Als „Dominator“ bezeichnete ihn Dreikönigslauf-Streckensprecher Hartwig Thöne im vergangenen Jahr. Der Konstanzer Florian Röser gewann bei den Herren die zehn Kilometer – und das zum fünften Mal in Folge, was einen neuen Rekord darstellte.

Auch in diesem Jahr wird Röser wieder am Montag an der Startlinie stehen. „Ich freue mich wahnsinnig auf die Stimmung am Marktplatz, da ist immer was los“, sagt der 26-Jährige. Zuletzt lief Röser beim international stark besetzten Silvesterlauf in Trier. Die rund acht Kilometer legte er in 24:28 Minuten (Rang 29) zurück. „Für die jetzige Trainingsphase war das schon ganz gut.“ Vor dem Dreikönigslauf legt er nun eine etwas ruhigere Woche ein, um in Hall mit der nötigen Frische an den Start zu gehen.

Ob es in diesem Jahr den sechsten Streich von Röser gibt? Ausgeschlossen ist das nicht, aber es wird wohl für den Seriensieger so schwer wie noch nie werden. Mit Jens Mergenthaler (SV Winnenden) hat ein Läufer für den Dreikönigslauf gemeldet, der auf zehn Kilometern auf der Straße (29:16) eine wesentlich bessere Bestzeit hat als Röser (30:21). Den Silvesterlauf in Backnang (10 km) gewann Mergenthaler unlängst in 30:26 Minuten. „Ich bin gegen ihn schon mal bei Cross-Rennen gelaufen. Da habe ich als Wendigerer Vorteile gehabt, auf der Straße ist es wohl eher umgekehrt“, sagt Florian Röser über Mergenthaler. Wem der Streckenverlauf und das Profil des Haller Kurses besser liegt, vermag Röser nicht zu beurteilen. „Es wird auf jeden Fall ein interessantes Rennen.“ Mit Lorenz Baum steht auch der Vorjahreszweite in der aktuellen Starterliste für 2020. Baum klebte im Vorjahr nach der ersten von zwei Runden direkt an den Hacken von Röser und ließ erst Mitte der zweiten Runde abreißen. „Es macht doch viel mehr Spaß, wenn es auch ganz vorne enger zugeht“, freut sich Röser.

Hohenloher Silvesterlauf Zwölfjährige läuft bärenstark

Hengstfeld

Olympia im Sinn

Bei den Frauen wird Sabrina Mockenhaupt-Gregor, sechsfache Titelträgerin, davon zuletzt dreimal in Folge, aufgrund ihrer Schwangerschaft erst kurzfristig entscheiden, ob sie an den Start gehen wird. Falls sie verzichtet, werden sich die Blicke auf Hanna Klein richten. Die Läuferin der LAV Stadtwerke Tübingen, die in Welzheim lebt, hat internationales Renommee. Bei der Leichtathletik-WM 2017 in London belegte sie beispielsweise über 1500 Meter Platz 11, im vergangenen Jahr bei der WM in Katar schied sie nach dem Vorlauf über 5000 Meter aus. „Die Vorbereitung auf Katar war ein Auf und Ab. Ich bin nicht mit großen Hoffnungen dorthin“, blickt Klein zurück.

Im neuen Jahr hat sie natürlich das größte Ereignis der Sportwelt im Sinn: die Olympischen Spiele in Tokio. Und vier Wochen danach werden in Paris die Europameisterschaften ausgetragen.

Am Montag feiert sie aber erst einmal ihre Premiere beim Dreikönigslauf. „In den letzten Jahren hat es terminlich nicht geklappt. Aber nachdem jetzt die Anfrage kam, konnte ich es mir einrichten“, sagt Klein. Nur einen Tag nach dem Haller Stadtlauf wird die 26-Jährige im Flieger sitzen: Dann geht es in ein elftägiges Trainingslager nach Portugal.

„Ich habe schon viele Bilder und Videos vom Dreikönigslauf gesehen. Es wird bestimmt schön und ein Highlight zum jetzigen Zeitpunkt der Saison. Vor allem soll das Ganze Spaß machen“, so Klein. Beim Dreikönigslauf hat sie auch die Schirmherrschaft des Jugendrennens übernommen.

Momentan steht für Klein die Grundlagenausdauer für den Sommer im Vordergrund. Aber solche Stadtläufe eignen sich, um die Form zu testen und Wettkampfhärte zu erlangen. An Silvester gewann sie schon in Bietigheim über elf Kilometer in 36:05 Minuten. Und eine starke Zeit in Schwäbisch Hall ebnet dann vielleicht auch den Weg zu einem guten Sommer, der Klein nach Tokio und Paris führt.