourismusgemeinschaften“, bestätigt die Verwaltungsfachwirtin. So sind jüngst Anfragen aus Italien und Belgien bei ihr gelandet. Den Interessenten hat sie das Verzeichnis über Unterkünfte und Gastronomie geschickt. Tagesausflügler und Urlauber informierten sich über die Freizeitaktivitäten.

Organisieren ist eine der Hauptaufgaben von Wiederholl, die selbst gerne viel und weit reist, aber ebenso gerne wieder an ihren Wohnort zurückkommt. Derzeit ist sie damit beschäftigt, die Wüstenroter Höhentouren 2019 zusammenzustellen, etwa 30 geführte, thematische Wanderungen. „Das macht Freude, aus einem so großen Topf zu schöpfen“, sagt sie.

Es gibt einen Stamm von Akteuren, angefangen vom Achtsamkeitstrainer über den Imker hin zur Kräuterpädagogin, auf den sie zurückgreifen kann. Zudem sucht sie immer wieder neue Partner. „Ich hätte gerne was Spezielles für Kinder und etwas Sportliches“, hat sie sich für 2019 vorgenommen. Das Angebot stoße auf eine sehr gute Resonanz. Ein Leuchtturmprojekt ist das Naturerlebniscamp in Zusammenarbeit mit dem Naturpark, das im Jahr 2017 zum Beispiel rund 2000 Besucher an den vier Aktionstagen angezogen hat. Wiederholl bespricht mit den Naturparkführern das Programm, stellt die Förderanträge – der Naturpark übernimmt 60 Prozent der jährlich anfallenden 18 000 Euro –, rechnet danach das Finanzielle ab und kümmert sich um den Infostand vor Ort.

„Momentan sind wir gut aufgestellt, was den kulturellen Bereich betrifft. Von meiner Seite aus ist nicht mehr zu stemmen, auch vom Finanziellen her“, sagt die Tourismus- und Kulturfrau im Rathaus, die auch für Öffentlichkeitsarbeit, Bürgerstiftung und Städtepartnerschaft zuständig ist. Zudem hätten die Vereine ein „tolles Angebot“. Fast jedes Wochenende sei etwas geboten. Mit Udo Freiherr von Gemmingen veranstaltet die Gemeinde im Sommer zwei Konzerte für Kultur auf der Burg in Maienfels. Die Reihe hat längst ihre Liebhaber gefunden.

Auf Wiederholls Agenda steht das Thema Elektromobilität. „Das muss angegangen werden.“ Mit Thomas Löffelhardt, im Rathaus für Energie zuständig, will sie eine Ladeinfrastruktur entwickeln. E-Bikes, E-Roller, E-Autos, „das gehört für mich zum Tourismus dazu“.

Vom Hotel bis zum Zeltplatz

Übernachten Fünf Adressen für Ferienwohnungen und -häuser stehen im Verzeichnis der Gemeinde Wüstenrot: drei Häuser und zwei Ferienwohnungen. Übernachten kann man in fünf Hotels und Pensionen, die zusammen 119 Zimmer anbieten. Wer campen will, kann das in Maienfels oder auf dem Platz beim Freibad in Wüstenrot tun, dazu kommt der Jugendzeltplatz oberhalb des Freibads. Carmen Wiederholl gibt die Zahl der Übernachtungen pro Jahr mit 65 000 an. Enthalten sind darin auch die Freizeitheime. Das Naturfreundehaus Steinknickle hat 77 Betten, im Freizeitheim des Evangelischen Jugendwerks Weinsberg sind es 33 sowie im Freizeitheim in Kreuzle 43.

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