Schwäbisch Hall Schweifende Klavierfantasien Christian Mogler gibt ungewöhnliches Konzert auf der Comburg

Der Musiker Christian Mogler am Klavier.
Der Musiker Christian Mogler am Klavier. © Foto: Ralf Snurawa
RALF SNURAWA 14.02.2015
Manchmal treten in der Reihe der Hauskonzerte der Landesakademie Comburg im Kaisersaal bemerkenswerte Menschen auf. Am Dienstag bot etwa Christian Mogler ein ungewöhnliches Konzert.

Eigentlich ist Christian Mogler Landschaftsgärtner. Man könnte das bei dem 30-jährigen Übrigshausener und gelernten Kaufmann aber auch übertragen sehen. Zum einen setzt er sich intensiv mit seinem christlichen Glauben auseinander - dazu gehörte unter anderem ein Studium am Prairie Bible Institute in Three Hills in Kanada. Zum anderen ist er begeisterter Klavierspieler, für den sein Glaube auch beim Musizieren bedeutsam ist. Mit sechs Jahren begann er mit dem Spiel. Von seiner Lehrerin in Kanada wurde er ermutigt, eigene Gedanken und Gefühle zu spiegeln: den musikalischen Garten zu pflegen.

Ein großer Teil der annähernd 100 Konzertbesucher im Kaisersaal auf der Comburg ließ sich in seine musikalischen Gedanken- und Gefühlslandschaften mitnehmen. Das unterstrichen die Zuhörer am Ende mit teilweise stehend gespendetem Beifall. Zwei klassische Werke beinhaltete sein Programm für den Klavierabend. Dazu gehörte - im Original - Sergej Rachmaninovs bekanntes cis-Moll-Prélude op. 3 Nr. 2. Mogler betonte mehr die melodischen Linien. Eine Ausnahme davon bildete der mehr wuchtig akkordische musikalische Höhepunkt, in dem Rachmaninov die bei ihm so beliebten Glockenanklänge hervorgehoben hat.

Als zweites klassisches Werk war der langsame Eingangssatz aus Ludwig van Beethovens so genannter Mondscheinsonate zu hören. Die meist auf einem Ton verharrende Melodie ließ er von Marc-David Kuntz auf der Viola spielen, der die noch im Konzertprogramm vorgesehene Cellistin Kerstin Haag ersetzte. Recht empfunden wurde der Sonatensatz von beiden Musikern wiedergegeben. In seinen Arrangements setzte sich Mogler mit christlichen Liedern auseinander. Dazu gehörten Gerhard Schnitters "Ich trau auf dich, oh Herr", Eddie Eppinosas "Change My Heart, Oh God". In der meist schweifend angelegten Einleitung wie im weiteren Verlauf erinnerte Christian Mogler neben jazzig angehauchten Momenten an typische musikalische Wendungen von etwa Franz Liszt oder Frédéric Chopin. Rasende Skalenkaskaden und rauschende Akkordbrechungen gehörten ebenso dazu wie Diskanttremolandi.