Parkhaus ab 01.01.2020 wegen Sanierung gesperrt!“ steht auf dem großen roten Schild vor der Einfahrt zum Parkhaus Langer Graben. Los gehen sollen die Arbeiten am Dienstag. Rund zehn Millionen Euro wird die Sanierung kosten. Sie soll laut Plan im Herbst 2021 beendet sein.

Nun werden erst mal Teile der technischen Anlage außer Betrieb genommen und die Brandschutzklappen entfernt. Diese seien mit Asbest-Dichtungen versehen. Da sich der Werkstoff aber nur dort befände, sei er leicht zu entfernen, sagt Peter Busch, Abteilungsleiter bei den Stadtwerken Schwäbisch Hall. Diese kümmern sich gemeinsam mit dem Landkreis Hall um die Sanierung.

Beton wird freigelegt

Danach geht es mit der Betonsanierung los. Die Asphaltschicht, die auf dem Boden aufgetragen wurde, wird mittels Wasserhochdruckstrahler abgetragen, um den Beton freizulegen. So können schadhafte Stellen saniert werden. „Angegriffen wurde der Beton vor allem durch Chlorideintrag“, erklärt Peter Busch. Also Salz, das den Betonboden und auch die Stahlarmierungen beschädigt hat.

Davor gab es Probebohrungen in verschiedenen Tiefen und an unterschiedlichen Stellen. „Das Bohrmehl wurde auf Chloride untersucht.“ So konnten auch für die Ausschreibung der Arbeiten die notwendigen Sanierungsarbeiten besser eingeschätzt werden. Ist der Boden fertig, wird ein Oberflächenschutzsystem aufgetragen. „Das ist die graue Schicht, die man dann sieht.“

Um die Tiefgarage heller und freundlicher zu gestalten, wurde ein Büro beauftragt, ein farbliches Leitkonzept zu erstellen. Die Grundfarbe wird dabei weiß sein, dazu werden farbliche Akzentuierungen gesetzt. „So kann sich der Kunde orientieren, in welcher Ebene er sich befindet.“ Vier Hauptebenen gibt es insgesamt. Diese bestehen noch aus jeweils drei Teilebenen. Nach der Sanierung wird es dann 525 Stellplätze geben, mit breiteren Komfortparkplätzen auf den Ebenen 3 und 4. Bisher waren es 572, inklusive Komfortparkplätzen auf der vierten Ebene. „Im Originalzustand waren es 622.“ Eröffnet wurde das Parkhaus, das damals in städtischer Hand war, Ende der 70er-Jahre. Damals sei es Standard gewesen, dass Parkplätze eine Breite von 2,30 beziehungsweise 2,35 Meter hatten. Heute passe das nicht mehr, „weil die Autos breiter geworden sind“.

Größere Plätze heißt aber weniger Parkmöglichkeiten. „Das Parkhaus war immer relativ gut ausgelastet. Es gab aber immer noch Reserven.“ Von einem Chaos durch die Schließung, gerade bei Veranstaltungen wie dem Dreikönigslauf am Montag, möchte Busch nicht sprechen. „Klar ist aber, dass Plätze fehlen.“ Man dürfe nicht vergessen, was man am Ende von einer Sanierung hat.

Die Dauerparker haben für die Zeit der Sanierung Plätze in der Tiefgarage Weilerwiese bekommen. Aber nach wie vor befänden sich noch ein paar Autos in der Garage Langer Graben. So lange die Arbeiten noch nicht begonnen haben, können sie rausfahren. „Danach würden wir sie abschleppen lassen.“ Erneuert werden in der Tiefgarage auch die drei Aufzüge, an einem wird bereits gearbeitet, Brandschutztüren, Lüftung, Sprinkler, Elektroleitungen, Beleuchtung und der Sanitärbereich. Freigegeben werden sollen die ersten Parkplätze laut Plan im August/September.