Irgendwas mit Pflanzen. Diese Vorstellung hatten Pauline Hildenbrand aus Ilshofen und Elena von Loe aus Hall gleich zu Beginn der Forscher-AG im Frühjahr 2019. Die Schülerinnen des Haller Gymnasiums bei St. Michael (GSM) haben für „Schüler experimentieren“, dem Juniorenwettbewerb (bis 14 Jahre) von „Jugend forscht“, die Einflüsse auf Keimung und Wachstum von Kresse untersucht. Die Zwölfjährigen haben die Keimlinge eingefärbt sowie besprochen. Dazu haben sie zwei Audio-Dateien aufgenommen. Einmal haben sie wie in einem Märchen gesprochen, also ganz lieb, bei der anderen Aufnahme haben sie die Pflanzen beschimpft.

Bei der „lieben Besprechung“ sind die Keimlinge höher gewachsen als diejenigen, die beschimpft wurden. „Wahrscheinlich nehmen die Pflanzen die Tonhöhe wahr“, so Pauline. Elena hat verwundert, dass die Kresse, die böse besprochen wurde, dennoch besser gewachsen ist, als die, die gar keiner Tonaufnahme ausgesetzt wurde. „Sie reagiert wohl allgemein auf Zuwendung, egal ob gute oder schlechte.“

Wildtiere im Garten

Theresa Treuter und Nives Peric, beide aus Hall, sind äußerst tierlieb. „Wir haben ein Pferd, drei Hunde, einen Hasen und zwei Meerschweinchen“, zählt Theresa auf. Nives hat zwei Katzen. Da Theresas Vater Förster ist und sie schon oft mit ihm im Wald unterwegs war, lag es für die Mädchen nahe, dass sie sich mit Wildtieren im Siedlungsraum beschäftigen. Dazu haben sie einen Fragebogen erstellt mit Fragen wie „Ist Ihnen schon mal ein Wildtier in der Innenstadt begegnet?“ und „Begrüßen Sie es, dass Wildtiere im Siedlungsbereich leben?“

Schwäbisch Hall

Außerdem haben sie Wildkameras aufgestellt, um zu sehen, welche Tiere wie nahe kommen. Die beiden waren überrascht, wie viele Fotos sie ergattern konnten. „Sie suchen Futter oder Schutz“, sagt Theresa, „oder sind neugierig“, ergänzt Nives. Die ausgedruckten Aufnahmen kleben die 12- und die 13-Jährige auf ihr Plakat. Eichhörnchen, Füchse und Rehe sind zu sehen.

Tim Bauer aus Vellberg und Jacob Romsdorfer aus Hall haben gemessen, wie viel CO2 eine Klasse während des Unterrichts produziert. Die Werte haben sie mithilfe eines kleinen Computers aufgenommen. Danach wollten die Zwölfjährigen wissen, ob Pflanzen das Raumklima genauso verbessern können wie das Stoßlüften in den Pausen.

Dazu haben sie einen Versuch mit einer Grünlilie in einem Aquarium gemacht und dann auf die Größe eines Klassenzimmers umgerechnet. Das Ergebnis: „Es bräuchte 4000 Grünlilien, damit eine ähnliche Wirkung wie beim Lüften erzeugt wird“, sagt Jacob. Eigentlich hatten Christian Hald aus Bühlertann sowie Marcel Herrmann und Janis Menzel, beide aus Hall, vor, das Modell einer Straße mit Druckplatten zu bauen, die bei Gewicht Strom erzeugen. „Die Materialien dafür wären zu teuer gewesen“, erzählt Christian. Durch die Vorüberlegungen kamen die drei 13-Jährigen auf die Idee, Akkus zu untersuchen. Durch mehrere Lade- und Entladevorgänge wollten sie herausfinden, ob die Akkus wirklich so viel Leistung bringen wie draufsteht. Da die drei Siebtklässler erst seit ein paar Monaten Physik haben, fiel es ihnen schwer, sich vorzustellen, was unter Leistung zu verstehen ist. „Wir haben Elektrizität ja noch nicht im Unterricht behandelt“, sagt Janis. Spannend fanden sie das Projekt dennoch. „Das Experimentieren hat Spaß gemacht“, sagt Marcel.

Niklas Lakner aus Hall und David Heiner aus Michelbach haben sich mit der Solarthermie befasst, also mit dem Erhitzen von Wasser durch Strahlung. Für ihre Versuche haben sie eine Wärmelampe und ein Schlauchsystem zur Hand genommen. Das Wasser wurde durch den Schlauch durchgeleitet, während die Lampe draufschien.

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Messungen und Diagramme

Auf den Schlauch haben Niklas und David verschiedene Materialien gelegt, um zu testen, welche davon die Wärme am besten durchlassen. Glas war der Spitzenreiter. Es hat das Wasser in 25 Minuten von 26 auf 34,5 Grad erhitzt. „Ich dachte eigentlich, dass das Wasser am schnellsten wärmer wird, wenn gar nichts dazwischen ist“, sagt Jacob. Die Zwölfjährigen haben sich die Arbeit aufgeteilt. Jacob hat die Messungen übernommen, Niklas hat mit den Werten Diagramme erstellt.

Leticia Nsunda (12) und Teresa Lay (13), beide aus Vellberg, haben Seife hergestellt und getestet, wie viel Natronlauge sie mindestens brauchen, damit die Waschwirkung und das Schäumen erhalten bleiben. „Zu viel darf es nicht sein, weil die Haut sonst austrocknet. Es braucht einen gewissen Überfettungsgrad“, erklärt Leticia. Die Mädchen haben Wasser, Rapsöl, Sheabutter und eben Natronlauge verwendet. Manche Proben seien zu matschig geworden. „Wir mussten lange recherchieren, bis wir ein passendes Rezept gefunden haben. Cool war es, die fertigen Seifen in der Hand zu halten“, sagt Teresa.

„Eine tolle Gruppe haben wir da wieder“, resümiert Lehrer Joachim Kern, der die Forscher-AG am GSM mit seinem Kollegen Achim Knaak leitet.

Info


Die Projekte der Haller Schüler sind am Freitag, 14., und Samstag, 15. Februar, jeweils von 9 bis 13 Uhr am Campus Künzelsau zu sehen.