Eine der wenigen Kampfabstimmungen in den Haushaltsberatungen kündigt sich an. Es folgt das Votum mit dem knappsten Ausgang. Mit 15 zu 14 Stimmen – bei 3 Enthaltungen – erhöhen die Stadträte das Budget für die Sanierung des Stadtgartens von 100.000 auf 250.000 Euro. Die Mehrheit findet sich quer über Fraktionsgrenzen hinweg. Dabei sieht auch die Stadtverwaltung die Notwendigkeit, im Park etwas zu tun. Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim wollte aber nicht ganz so viel Geld in den Jahren 2020/2021 dafür ausgeben.

Stadtgarten ist die einstige Blüte Halls

„Der Wunsch, den Zustand wie zur Gartenschau im Jahr 1982 herzustellen, ist legitim“, sagt das Stadtoberhaupt. Neben den Investitionen in die Sanierung der Themengärten, also der verschiedenen Parkabschnitte, gehe es um laufende Kosten. Und die laufen davon. „Wir hatten bis zum Jahr 2001 eine eigene Arbeiterkolonne, die nur in den Ackeranlagen beschäftigt war“, erinnert der OB. „Die wurde zusätzlich durch Saisonkräfte verstärkt.“ Dieser Luxus ist vorbei.

Einige trauern ihm nach. „Es ist dringend erforderlich, den Zustand der Ackeranlagen zu verbessern“, mahnt Annette Sawade (SPD) an. Ihre Fraktion fordert ein Pflegekonzept ein. Das sagt die Stadtverwaltung als Gesamtkonzept für alle Grünflächen Halls zu. Der Antrag der Grünen, der am Donnerstagabend verhandelt wird, reicht weiter. Im Jahr 2021 sollen zusätzlich 150.000 Euro zur Sanierung eines Themengartens eingeplant werden. „Wir lassen den Park zunehmend verlottern. Das ist eine Schande“, sagt Andrea Herrmann, Grünen-Fraktionssprecherin. Mehr Geld sei nötig.

Die Verwaltung hält dagegen: „Wir haben noch Haushaltsreste von 100.000 Euro aus dem Vorjahr für den Park“, berichtet Pelgrim. Die Verwaltung hat also weniger Geld ausgegeben als vorgesehen war. Sie ließ zuletzt den Themengarten zwischen AOK-Buckel und Anlagencafé erneuern. Das hat mehr als 100.000 Euro gekostet. „Dieses Jahr kommt die Taubeninsel dran“, erläutert Baubürgermeister Peter Klink. Dort entsteht eine Art Frischluft-Fitnesscenter.

Fornsbach

Taktfrequenz erhöht

„Unser Plan ist, jedes Jahr ein Projekt im Park umzusetzen“, sagt Klink. Um das zu begleiten, seien gerade so genügend Mitarbeiter in der Behörde und genügend Finanzmittel im Haushalt.

Doch das geht den Grünen nicht weit genug. Anders als bei vielen Anträgen zuvor, lässt es dieses Mal eine Fraktion auf eine Abstimmung ankommen.

CDU-Fraktionssprecher Ludger Graf von Westerholt kritisiert die Aussagen von Andrea Herrmann von der Partei der Umweltschützer: „Wenn die Natur sich etwas zurückholt, bezeichnen Sie das als verlottern. Sie fordern einen abgeschleckten Garten. Auf Steuerzahlerkosten riesige Geldsummen auszugeben, ist kaum vertretbar.“

Es kommt zum Schwur. Mit einer Mehrheit von einer Stimme werden der Stadtverwaltung 150.000 Euro extra zur Parksanierung bereitgestellt.