Dirt Schwäbisch Haller Rockband Dirt für Deutschen Rock- und Pop-Preis nominiert

VERENA BUFLER 19.11.2013
„Hammergeil“ finden es die Musiker der Haller Band Dirt, für den deutschen Rock- und Pop-Preis nominiert zu sein. Sie sind optimistisch, in der Kategorie Hard Rock abzuräumen – und träumen vom Durchbruch.
Es ist kalt im Probenraum in Neunkirchen. Eine schlichte Theke, mehrere Schlagzeuge, Kabel, ein Laptop, ein Zweisitzer-Sofa. Der Heizlüfter läuft. Den aber brauchen Marius Rebmann und Florian „Stolli“ Stollberg nicht um auf Temperatur zu kommen. „Zeigt mir mal was!“, fordert der Zeitungsfotograf, und die beiden performen, als ginge es bereits an diesem Nachmittag ums Ganze. Haare wirbeln durch die Luft, die Blicke schweifen über das imaginäre Publikum, lächeln, flirten. „Die Zeit ist reif“, sagt Bassist Marius Rebmann über die Teilnahme am 31. Deutschen Rock- und Pop-Preis.

Dirt ist in der Hauptkategorie Hard Rock nominiert, gemeinsam mit vier anderen Bands aus ganz Deutschland. Insgesamt treten am Samstag in Ludwigshafen 70 Bands und Einzelkünstler in acht Hauptkategorien an. Sie wurden aus rund 1000 Bewerbern ausgewählt. Der Deutsche Rock- und Pop-Preis wird von der Deutschen Popstiftung, dem Deutschen Rock- und Pop-Musikerverband sowie der Fachzeitschrift Musiker Magazin und der Branchenzeitschrift Musikmarkt präsentiert. Eine Jury kürt die Sieger, auch das Publikum wählt seinen Liebling. Musiker wie Pur, Juli und Yvonne Catterfeld gewannen bereits diesen Wettbewerb und nutzten den Titel als Sprungbrett.

Das ist auch das Ziel der Haller Rockband, deren fünf Musiker bis auf eine Ausnahme im Landkreis Hall leben. Bisher treten sie nur innerhalb der Landesgrenzen auf. Deshalb wollen sie jetzt Kontakte knüpfen und überregional Fuß fassen. „Bei Wacken oder Rock am Ring zu spielen wär’ schon cool“, sagt Gitarrist und Diplom-Informatiker Florian Stollberg (31), „aber wird sind realistisch. Diesen Traum haben viele.“

Es gilt die Dirt-Philosophie

Trotzdem: Das olympische Motto „Dabei sein ist alles“ haben sich die heimischen Musiker nicht auf die Fahne geschrieben. Vielmehr gilt die „Dirt-Philosophie“: Immer Vollgas geben, ob vor hunderten in der Kantine oder vor tausenden auf der großen Bühne. Ihre Erwartungshaltung ist hoch. „Wir wollen mit dem Preis zurück fahren“, sagt Bassist Marius Rebmann. Der 28-jährige Lehrer an einer Krankenpflegeschule hat darüber hinaus die Chance auf eine Auszeichnung als „Bester Bassist“. Seit 14 Jahren macht er Musik, hat ebenso wie die anderen Bandmitglieder in mehreren Cover-Bands gespielt, wodurch sich die fünf Musiker seit vielen Jahren kennen. Heute sind sie zwischen 26 und 37 Jahren.

Seit 2008 besteht Dirt in seiner aktuellen Besetzung aus dem Bassisten Marius Rebmann, den Gitarristen Florian „Stolli“ Stollberg und Thiemo Hille, Schlagzeuger Marcel Unger und Sänger Sven Zaklikowski. Letzterer war es, der Dirt einst als Solo-Projekt initiierte. Ihren Musikstil beschreiben die Jungs als „Southern Groove Metal“. Er erinnert ein wenig an Interpreten wie Black Label Society, Down, Pantera oder Ozzy Osbourne.

Am 23. November 2012 erschien die aktuelle CD „Rock’n’Roll Accident“ bei Massacre Records. Am Samstag, wenn der Deutsche Rock- und Pop-Preis in Ludwigshafen verliehen wird, ist sie also genau ein Jahr im Handel. Und die Jungs von Dirt wissen auch schon genau, über welches Geburtstagsgeschenk sie sich an diesem Tag am meisten freuen würden . . .